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Erfahrungen auf HAM Radio 2012

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Friedrich Weber † 12.09.2014
Friedrich Weber † 12.09.2014
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25.Jun.12 17:44

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Hallo Radiofreunde, die HAM war mir als Besucher aus den letzten 3-5 Jahren als gute Flohmarktmesse für alte Radios bekannt. Aus dieser Motivation heraus hatte ich mich entschlossen meine Radios auf der HAM 2012 anzubieten.

Gegenüber dem Vergleich aus den vergangenen Jahren bieten nur noch wenige Anbieter (ca. 5-8) alte Radios an. Nach 3 Messtagen war die Begeisterung über die restaurierten Radios gross, aber Kaufen war nur im Ausnahmefall angesagt.

So betrachte ich die jetzige Entwicklung der Messe HAM als Flohmarkt für alte Radio als nicht mehr empfehlenswert. Vergleiche ich noch die Kosten, so liegt man bei der HAM beim 10-fachen gegenüber Radioflohmärkten oder Stadtflohmärkten.

Ich habe auch mit professionellen Radioanbietern (hat 7000 Radios im Angebot) gesprochen, sie verkaufen auf guten Stadtflohmärkten mit grossen Erfolg.

Dazu kommt, dass der Verkauf alter Radios auch auf den Traditionsmärkten, wie z.B. Dornstadt, St. Georgen, Altensteig erheblich stagniert, Sammler haben selbst viel und kaufen nur bei ganz speziellem Interesse. Bastler suchen Objekte deutlich unter 100€ und hoffen mit wenigem Aufwand, dass das Radio wieder spielt, damit es dann wieder ververkauft werden kann.

Am Beispiel Volksempfänger - kauft man zwischen 80 -120€ - mit jedem Restaurationsrisiko. Muss man Röhren, Spulen, Übertrager oder Lautsprecher zu kaufen, so ist das Radio schon mit entstandenen neuen Ersatzteilkosten schon an der 200€-Grenze angelangt. Den Arbeitsaufwnad darf man da schon garnicht anrechnen. Ziehe ich meine Erfahrung, inzwischen wurden 6000 Verkäufe gesammelt. So ist z.B. für ein Volksempfänger mit sehr gutem Zustand eine Bandbreite von 160-190€ festzustellen. Für 200€ kann man anbieten, aber kaufen will niemand. Auf den RMorg Modellseiten sind die gängigen Marktpreise zu finden.

Nüchtern gesehen hat man Geld dafür bezahlt, dass man einige Tage Hobbyarbeit leisten darf.

Es gibt bei den Auktionen Ausnahmen, die alle Rekorde schlagen, aber die Regel ist das nicht.

Zum Abschluss der Messe gab es für mich noch ein K.O.-Schlag. Taschendiebe hatten meine Hosentasche aufgeschlitzt und die Einnahmen gestohlen. Das berichte ich nur, weil ich andere auch warnen möchte, auf Flohmärkten läuft Bargeld und da sind diese Diebe auch unter den Besuchern.

Vielleicht gibt mein Thema Anlass, dass Ihr gute oder schlechte Erfahrungen hier im Forum bekannt gebt, z.B. wo gibt es gute Radioflohmärkte.

Viele Grüsse

 

 

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This article was edited 07.Jun.16 20:55 by Martin Renz .

Wilfried Haack
 
 
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25.Jun.12 21:02

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Hallo Herr Weber,

sehr informativer Beitrag! Es beruhigt mich, dass ich nicht hingefahren bin. Jedes Jahr nahm ich es mir vor, schreckte dann aber vor der weiten Fahrt zurück. Dazu kommt noch, dass es ermüdent wird durch die vielen Hallen zu laufen, besonders wenn man älter wird (hi).  Die Kosten für Fahrt, Eintritt, Übernachtung kommen ja auch noch dazu, und das alles um vielleich 1 oder 2 Radios zu kaufen. Da Sie nun berichten, dass es sich kaum noch lohnt wegen alten Radios so weit zu fahren, werde ich es abhaken. Es ist ja eigentlich eine Funker-Börse, ähnlich wie Hannover.

