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elmug: Ausgangsübertrager im Goldpfeil Großsuper 6401

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Gerald Gauert
 
 
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08.Jan.05 18:59

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Ich repariere gerade einen Großsuper 6401 vom VEB Goldpfeil Hartmannsdorf.

Nach Aussage des Besitzers spielte das Gerät gut und dann blieb mit einem Mal der Ton weg.

Bestandsaufnahme: alle Sicherungen in Ordnung, beim Betrieb am Trennregeltrafo heizen alle Röhren, Spannungen am Netzteil weichen nur geringfügig von den Vorgaben ab. Nach 2 Minuten begannen die Schirmgitter beider Endröhren EL84 (2 getrennte Eintakt-A-Endstufen) zu glühen.

Schlussfolgerung: Gitterglühen könnte fehlende Anodenspannung an den Röhren sein. Die Überprüfung ergab, dass von beiden(!) Ausgangsübertragern jeweils die Primärwicklung unterbrochen war.
Mir ist völlig unklar, wie dies bei beiden unabhängigen Endstufen gleichzeitig geschehen kann.
Nach dem Erneuern der Katoden-Elkos habe ich mir jetzt die Übertrager vorgenommen.

Erstaunt stellte ich fest, dass die Sekundärwicklung aus 2 parallelgeschalteten Teilwicklungen, die Primärwicklung aus 2 in Reihe geschalteten Teilwicklungen besteht. Die Wickelreihenfolge ist so: erste Primärteilwicklung, erste Sekundärteilwicklung, zweite Primärteilwicklung, zweite Sekundärteilwicklung
Die Isolation zwischen 1.Sekundärwicklung und erster Lage der 2. Primärwicklung zeigte kleine Brandlöcher von Spannungsüberschlägen, an einem Brandloch war die Primärwicklung unterbrochen. Die 1. Sekundärwicklung zeigte Spuren von starker Überhitzung.

Warum wurden nun 2 Sekundärteilwicklungen parallelgeschaltet? Es ist doch anzunehmen, dass bei der Parallelschaltung zweier niederohmiger Stromquellen schon bei geringer Unsymmetrie ein großer Ausgleichsstrom fließt. Wahrscheinlich ist diesem Ausgleichsstrom die Überhitzung der 1. Sekundärteilwicklung zuzuschreiben.

Ich überlege nun, ob ich nur noch eine Sekundärwicklung mit entsprechend dickerem Draht wickele.

Hier noch eine Skizze des vorgefundenen Ausgangsübertragers:



 

This article was edited 09.Jan.05 11:36 by Gerald Gauert .

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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09.Jan.05 20:57

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo Herr Gauert,

anbei als PDF "safe" eine Erklaerung des nicht ganz einfachen Tatbestandes.

Herr Heisig hat mir einen Fehler aufgezeigt, der Bericht liegt als  daher als v2 in der Anlage

Ich bitte um Pruefung ob verstaendlich. 

Ich habe mir ausserdem das Schaltbild angesehen.
 Ich meine,
der Vorbesitzer hatte da getrennte Lautsprecher angeschlossen und das mit Verlängerungen. Falls am Geraet der Stecker in der Schaltbuchse  steckt,  sind die internen Lautsprecher abgeschaltet. Wenn nun aber angenommen, am Ende  der Verlängerung nichts angeschlossen ist, der LS Regler weil nichts kommt voll aufgedreht wird,  bildet sich an der Anode eine Spannung die 3mal höher sein kann als normal (DC und AC addiert sich), da stirbt entweder der A Tr., die Fassung, oder die EL84, durch Hochspannungsüberschläge.

Das dazu.

Aber eines noch, Sie muessen es wieder so machen (zwei Wicklungen) wie es war, weil sonst die Höhenwiedergabe nicht gut ist und schlimmer, die Endstufe schwingt weil die Gegenkopplung zur Rueckkopplung wird wegen der Phasendrehung im A -Trafo.

