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ECL86 - EABC80 / EL86 Ersatz ?

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Hans Kamann
Hans Kamann
 
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30.Oct.03 20:15

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Ich habe von einem rumänischen Sammler die folgende Frage bekommen:

Kann man die mittlerweile seltene ECL86 durch Einsatz von EABC80 plus EL86 ersetzen ? Technisch / elektrisch machbar - aber wie sieht es mit den Leistungsdaten aus ? Hat jemand Erfahrung damit ?

Weiterhin möchte er die EF89 mit der EF183 ersetzen. Gibt es da Vorschläge oder Bedenken ?

 

Gruss

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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30.Oct.03 20:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2

Die EL86 als Ersatz für die ECL86 ist denkbar ungeeignet. Die gleiche Zahl bedeuted keineswegs, dass die EL86 eine ECL86 ohne Triode ist. Die ECL86 ist für 250V, 36mA, 7 KOhm, die EL86 jedoch für nur 170V, 70mA und Ra = nur 2,9 KOhm (!!) ausgelegt.

Der wohl gängigste Ersatz für die Endpentode wäre die EL84, wobei durch Eröhung der Gittervorspannung bzw. des Katodenwiderstands der Anodenstrom auf die 36mA der ECL86 reduziert werden sollte. Die EL84 macht von Haus aus 48mA.

Als Triodenersatz ist die EABC80 auch nicht gerade die erste Wahl, wenngleich möglich, wobei nur 1/3 ausgenutzt wird, dies bei dem beachtlichen Heizstrom von 0,48A ! Besser wäre eine nur-Triode, z. B. die EC92.

Aber sehr viel eleganter wäre der Ersatz durch eine PCL86 ! Hier braucht man nichts zu ändern, außer die 13V Heizspannung bereitzustellen. Dies kann z. B. durch eine Spannungsverdopplerschaltung ( 2 Dioden + 2 Elkos) geschehen oder durch eine Zusatzwicklung auf dem Trafo.

Vor vielen Jahren hatte ich auch eine ECL86 durch eine PCL86 ersetzt. Dabei bemerkte ich, dass die 6,3V- Heizwicklung aus 2 paralell geschalteten Drähten bestand - das war genial ! Diese wurden stattdessen in Reihe geschaltet und ich hatte fast genau meine 13V. Die restlichen Röhren wurden dann auf diese beiden Wicklungshälften aufgeteilt.

Die EF183 ist erheblich steiler als die EF89, wodurch vor allem die Gefahr der Schwingneigung besteht. Hier kommt es auf einen Versuch an.

MfG_JR

This article was edited 30.Oct.03 23:03 by Jacob Roschy .

Michael Projahn
 
 
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 In einigen Radios habe ich die EF89 durch die EF183 ersetzt. Mit verstärkter Schwingneigung hatte ich bis jetzt keine Probleme. Die EF183 hat auf dem ersten Pol auch K und nicht den Schirm. Das dürfte bei den meisten Schaltungen aber kein Problem sein. Ich habe übrigens testweise auch die EABC80 durch PABC80 ersetzt, ohne die Heizspannung (auf 9,5V) zu erhöhen. Der Empfang hat sich nicht verschlechtert - Langzeitergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.
Gruß
Harald Pohlmann
Harald Pohlmann
 
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31.Oct.03 11:59

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo,

vor einiger Zeit hatte ich ein Radio mit einer vermeintlichen EF 85 bekommen das aber nicht spielte. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass die 85er in Wircklichkeit eine 89er war, bei der die 9 etwas verwischt war. Wegen des Unterschiedes zwischen Katode und Schirm passte die Schaltung nicht. Da auf die Schnelle keine neue EF 85 zu finden war, honnte ich sie hier erfolgreich durch die EF 183 ersetzen.

Grüße, Harald Pohlmann
Jacob Roschy
Jacob Roschy
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31.Oct.03 12:58

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5

Durch Unterheizung wird deutlich die Lebensdauer von Röhren verkürzt. Dabei wird die Katode zerstört.

Dies trotzdem zu tun, muss jeder für sich entscheiden, es sind ja seine Röhren. Für mich wäre eine solche Not-"Reparatur" höchst unbefriedigend. Ich sehe unser Hobby so, Geräte so zu restauriern, dass sie und ihre Bauteile unter optimalen Bedingungen arbeiten und möglichst lange betriebsfähig bleiben.

