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elektrit: Patria Z

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Andreas Peukert
Andreas Peukert
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23.Jan.08 12:37

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Hallo verehrtes Forum,

von meinem Bekannten in Sachsen erhielt ich vor längerer Zeit einen Elektrit Patria, ein polnisches Hochformatradio. An sich nahm ich das Gerät etwas widerwillig an mich, zumal die Rückwand fehlt und das Gehäuse mal wieder restauriert werden muß, was aber nicht das Problem ist.  Als ich das Chassis unterhalb zugänglich machte, wurde meine Abneigung zunächst nur noch größer.  Hier wurde schon fleißig experimentiert. Ohne Schaltbild war da kaum etwas möglich, obwohl das Gerät im Prinzip recht einfach ist. Nun hatte ich im Radiomuseum.org ohne viel Hoffnung das Gerät eingegeben und siehe da, das Gerät war angelegt, sogar mit Schaltbild von Herrn Lill, ihm natürlich zunächst ganz besonderen dank. Allerdings hat mich der angelegte Sammlerpreis von 2004 fast umgehauen. Das Gerät steht da mit 360 € und 529$. Nun muß ich wirklich in die Runde fragen: Kann das Gerät wirklich so wertvoll sein, ist der angegebene Preis wirklich realistisch. Was macht das Gerät evtl. so wertvoll? Bitte sind Sie versichert, dass ich nur aus Interesse anfrage. Das Gerät behalte ich jetzt sowieso selbst, weil es schonwieder gut spielt, nachdem ich die meisten Basteleien beseitigt habe und viele defekte Teile ersetzt habe.  Die Schaltung wird langsam wieder original. Ich werde aber die nächsten Tage mal einen Bericht über die umfangreiche Wiederherstellung der originalen Technik geben - versprochen. Über evtl. Informationen würde ich mich sehr freuen

Herzliche Grüße

Andreas Peukert

This article was edited 23.Jan.08 12:48 by Andreas Peukert .

Ernst Erb
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23.Jan.08 21:48

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Grüezi Herr Peukert
Über das Problem Sammlerpreise wurde schon viel hier (und in "Radios von gestern") geschrieben. Man kann es auf einen ganz kurzen Nenner bringen:

Wenn jemand das Gerät auf den Müll kippt, ist es ihm nichts wert oder er muss noch bezahlen. Wenn jemand 360 Euro ausgibt, dann war ihm das Gerät diesen Preis wert. Alle Werte son Sammlerstücken liegen zwischen zwei Extremen. Restlos alle - in "Radios von gestern" habe ich glaube ich noch von Materialwert geschrieben, weil ein Sammlerstück (nicht unbedingt Radio) zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedlich bezüglich seines Materialwertes anzusehen ist. Oder im Gegenteil, den Aufwand für die Entsorgung. Ein Sammler bezahlt in jedem Fall nicht den Realwert, sondern je nach Mode. Das ist alles. Ein Sammlerpreis ist nie ein "realer Wert", sondern nur der Materialpreis bei der Entsorgung oder die Entsorgungskosten - es sei dann man findet jemand, der mehr dafür bezahlt.

Je mehr realisierte Preise wir für ein Modell haben desto eher können wir sowohl einen "zeitlosen Mittelwert" errechnen - aber auch einen Trend ersehen, der aber sehr unterschiedlich verlaufen kann.

Eine Wert-Spekulation ist bei Radios nicht gegeben, denn z.B. Museen bezahlen meistens nichts oder sehr wenig - und wenn Sammler fehlen und mehr Stücke da sind als sie wollen ... Siehe oben - auch wenn es jetzt ein ganz teueres Stück sein sollte.

Nur die innere Freude zählt, entweder beim Finden oder Kaufen oder beim Herrichten. Punkt.

Andreas Peukert
Andreas Peukert
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Hallo Herr Erb, liebe Sammlerkollegen,

vielen dank Herr Erb für Ihre Ausführungen! Mittlerweile bin ich ja auch froh, daß ich das Gerät genommen habe und ich es aufarbeite. Das Gehäuse wurde zunächst mal mit Holzwurmtod behandelt, da sich im Gehäuse auf einer kleineren Fläche Holzwurmlöcher befinden, aus denen auch frisches Holzmehl rieselt. Warten wir also noch etwas bis zur Gehäuserestauration. Die technische Restauration des Innenlebens gestattet sich recht interessant, aber darüber demnächst mehr. Zunächst aber mal eine Bitte um Unterstützung. Wie bereits geschrieben habe ich das Gerät leidlich zum Spielen gebracht. Gestern wollte ich die technische Reparatur perfekt machen. Habe ich nach meiner Meinung auch, aber mit Änderungen im Schaltbild. Vielleicht kann der eine oder andere Kollege mal im Schaltbild nachschauen. Kopfschmerzen machte mir die Beschaltung der AF3. In der Kathodenleitung befand sich ein regelbares (Kohle!!)Poti mit 5 Kiloohm.  Hier war die Kohlebahn verbrannt. Ich habe jetzt ein Drahtpoti mit 1 Kiloohm verwendet. Allerdings habe ich die Schaltung des Schaltbildes etwas abändern müssen. Ich habe den Parallelwiderstand von 260 Ohm (im Schaltbild) weggelassen. War in der Originalschaltung auch nicht. Vorher hatte ich bereits die Anodendrossel, die keinen Durchgang hatte, mit einem 15 Kiloohm-Widerstand überbrückt. Ich habe dann noch die von der Anode abgehenden Kondensatoren ersetzt. Da hier keine Angaben waren, habe ich jeweils 100 pf verwendet. Jetzt war der Empfang perfekt. Aber zu laut. Nun befindet sich zwischen Gitter 2 und Kathode eine Brücke. Dies war bei meinem Gerät auch nicht der Fall. Als ich hier provisorisch eine Brücke legte, war der Empfang zu leise. Ich habe nun anstelle dieser Brücke einen 10 Kiloohm-Widerstand eingelötet und jetzt läßt sich die Lautstärke einwandfrei regeln. Im Prinzip kann ich die Reparatur damit abschließen. Ich würde mich aber über eine Expertenmeinung freuen, ob die am Gerät vorgenommenen Änderungen beibehalten werden sollten. Auch weiß man bei dem Gerät leider wirklich nicht, ob einige Teile der Schaltung (AF3) evtl verbastelt sind. Für technische Hinweise wäre ich sehr dankbar.  

