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EBC11 gemessen mit Neuberger 375 - sehr hoher Anodenstrom !

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Walter Lidschreiber
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23.Nov.18 16:50

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Liebe Leute rund um das Thema Röhren,

ich habe eine Röhre EBC11 welche in der Diodenmessung die nötigen Werte erreicht.

Bei der Triodenmessung (Neuberger RPM 375) erreiche ich bei einer Anodenspannung von 100V bereits die angeführten 5mA

.... bei einer Anodenspannung von 250V (soll bei Messung eingestellt werden) erreiche ich 26mA.

Bei einer Messung mir dem Neuberger RPM 270 geht die Anzeige über den grünen Bereich hinaus.

Ich bitte um einen Tipp >>> ist die Röhre nun defekt >>> oder "ultra gut" ... wer kann mir helfen ... oder sogar eine Erklärung hierzu geben.

Liebe Grüße von

Walter

This article was edited 23.Nov.18 16:51 by Walter Lidschreiber .

Helmut Weigl
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23.Nov.18 18:10

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Hallo Herr Lidschreiber,

lässt sich der Anodenstrom mit der Gitterspannung steuern?

Ein viel zu hoher Anodenstrom könnte auf einen unterbrochenen Gitteranschluss hinweisen.

viele Grüße

Helmut Weigl

Wolfgang Holtmann
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23.Nov.18 18:20

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Hallo Herr Lidschreiber

Laut Röhren-Taschen-Tabelle sollte der Anodenstrom bei Ua 250V und Ug -8V ca. 5 mA betragen!

Da dieser viel höher ausfällt,  sehe ich im Moment zwei Fehlermöglichkeiten:

1. Die -Ug stimmt nicht, bzw. kommt nicht an das Gitter.
2. Die Röhre hat einen Gitterfehlstrom z.B. dass die Isolation zwischen Anode und Gitter nicht hoch genug ist.

MfG

Walter Lidschreiber
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23.Nov.18 19:23

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Hallo Herr Weigl,

bei einer Gitterspannung von -20V erreiche ich dann den gewünschten Stromfluß von 5mA bei 250V

... Gitterspannung reagiert also.

Liebe Grüße von Walter

 

Walter Lidschreiber
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23.Nov.18 19:24

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Hallo Herr Holtmann,

bei einer Gitterspannung von -20V erreiche ich dann den gewünschten Stromfluß von 5mA bei 250V

... Gitterspannung reagiert also.

Liebe Grüße von Walter

Walter Lidschreiber
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23.Nov.18 19:53

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Vielen Dank für Ihre Antwort,

ich kann zwischen Anode und Gitter im 20MOhm-Bereich keinen Widerstand (nach einer kapazitiven Entladung) mehr messen

LG von Walter

Wolfgang Holtmann
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24.Nov.18 10:32

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Um nun weitere Ursachen für das abnormale Verhalten Ihrer EBC11 zu erkennen, schlage ich vor,
ein mA-Meter in die Gitterleitung einzuschleifen.
Wenn das mit dem RPG nicht machbar ist, dann einen kleinen diskreten Aufbau realisieren....

Ich vermute weiterhin einen Gitterfehlstrom durch Gasreste, die dann unter Hochspannung ionisieren, was sich mit einem Anstieg des Ig und Ia bemerkbar macht. Wäre der Kolben durchsichtig, könnte man das im Dunkeln sehen....

EDIT:  Vielleicht sollte man noch eine weitere Möglichkeit eines Gitterfehlstroms in Betracht ziehen:
Die thermische Gitteremission. Steigt der Anodenstrom nur langsam auf den überhöhten Wert, dann wäre das ein Indiz dafür.
Manchmal können Bariumteilchen von der Katode auf die Gitterdrähte gelangen, die dann bei Erhitzung selber Elektronen emittieren...

MfG

This article was edited 24.Nov.18 10:59 by Wolfgang Holtmann .

Helmut Weigl
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25.Nov.18 09:16

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Hallo Herr Lidschreiber,

hallo Herr Holtmann,

nachdem sich die Röhre grundsätzlich über die Gitterspannung steuern läßt, scheidet eine Unterbrechung der Gitterleitung aus. Mit einer nötigen Gitterspannung von -20V anstelle von -8V für den nominellen Anodenstrom von 5mA liegt die Röhre erheblich neben dem typischen Wert.