Beim Ersatz der EF89 durch EF85 oder EF183 ist damit zu rechnen, dass sich die Empfangsleistung verschlechtert, was bei starken Station natürlich nicht auffällt. Wenn die Leistung trotzdem befriedigt, spricht natürlich nichts dagegen.

Andererseits ist zu hören, dass Leute, die sich für besonders schlau halten, absichtlich die EF89 durch eine EF85 oder EF183 ersetzen, da diese eine höhere Steilheit haben. Hier will das Ei schlauer sein, als die Henne. Die weniger steile EF89 kam nach der EF85 und wurde eigens für Rundfunkempfänger entwickelt, weil die EF85 dort nicht befriedigend funktionierte. Die EF85 und die EF183 eignen sich für breitbandige und entsprechnd bedämpfte Kreise, wie es bei TV-Anwendungen der Fall ist. Für die vergleichsweise schmalbandigen ZF- Verstärker im Radio ist deren Verhältnis Steilheit / Ca-g1 jedoch zu schlecht.

MfG_JR

This article was edited 31.Oct.03 17:12 by Jacob Roschy .

Michael Projahn
 
 
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Zweifelsohne kann der Ersatz von Röhren durch andere Typen nur eine Notlösung sein - aber eine m. E. unter bestimmten Voraussetzungen berechtigte. Der Preisvergleich zwischen EABC80 und PABC80 reizt schon zum experimentieren (der Ik der Triode beträgt in der Regel weniger als 0,5mA, da dürfte sich die Lebensdauer m. E. nicht dramatisch verkürzen - die Ideallösung ist es sicher nicht), ebenso der zwischen EM84 und PM84. Und wenn 'mal keine EF89 zur Hand ist, ist es doch naheliegend, die EF183 einzusetzen. Diese Vorgehensweise würde ich natürlich keinesfalls bei allen Geräten anwenden. Wenn ich jedoch mit einem Gerät tagtäglich mehrere Stunden höre, so schone ich letztendlich die Röhren, die ich als originalen Ersatz für andere Radios benötige. Außerdem ist das Gerät nicht verbastelt - der Rücktausch der Originalbestückung ist jederzeit möglich.
Die Veränderung der Empfangseigenschaften bei Einsatz der EF183 scheint sehr Schaltungsabhängig zu sein. Meine Beobachtungen zeigen bei einigen Geräten eine starke Empfindlichkeitssteigerung im KW und UKW-Bereich (Überprüfung mit Leistungsmeßsender). Mit der EF85 lassen sich auch sehr gute Ergebnisse erzielen, man muß halt "nur" ihre Schwingfreudigkeit in den Griff bekommen. Der Aufwand dafür war vielleicht für die damalige Geräteproduktion zu hoch - auch deshalb wohl die (berechtigte) Entwicklung der EF89. Und der Einsatz der modernen Spanngitterröhre EF183 in "normalen" Radios war schlichtweg zu teuer.
Gruß
Michael Projahn
Hans Kamann
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01.Nov.03 22:15

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7
Danke 

Vielen Dank für die sehr detaillierten Informationen. Ich werde dem Sammler die Meinungen bzw. Bedenken mitteilen, sicherlich ist das für ihn sehr hilfreich.

Das mit der ECL86 - PCL86 ist interessant, habe genug von diesen Röhren auf Lager.

 

Gruss

René Goebel
René Goebel
 
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30.Nov.03 15:25

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 die ECL86 ist m.E. noch sehr gut erhältlich, habe erst vor 3 Wochen 2 Stück bei ebay in einem Sortiment ersteigert, beide testeten gut auf meinem RPG. Auch sonst wird diese Röhre noch oft  zu akzeptablen Preisen neu (siehe  www.google.de ) angeboten. Ich würde deswegen keine Notwendigkeit sehen, diese durch einen solch massiven Eingriff ( Originalität) , Erhöhen der Heizspannung auf 12,6 V( wenn technisch auch einfach möglich) zu ersetzen.
U. M.
 
 
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06.Apr.04 23:46

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ECL 86 

Guten Tag,

ganz nebenbei der Hinweis, dass die in der Tat seit Längerem nicht mehr produzierte ECL 86/6GW8 eine Verbundröhre ist, bestehend aus einer "halben" ECC 83 und einer Leistungspentode, die, obwohl vom Beam-Power-Typ, der "echten" Pentode EL 41 faktisch entspricht.

Viele Grüße

Uwe Menrath

  
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