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Eisenpulverkern

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Walter Vollenweider
Walter Vollenweider
 
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01.Nov.18 20:59
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Der Eisenpulverkern wurde vermutlich am 1. April 1927 von Siemens & Halske zum Patent angemeldet. Der Erfinder ist nicht bekannt. Es könnte Fritz Fischer, der spätere Professor an der ETH gewesen sein. In den 30'er Jahren wurden Eisenpulverkerne beispielsweise unter dem Handelsnamen Ferrokart in grossen Mengen in der Hochfrequenztechnik angewendet, bevor sie durch Ferritkerne ersetzt wurden.

 

Es gibt ein Patent GB 289,385, angemeldet von Siemens & Halske, in dem Magnetkerne für Pupinspulen beschrieben werden die aus magnetischen Partikeln mit einem Durchmesser von weniger als 10 µm bestehen. Diese Teilchen werden mit chemischen Mitteln hergestellt, und zusammen mit Isoliermaterial unter einem Druck von mehr als 20'000 Atmosphären zu Kernen gepresst. Es handelt sich somit um eine Art von Eisenpulverkernen, so wie sie auch in der Hochfrequenztechnik angewendet wurden. Als Vorteil dieser Kerne werden allerdings nicht die geringen Verluste, sondern die kleine Hysterese angesehen. Die Kerne sind für Pupinspulen in sehr langen Telefonleitungen vorgesehen. Weil die Hysterese des Kerns Verzerrungen verursacht, und in langen Leitungen sehr viele Pupinspulen in Serie geschaltet sind würden gewöhnliche Pupinspulen zu grosse Verzerrungen verursachen die das Gespräch unverständlich machen.

 

Das englische Patent wurde am 24.04.1928 angemeldet. Im Patent wird kein Erfinder angegeben.Es wird erwähnt dass es ein US Patent mit Anmeldedatum 1.04.1927 gibt. Das US Patent ist aber nicht auffindbar. Es existiert scheinbar auch kein deutsches Patent, obwohl Siemens & Halske eine deutsche Firma ist.

 

Die Herstellung von Eisenpulver war sehr aufwändig. In zwei Patenten von Siemens werden Alternativen angegeben. In GB 264 861 wird die Verwendung von Eisenschwamm, also porösem Eisen, und in DE 495,640 die Verwendung von Eisendraht vorgeschlagen.

 

Einen Hinweis auf den Erfinder kann die Rede sein, die Prof. Ernst Baumann von der ETH auf seinen Vorgänger Prof. Fritz Fischer anlässlich seiner Beerdigung am 31. Dezember 1947 in Zürich gehalten hat.

 

... Der junge Doktor der technischen Wissenschaften trat im Sommer 1924 in die Dienste der Telephonwerke Albisrieden. Er arbeitete dort zuerst am Problem der Herstellung von Pupinspulen, eine Aufgabe, die damals im Zentrum der elektrischen Nachrichtentechnik stand. Theoretische Überlegungen zeigten ihm einen Weg für die Verbesserung der Spuleneigenschaften ... Seine Arbeiten wurden auch der Mutterfirma der Telephonwerke Albisrieden, der Firma Siemens & Halske in Berlin, bekannt. Man hielt es für wünschenswert, dass Dr. Fischer seine Resultate über die verbesserte Fabrikation in Berlin pwersönlich einführen möchte. ...

 

Fritz Fischer hat einige Erfindungen auf dem Gebiet der Pupinspulen gemacht. Sein Name wird in den entsprechenden Patenten erwähnt. Keine dieser Erfindungen bietet aber in der Herstellung solch grossen Schwierigkeiten dass die Mitwirkung des Erfinders bei der Realisierung wünschbar scheint. Beim Magnetpulverkernen könnte das anders sein. Der Verdacht liegt deshalb nahe dass der ungenannte Erfinder des Magnetpulverkerns Fritz Fischer war.

 

1933 wurde Fritz Fischer an die ETH berufen. Er hat dort unter anderem das Eidophor erfunden.

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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02.Nov.18 16:26
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Der Erfinder des "Ferrocart" ist Hans Voigt.

MfG DR

Walter Vollenweider
Walter Vollenweider
 
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02.Nov.18 18:07
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Es gibt ein Patent DE 739,209, das am 7. Februar 1933 angemeldet wurde, und eine "Verkustarne Hochfrequenzspule mit Magnetkern" zum Gegenstand hat. In der Beschreibung steht:

... Es ist schon früher vorgeschlagen worden, für Hochfrequenzzwecke nach Art der Pupinspulenkerne aus Eisenpulver ...   Diese Kerne haben sich aber nach tder Darstellung von Hans Vogt nicht bewährt. 

Es ist somit das Verdienst des unbekannten Erfinders von Siemens, Magnetkerne aus Eisenpulver vorgeschlagen zu haben. Das Verdienst von Hans Vogt ist dagegen, eine Bauform vorgeschlagen zu haben in der die Vorteile von Eisenpulver in Rundfunkempfängern ausgenützt werden können.

Das Patent GB 289,385 beschränkt sich im Hauptanspruch ausdrücklich auf Pupinspulen. Das Patent von Hans Vogt wurde wesentlich später angemeldet. Es beschränkt sich aber auf Rundfunkempfänger und ein besonderes Herstellverfahren. Gemäss Patentrecht ist das ohne weiteres möglich.

  
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