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Durchmesser von Grammophon - Nadeln

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Harald Giese
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04.Jan.22 11:12
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Schon vor längerer Zeit habe ich hier im Forum meinen TELEFUNKEN T1000 ARCOFAR beschrieben, aber erst in letzter Zeit öfter den Plattenspieler laufen lassen um alte Schellacklplatten anzuhören. Zu diesem Zweck hatte ich mir ein Tütchen Grammophon - Nadeln "mittellaut" zugelegt.

Dabei war mir schon früher aufgefallen, dass sich die Nadeln im Aufnahmeröhrchen des Tonlopfes seitlich recht locker bewegen ließen. Nicht verwunderlich, denn der Durchmesser dieser Nadeln lag bei 1,42 mm. 

 

Vergleicht man diesen Wert mit dem Innendurchmesser der Nadelaufnahme im Tonabnehmer von ca. 1,7 mm, so haben die Nadeln ca. 0,28 mm Spiel.

Den Innendurchmesser der Aufnahme konnte ich nur approximativ ermitteln. Als Lehre diente der Schaft eines Bohrers, dessen Durchmesser bei 1,67 mm lag, und der sich in der Nadelaufnahme noch ganz leicht seitlich bewegen ließ. Das angegebene Maß von 1,7 mm sollte also recht verlässlich sein.

 

 

Natürlich wackelten die "mittellauten" Nadeln trotzdem nicht in der Aufnahme, da sie durch die Rändelschraube in ihrem Sitz fixiert wurden.

 

 

 

Da mir die Nadeln immer zu laut erschienen, habe ich mir nun ein Tütchen "leise" Nadeln zugelegt und eine Überraschung erlebt. Die Nadeln haben einen Durchmesser von nur 0,84 mm. Das Spiel in der Nadelaufnahme liegt nun schon bei 0,86 mm. 

 

 

 

 

 

Auch diese Nadeln lassen sich problemlos in die Aufnahme einspannen. Ich frage mich aber trotzdem, ob zum Bauzeitpunkt des ARCOFAR (ca. 1931) die Grammophon - Nadeln auch schon so stark im Durchmesser variierten.

Vielleicht kann mir ja ein hilfreiches Forumsmitglied die Frage beantworten?

Viele Grüße und alles Gute für 2022,

Harald Giese

This article was edited 04.Jan.22 11:13 by Harald Giese .

Wolfram Zylka
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04.Jan.22 14:22
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Original  Nadeln aus den 20er Jahren

Habe den Durchmesser von verschiedenen Nadeln gemessen. Der Schaft Durchmesser ist durchgängig im Bereich von 1,55mm bis 1,6 mm

Bei den leisen Nadeln ist der Abtastteil stark reduziert auf 0,8 mm

Viel Freude beim Schellack hören mit dem Arcophon

Alles Gute im Neuen Jahr wünscht

Wolfram Zylka

Harald Giese
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05.Jan.22 12:19
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Lieber Wolfram,

dachte ich mir doch, dass Du als ARCOFAR Besitzer auch die richtigen Nadeln haben würdest.

Ein freies Spiel der Nadeln von ca. 0,1mm (1,55 - 1,6 mm Nadel - Durchmesser gegenüber 1,7 mm Innendurchmesser der Nadel - Aufnahmehülse) erscheint mir vom praktischen Standpunkt her plausibel.

Ich bin fest überzeugt davon, dass es einen klanglichen Unterschied macht, wenn der Nadelschaft die Aufnahmehülse praktisch vollkommen ausfüllt, als wenn er nur einem kleinen Teil von deren Innenumfang tangiert.

Vielen Dank für die aussagekräftigen Bilder und herzliche Grüße,

Harald

Steffen Thies
 
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05.Jan.22 21:20
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Hallo Herr Giese,

einen klanglichen Unterschied brauchen Sie nicht zu befürchten. Wir sind ja nicht bei "Hoch-Ende". Allenfalls kann die Nadel schnarren, wenn sie irgendwo nicht anliegt. Das ist bei meinem Grammophon aber noch nie vorgekommen. Da sind schon eher die kreativ geformten Spitzen der chinesischen ein Problem!

Theoretisch ist ein Klangunterschied durch die größere Elastizität der leisen Nadeln zwar denkbar, aber er ist meiner Meinung nach nicht hörbar. Außerdem wäre dieser Effekt untrennbar mit der leiseren Wiedergabe verknüpft, egal an welcher Stelle der Nadel sie liegt, d. h. wenn eine gestufte Nadel so leise wie eine durchgehende ist, muß auch der Klang gleich sein.

Freundliche Grüße,

Steffen Thies

Harald Giese
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13.Jan.22 16:31
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Hallo Herr Thies,

in der Zwischenzeit hatte ich die Möglichkeit neben den oben gezeigten Nadeln noch einige andere Nadeln unterschiedlicher Form auf meinem ARCOFAR zu testen. Die beiden linken Nadeln mit einem Schaft - Durchmesser von 1,55 mm stammen von der bekannten Firma HEROLD. Bei der rechten Nadel mit etwas größerem Außendurchmesser handelt es sich um eine mit einem Aluminium - Mantel umgebene Stahlnadel unbekannter Herkunft.