In Hannover war ich allerdings bisher immer mit Erfolg, es ist ja für mich auch viel näher. Jedoch beobachtete ich auch dort einen Rückgang der Angebote von alten Radios, aber Röhren und Kleinteile waren immer noch zu haben, die den Weg rechtfertigten. Und - ein wichtiger Faktor, schon das Zusammentreffen von Gleichgesinnten, der Gedanken- und Erfahrungsaustausch war die Fahrt wert.

Garitz war für mich immer ein Erfolg, trotzdem es nur eine kleine Börse ist. Im Frühjahr waren diesmal sehr viel mehr Besucher als im Herbst, aber die Anzahl der Anbieter ist etwas zurückgegangen.

Die Messe in Dresden findet in diesem Jahr ja leider nicht mehr statt, schade!

Es bleibt also nur noch die Hoffnung, dass auf den Floh und Antikmärkten noch einiges angeboten wird. Ansonsten bleibt nur noch Ebay, aber den Erlebnissfaktor eines Marktes kann es nicht ersetzen.

MfG W.H.

Siegmar Mey
 
 
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Hallo Sammler,

warum muß es immer eine Radiobörse sein. Fahren Sie doch einmal zum Trödelmarkt nach Markkleeberg bei Leipzig. Da habe ich bisher immer was zum fairen Preis gefunden. Da sind auch ein paar Radiohändler, wo ich noch nie schlechte Erfahrung gemacht habe, z.B. ein Philips 208U-19, super Zustand und voll funktionstüchtig, für 25,-€ (Bilder sind auch hier hochgeladen) oder eine Philips-Netzanode für 16,-€. Röhren gibt es auch reichlich. Die Entfernung spielt natürlich eine Rolle. Für mich sind es nur 35 Km. Dieser Flohmarkt ist immer am letzten Wochenende im Monat.

Beste Grüße

S.Mey

This article was edited 25.Jun.12 22:49 by Siegmar Mey .

Ernst Erb
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25.Jun.12 22:35

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Das Bild, das Herr Weber beschreibt, kann ich nur bestätigen. Statt 3 1/2 Hallen sind nun nicht ganz zwei Hallen mit Ständen besetzt, auch am Samstag-Morgen (ich war früher immer nur bis Freitag da, diesmal Freitag-Nachmittag und Samstag-Morgen) war der Besucherstrom nicht dicht, wie sonst schon am Freitag. Wer ganz bestimmte Ersatzteile sucht, der ist an diesem Flohmarkt gut "dran", wer Radios kaufen möchte kann auch mal etwas ohne Versteigerung kaufen. Das sind sicher die "materiellen" Vorteile. In den letzten Jahren hatte ich aber vor allem die persönlichen Kontakte gesucht.

Wenn wir aber keinen Treff organisieren, ist das mager und ich werde mir das letzte Jahr ebenfalls überlegen. Dank Horst Willers (mit eigenem Stand) bin ich überhaupt dort gewesen.

Was mich noch besonders freute, das war der Stand von Friedrich Weber. Aufgefallen sind mir die über das Profil (Link ganz unten) ausgedruckten Radiomuseum-Visitenkarten von ihm an seinem Stand, was dann zu einem interessanten Gespräch führte. Dabei sind mir seine tadellos restaurierten Geräte aufgefallen. Selten habe ich so perfekte Arbeit gesehen wie bei ihm. Es geht ihm nicht nur um das Funktionieren, sondern das Gerät muss auch aussen möglichst neuwertig und original aussehen, ohne dass man von Überrestaurierung sprechen kann. Man spürt, dass er das zu seinem eigenen Vergnügen macht und wohl eher etwas abschreibt als seine Stunden zu berechnen.