 

Gitterstrom als Ursache?

Um eine solche Spannungsverschiebung am Gitter zu verursachen müsste schon ein erheblicher Gitterstrom fließen und gleichzeitig die Gitterspannungsschaltung des Röhrenmessgeräts sehr hochohmig sein. Ohne dass ich mich mit der Schaltung des Neuberger 375 befasst habe, glaube ich nicht dass diese recht hochohmig sein kann. Bitte nehmen Sie doch einfach ein Multimeter und messen einmal die Gitterspannung direkt an der Röhre. Liegen dort ebenfalls -20V an? Falls ja, dann spielt ein Gitterstrom in dieser Schaltung keine Rolle (kann aber sehr wohl in einer hochohmigen Schaltung im Radio eine Rolle spielen. Siehe auch meine Ausführungen zu Gitterströmen. In Post 2 dieses Threads beschreibt übrigens Hans-Thomas Schmidt, wie man den Gitterstrom mit dem Neuberger messen kann).

 

Was ich mir noch als Fehlerursachen vorstellen kann:

Röhren sind komplizierte, empfindliche mechanische Gebilde. Für die Steuerwirkung des Gitters ist die mechanische Auslegung sehr entscheidend (Engmaschigkeit des Gitters, Abstand des Gitters von der Katode). Es könnte sich um einen Produktionsfehler handeln. Oder das Röhrensystem ist auf Grund eines mechanischen Schlags stark verbogen (z.B. aus großer Höhe heruntergefallen).

viele Grüße

Helmut Weigl

 

Walter Lidschreiber
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25.Nov.18 09:48

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Vielen Dank für Ihren Beitrag,

ich werde mich mit dem Thema beschäftigen - interessiert mich schon sehr.

Ich kann mit meinem dig. Multimeter (kleinster Messbereich Vollausschlag 2000uA) überhaupt keinen Gitterstrom messen.

Ich werde nun mal mit dem RPM375 versuchen eine Vakuumprüfung zu machen.

Lieber Grüße aus Tirol

Walter

Walter Lidschreiber
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25.Nov.18 10:49

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Hallo Herr Holtmann,

ich habe den "Post 2" von Herrn Schmidt nachvollzogen und komme auf einen Gitterstrom von 20nA

... so sollte diese Röhre wohl OK sein >>> auch wenn bei -8V der 5fache Anodenstrom fließt.

 Leider habe ich kein Gerät wo ich diese Röhre ausprobieren kann.

Ich werde die Röhre einfach in meiner Sammlung halten, vielleicht kann ich diese mal später in einem Gerät ausprobieren.

LG von Walter

 

 

Hans-Werner Ellerbrock
 
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26.Nov.18 09:44

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Guten Tag Herr Lidschreiber,

ich bin kein Röhrenspezialist. In dem beschriebenen Fall würde ich aber eine gleiche Röhre benutzen, um die Messwerte zu vergleichen. Am besten wäre dann eine NOS-Qualität, dann hätten Sie eine (ungefähre) 100%-Basis.

Habe schon häufig Röhren geprüft, die z.T. weit über 100% erbrachten. Die Fertigungstoleranzen waren bekanntlich bei einigen Herstellern erheblich.

Walter Lidschreiber
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26.Nov.18 09:51

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Guten Tag Herr Ellerbrock,

vielen Dank für Ihren Beitrag, leider habe ich nur eine dieser Röhren.

Mir hat der 5fache Anodenstrom zu bedenken gegeben ... ich muß einfach warten bis mir eine Röhre zum Vergleichen unterkommt.

Liebe Grüße von

Walter

Wolfgang Holtmann
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26.Nov.18 11:09

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"Mir hat der 5fache Anodenstrom zu bedenken gegeben ... ich muß einfach warten bis mir eine Röhre zum Vergleichen unterkommt...."

Guten Morgen Herr Lidschreiber,
jetzt sind wir aber mal gespannt, was nun wirklich die Ursache des Fehlverhaltens Ihrer Röhre ist!