Das ist das groesste Problem bei guten, gegengekoppelten, Endstufen

Hans M. Knoll

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This article was edited 10.Jan.05 10:17 by Hans M. Knoll .

Andreas Steinmetz
 
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10.Jan.05 16:38

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Gauert,

wenn ich das richtig sehe, ist eine Ihrer Fragen noch offen geblieben, nämlich die, warum man überhaupt die Wicklungen so "merkwürdig" aufteilt. Deshalb hier für alle, die es nicht schon wissen, Folgendes: Der Fachbegriff für diese Wickeltechnik ist "Schachtelung". Man wendet sie an, um bei abwechselnder Schichtfolge Primär/Sekundär die Kopplung der beiden Übertragerseiten untereinander möglichst eng zu gestalten. So kann man erreichen, daß der Übertrager auch bei hohen Frequenzen noch ohne nennenswerten Amplitudenabfall und ohne nennenswerte Phasen-Nacheilung die Transformation der Impedanzen vollzieht. Das ist besonders dann wichtig, wenn man eine Gegenkopplung von der Sekundärseite zum Verstärkereingang vorsieht, denn insbesondere durch die unerwünschten Phasenverschiebungen kann die Gegenkopplung leicht in eine Mitkopplung umschlagen und den Verstärker zum Oszillieren bringen. Doch selbst wenn es nicht gleich zum Oszillieren kommt, kann sich schon vorher die Stabilität und das Verhalten an komplexer Last, wie sie sich insbesondere bei Lautsprecher-Frequenzweichen ergeben, deutlich verschlechtern. Übrigens: Ein Test mit einem steilflankigen Rechtecksignal gibt sehr schnell Aufschluß über die Übertragungseigenschaften eines Verstärkers und über die Stabilitätsreserve.
Die unerwünschten Eigenschaften eines Übertragers kann man recht gut mit Ersatzschaltbildern beschreiben und auch mit diesen Ersatzgrößen alles Mögliche berechnen. An dieser Stelle mag es aber ausreichen, festzuhalten, daß durch die Schachtelung die sog. "Streuinduktivität" möglichst klein gehalten werden soll, so daß sich die sog. "Streuspitze" des Übertragers möglichst weit in den Ultraschallbereich hinaus verschiebt.
Für einen guten Frequenzgang eines Übertragers sind noch weitere Parameter sehr wichtig. So muß auch die Eigenkapazität einer Wicklung möglichst gering gehalten werden. Die Konstruktion eines wirklich guten Trafos, gerade im Hinblick auf moderne High-End-Verstärker, ist sehr aufwendig. Das Finden eines guten Promisses bei sich gegeneinander oft ausschließenden Vorgaben gelingt meist nur nach vielen Zwischenstufen mit immer wiederkehrenden Meßreihen. Deshalb lassen sich die Entwickler auch nur ungern über die Schultern schauen.
Bei unseren alten Radios zeigen, wie in diesem Falle, i.a. nur die Spitzengeräte aufwendiger konstruierte Übertrager. Man sollte sie im Reparaturfalle möglichst original wieder herstellen; sonst muß man mit klanglichen Abstrichen rechnen.

Andreas Steinmetz
Gerald Gauert
 
 
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10.Jan.05 18:00

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo Herr Knoll und Herr Steinmetz,

vielen Dank für Ihre ausführlichen Beiträge, damit sind meine Fragen auf verständliche Weise beantwortet worden. Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich mich bisher nur mit der Dimensionierung von Netztransformatoren befasst und keine Erfahrungen mit Audio -Ausgangstransformatoren.

Ich werde beide Ausgangstransformatoren mit den aufgenommenen Wickeldaten exakt  neu bewickeln und lediglich die Isolation verbessern. Außerdem überprüfe ich die Umschaltkontakte in den Anschlussbuchsen der externen Lautsprecher um einen Leerlauf im Normalbetrieb zu verhindern.

Gruß
Gerald Gauert
  
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