Meine grosse Hoffnung wäre, dass er einmal meinen SABA Freiburg-Automatic 8 in die Hände nehmen könnte ...  Was mich traurig stimmt ist sein Verlust und dass es sogar unbemerkt (abgelenkt) möglich ist eine Hose aufzuschlitzen!

Martin Bösch
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Wenn immer möglich, versuche ich mir einen freien Tag auf die Ham Radio zu legen: aufgrund meines Sammelgebiets "Kurzwellenkommunikation, kommerziell und militärisch" hat sich mein Besuch fast ausschliesslich auf die Flohmarkthallen beschränkt.

Positiv war der Empfang, indem nun mehr Eingangspforten geöffnet waren und auch die Scanner funktionierten, war die Wartezeit am Freitagmorgen erträglich, der Ansturm in den beiden Flohmarkthallen war nur teilweise massiv. Mit Schaudern erinnere ich mich an die alte Messe, in den brütend heissen nach meiner Erinnerung verrauchten Hallen im Zwischentrakt, wo man teils nur mit Mühe im Gedränge einen Blick auf die Geräte erhaschen konnte. Grössere Gänge zwischen den Ständen, wo auch ein Rollstuhlfahrer durchkommen kann, finde ich schon positiv, man muss die Besichtigungsgeschwindigkeit nicht den nachrückenden "Massen" anpassen.

Der Flohmarkt ist deutlich kleiner ausgefallen, als in den vergangenen paar Jahren, allerdings hat mir das Angebot besser gepasst. Aufgrund der offenbar erklecklichen Standpreise fehlten Stände mit Bananenschachteln voll dreckigem Elektronikschrott und Computerplatinen, Neuware darf nicht mehr verkauft werden, was für einige Kleinseriebauer zum Nachteil geworden ist - dafür fehlen die früher fast störend dominierenden Stände von Tintendruckerkartuschennachfüllern, Billig-Mäusen und für Software "only for adults"... - auch die Regenschirmverkäufer und China Laserpointerstände sind seltener geworden, das hobbybezogene Angebot ist aus meiner Sicht zumindest für Funkamateure und Sammler alter Kommunikationstechnik qualitativ deutlich besser geworden.

Die Preisgestaltung ist "wie immer in Friedrichshafen", von ganz vernünftig bis horrend, wenn überhaupt Preise angeschrieben werden. Schnäppchen und Freundschaftspreise darf man, gleich wie im deutschen eBay, wohl nicht erwarten - ich hätte zumindest gern öfters ein Preisschild gesehen. Bei manchen Geräten habe ich gar nicht mehr gefragt, wenn einem der Watlkins-Johnson mit MFP, der schon auf den letzten Paar Messen zu Gast war, immer noch für 2500 angedreht werden soll, Preis unter vorgehaltener Hand genuschelt. Die Preise für deutsches Wehrmachtgerät sind offenbar weiterhin jenseits von Gut und Böse. Ein "Köln" oder Körting KST zu einem einigermassen vernünftigen Preis war jedenfalls nicht zu bekommen, und ich wollte ja den Preis nicht auf Butterbrotniveau hinunterdrücken.
Ich nehme an, dass bei klassischen Radios aus dem Hochpreissegment, wie die Ingelen Geographic, die Preise ähnlich exorbitant sind...
 

Andere vernünftig angebotene Geräte aus dem kommerziellen Segment wurden offenbar gut verkauft, da war bis Freitagabend schon viel Interessantes weg, auch einige Seltenheiten konnte ich ausmachen. Ich werde wohl wieder hinfahren, habe aber in Zofingen mein Auto schon wesentlich mehr beladen (und insgesamt wohl auch mehr liegen gelassen...).

Lieber Gruss Martin Bösch

Natürlich gab es auch bei mir neben vielen interessanten Gesprächen einen Neuzugang: hier.

  
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