Ich muss Ihnen Recht geben. Obwohl diese Nadeln die Aufnahmehülse des ARCOFAR - Plattenspielers besser ausfüllen als die zuvor getesteten, kann man nach dem Gehör keinen klanglichen Unterschied feststellen. Sie klingen alle ziemlich fürchterlich - wie Sie schon sagten: "Keine High - End Wiedergabe".

Nun gibt der Physiker in mir natürlich keine Ruhe: Ich habe mich gefragt, ob es wohl damals schon Schallplatten mit einem Eichton gab, mit deren Hilfe bei der Montage die Tonarmneigung optimiert wurde. Drehte ein Monteur an den 3 Halteschrauben der Tonarmlagers, bis der Eichton am wenigsten abscheulich klang?

Schaut man sich den Tonarm / Tonkopf des ARCOFAR an, so gibt es ja keine geraden Bezugskanten, an die man zur korrekten Ausrichtung einen 90° Winkel anlegen konnte. Alles angerundet!

Wahrscheinlich sehe ich das alles zu kritisch!


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich freue mich auf Ihre Antworten!

Harald Giese

 

This article was edited 13.Jan.22 17:16 by Harald Giese .

Robert Latzel
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13.Jan.22 19:07
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Hallo,

als Bezugs"kante" würde ich die Plattenoberfläche (also Plattenteller mit aufgelegter Platte) annehmen.

Denn die Plattenoberfläche ist das Kriterium schlechthin, wie also der Neigungswinkel der Nadel (in Laufrichtung, mit 60° = 7:00 Uhr) und die 90° (seitlich) einzujustieren sind.

Wobei der Klang an sich nur bedingt von der gradgenauen Justierung abhängt, hier ist vielmehr der Übertragungsweg von der Schallrille zum Lautsprecher gefragt.

Das fängt bei der Abtastung an sich - wie gut kann die Nadel den Auslenkungen der Schallrille folgen, und wie gut kann die Nadel diese Auslenkungsenergie an die Membrane der Schalldose und dann das Ganze an den Tonarm und den Trichter (das betrifft Grammophone) bzw. wie gut kann die Nadel die Auslenkungsenergie an das Tonabnehmersystem weitergeben und wie gut das Signal dort verarbeitet und dann elektrisch weitergegeben (gut abgeschirmt?) wird (das betrifft Plattenspieler bzw. Grammophone mit sog. elektrischer Tonwiedergabe)...

Beide Varianten - mechanische oder elektrische Tonwiedergabe haben ihre Schwächen und Schwachpunkte.

Was bei Ihrem Apparat möglicherweise Probleme bereitet - ist vielleicht das Tonabnehmersystem an sich.
Vielleicht muss es neu justiert werden (Spalt, Hebel, Rost?). Möglicherweise sind Gummiteile hart geworden. Es kann aber auch sein, daß der Systemträger aus Zinkguß sich verzogen haben könnte und damit klangliche Beeinträchtigungen (Klirren) hervorruft. Auch dann ist manchmal eine Nachjustierung möglich. Das kann ich mir dann gut vorstellen, wenn das Material noch nicht rissig ist.

Mit vielen Grüßen

R. Latzel

Wolfram Zylka
Wolfram Zylka
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13.Jan.22 22:24
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Lieber Harald,

ich kann die Vermutung von Herrn Latzel bestätigen.

Das Telefunken TA System ist qualitativ recht abhängig von einer exakten Justierung der „Metallzunge“
Bei meinem baugleichen Gerät war die gummiartige Lagerung der Metallzunge, welche zwischen den beiden Magnetpolen zentriert sein soll, sehr spröde. Zudem hatte sich Rost angesetzt

Das Erneuern der Lagerung, ( Silikon Isolierung von einem hitzebeständigen Kabel) die Reinigung und eine genaue Justierung der „Zunge“ ( recht aufwendig wegen des geringen Amplitudenweges) ergab ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Der Klang hängt überwiegend nur noch von der Qualität der Schelllack Platte ab.

Ein gut justierter Tonabnehmer und eine vernünftige Nadel und es ist erstaunlich, was aus dem alten elektrodynamischen Lautsprecher alles so rauskommt.

Viel Erfolg bei der Tonkopfüberholung

wünscht Wolfram

Steffen Thies
 
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13.Jan.22 22:55
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Ich stimme den beiden Kollegen zu - mit "gleich" habe ich nicht "gleich schlecht" gemeint. Daß der Klang unbefriedigend ist, wußte ich ja nicht.

Ich stütze mich vor allem auf den Ton meines Grammophons. Der erreicht nicht das, was ich bei einem Kollegen aus einem Telefunken T 5000 hören durfte, ist jedoch keineswegs verzerrt und auch mit leisen Nadeln reichlich laut. Es ist auf seine Weise durchaus eine beachtliche Klangqualität. Einen angenehmen Klang sollten Sie mit einem Tonabnehmer auf jeden Fall erreichen können.

Grüße,

Steffen Thies

Harald Giese
Harald Giese
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16.Jan.22 16:13
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Hallo Herr Thies,

ich habe nun einen neuen Thread verfasst, in dem der Hintergrund für die Frage nach dem Einfluss der Nadeldurchmesser erklärt wird.

Vielen Dank noch einmal für die zielführenden Kommentare!

Harald Giese

 

  
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