Ich habe es bereits anklingen lassen, ist es Ihnen nicht möglich, einfach eine Stahlröhrenfassung zu nehmen und die Triode als solche getrennt zu messen? Als Stromquelle kann weiterhin das Neuberger RPG dienen.

Um eventuelle wilde Schwingungen im VHF-Bereich auszuschließen, ist ein 1k Widerstand direkt an den Gitteranschluss zu löten.

Sollten sie jetzt denken, der hat keine Geduld, dann haben Sie recht....

MfG

 

 

 

Giovanni Cucuzzella
 
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26.Nov.18 18:48

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ich habe einen Adapter für mein Röhrenmessgerät (recht genaues Selbstbaugerät, alle Spannungen bis auf die Heizspannung aufwändig stabilisiert) zusammengelötet und 3 NOS-Exemplare der EBC11 (alle Telefunken) gemessen:

              Ua= 250V / Ug= -8V | Ua= 100V / Ug= -3,2V

Röhre 1:             7,6 mA          |          2,5 mA
Röhre 2:             7,0 mA          |          2,4 mA
Röhre 3:             6,0 mA          |          2,6 mA

Wie man sieht, liegen die Werte recht eng beieinander.

This article was edited 26.Nov.18 18:58 by Giovanni Cucuzzella .

Walter Lidschreiber
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26.Nov.18 18:57

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Hallo Herr Cucuzzella,

vielen Dank für Ihre Mühe und den Aufwand welchen Sie sich gemacht haben ... ich werde also weiter nach dem Fehler suchen.

Mit lieben Grüßen

Walter

Helmut Weigl
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26.Nov.18 19:14

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Hallo Herr Lidschreiber,

mal eine ganz dumme Frage:

Ist die Aufschrift EBC11 gut lesbar? Handelt es sich wirklich um eine EBC11 oder vieleicht um ein EBF11, welche als EBC11 gemessen wird?

Ich habe mal in meinem Röhrenmessgerät probeweise eine gebrauchte EBF11 eingesetzt und als EBC11 gemessen. Die Dioden sind an den gleichen Stiften. Der Stift, welcher beim Triodensystem der EBC11 die Anode ist, ist bei der EBF11 das Schirmgitter. In diesem Falle wird das Schirmgitter als Anode missbraucht. Hier würde sich bei -8V ein hoher Anodenstrom ergeben. Ich habe nur ganz kurz gemessen um meine Röhre nicht zu zerstören. Ich käme damit annähernd in Richtung Ihres Messwertes.

viele Grüße

Helmut Weigl

 

 

Walter Lidschreiber
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26.Nov.18 21:26

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Hallo Herr Weigl,

es ist eine EBC 11 (gut lesbar) in Originalverpackung von Telefunken mit der Nummer 631

LG von Walter

 

Helmut Weigl
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27.Nov.18 09:08

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Hallo Herr Lidschreiber,

hm, daneben getippt ...

Weitere Möglichkeit, wenn auch sehr gering wahrscheinlich: Kann es eine Fehlstempelung sein? Um sicherzugehen: Machen Sie doch spaßhalber mal den Versuche die Röhre mit der Prüfkarte der EBF11 zu messen. Ist es eine Triode, dann fließt kein Anodenstrom, sondern nur Schirmgitterstrom (was ja die Anode der Triode wäre).

viele Grüße

Helmut Weigl

This article was edited 27.Nov.18 09:08 by Helmut Weigl .

Walter Lidschreiber
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28.Nov.18 09:41

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Hallo Herr Weigl,

ich werde das heute versuchen und dann berichten :-)

LG von Walter

Walter Lidschreiber
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28.Nov.18 09:52

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Hallo Herr Holtmann,

ich habe nun festgestellt dass der Siebelko der neg. Gitterspannung im Röhrenmeßgerät nur 1uF statt 100uF hat ... und diesen ersetzt.

Erhebnis: >>> jetzt komme ich auf den doppelten Anodenstrom >>> schon deutlich besser.

Es hat mir keine Ruhe gelassen, zudem das Zeigerinstrumen kein "zittern" angezeigt hat >>> sie hatten recht, es musste ja mit der Gitteransteuerung in Zusammenhang stehen.

Vielen Dank auch an Herrn Weigl (das mit der EBF11 werde ich noch versuchen)

Grüße von Walter aus Tirol

 

  
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