Viele Grüße

Andreas Peukert

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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26.Jan.08 15:48

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Auch weiß man bei dem Gerät leider wirklich nicht, ob einige Teile der Schaltung (AF3) evtl verbastelt sind.  Für technische Hinweise wäre ich sehr dankbar. Andreas Peukert

Hallo Herr Peukert.

Ich bin der gleichen Meinung wie Sie: da ist einiges nicht richtig. Ich denke auch Herr Lill kann da was  aendern in seinem Schaltbild wenn er will
Die beiliegende Schaltung zeigt Ihnen, wie man das richtig macht. Die AF3 ist eine Regelpentode die aber eine relativ stabile Schirmgitterspannung braucht.
Deshalb liegt am g2 ein Spannungsteiler, der Ug2 bereitstellt. Ausserdem braucht die AF3 zum
Herunterregeln eine negative Spannung zwischen Katode und g1 von -3Volt bis - 50...55 Volt. Diese  Spannung liefert in einem Super die AGC. (Regelspannung)
Mit einem Trick wird diese mit dem besagtem Potentiometer erzeugt. Wird die Röhre
heruntergeregelt, bliebe am Poti in der Katode am Ende doch keine Spannung stehen, wenn der
Strom gegen Null gehen will, geht die Spannung zurueck und kompensiert die Regelung. Das ist ja der Trick beim Katodenwiderstand (z.B. Endstufe) dass der alles durch Gegenkopplung ausgleicht.
Es geht also nicht ohne Trick Der ist einfach der, dass aus dem Schirmgitter-Spanngsteiler der
Querstrom, nicht gegen Masse sondern gegen Katode geschaltet wird.
Auch wenn die AF3 entnommen wird, steht dort Spannung gegen Masse, die mit dem Poti veraendert werden kann. Das ist das was die AF3 braucht. Spannung an Katode +3 bis + 50 Volt gegen Masse,  bedeutet ja: Gitter gegen Katode -3 bis - 50 Volt. Ich habe fuer Sie die Werte gerechnet und in das Bild in der Anlage eingetragen.

Was jetzt noch nicht stimmt, ist der 15 Kohm in der Anode der AF3. Sie haben nicht gesagt welche Drossel defekt war. Wenn es die an der Röhre war, wird nur Ua reduziert was ein noch tragbares  Manko ist. Ist es aber die Drossel nahe der Betriebsspannung, liegt der 15 Kohm parallel zum weiten Kreis und bedaempft den total. Also keine Loesung!

Sicher waren das ca. 1mH oder 2. Dazu kann man eine MW-Antennenspule oder eine
LW-Vorkreisspule nehmen. Die haben ca. 1,8 bis 2,2 mH.
Die beiden 100pF die Sie gewaehlt haben sind in Ordnung.

Die Drossel soll aber induktiv und kapaztiv vom ersten Kreis entkoppelt sein, sonst schwingt die AF3 bei voller Verstaerkung.

 

 

 

 

 



Es liegt jetzt an Ihnen was Sie machen wollen.

Viel Erfolg.
Hans M. Knoll





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This article was edited 26.Jan.08 17:20 by Hans M. Knoll .

Andreas Peukert
Andreas Peukert
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27.Jan.08 02:00

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Hallo Herr Knoll,

ich habe am Samstagabend die Schaltung nach Ihren Berechnungen an der AF 3 geändert  - die Neugier trieb mich.  Das Ergebnis ist hervorragend!  Das Gerät hatte vorher gerade den Ortssender empfangen, der bei völlig aufgedrehtem Lautstärkenregler dann verzerrt und nur ganz leise wiedergegeben wurde. Ich habe in die Anode eine LW-Vorspule gelegt. Die auftretenden Spannungen hatte ich mit Ihrer Schaltung verglichen, sie stimmen bei meinem Gerät annähernd. Der Empfang im Mittel und Langwellenbereich ist wesentlich besser geworden. Auch der Kurzwellenbereich erstreckt sich über die ganze Skala und ist recht empfindlich. Ich möchte mich an dieser Stelle mal wieder für Ihre stets kompetente und wertvolle Unterstützung bedanken. Ein Bild des kompletten Gerätes kann ich leider erst demnächst zugänglich machen, da ich das Gehäuse jetzt noch restaurieren werde. Aber erst muß ich den von mir kürzlich entdeckten  Holzwurm loswerden.

Viele Grüße

Andreas Peukert

  
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