radiomuseum.org
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.
 

fender: Export 135W; Twin Reverb

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Bernhard Nagel Otmar Jung Heribert Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » fender: Export 135W; Twin Reverb
           
Horst Kleinschroth
Horst Kleinschroth
 
D  Articles: 3
Schem.: 2
Pict.: 14
04.Feb.09 23:39

Count of Thanks: 3
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Ich habe heute einen Röhrenverstärker (Fender Twin Reverb) erhalten. Dieser Verstärker ist normalerweise mit 6L6GC in ultralinear ausgestattet. In diesem Gerät wurden die 6L6GC jedoch durch die EL34 ersetzt. Der Sockelunterschied liegt bei PIN 1: EL34 g3, 6L6GC aber NC. Der Verstärker "spielt"...

Bei der Verdrahtung der Endstufe wird dieser PIN 1 als Lötstützpunkt für die negative g1 Vorspannung benutzt (und von hier der g1 Vorwiderstand zu g1).

Dies bedeutet jetzt für die "Ersatz" EL34, dass g3 mit der negativen Vorspannung (statt 0 oder Kathodenpotential) betrieben wird. Alle g3 der 4 EL 34 liegen damit auf dem negativen Vorspannungspotential.

Was bedeutet das für die Röhren? Die negative g3 Spannung bremst den Elektronenfluß, die Leistung geht zurück, die Verzerrungen nehmen zu, aber auf das "Leben" der Röhren hat es keinen großen Einfluß?

Da die Röhrentechnik selbst angeeignetes Wissen ist (und dazu schon einige Jährchen zurück liegt), würde mich eine kompetente Antwort freuen. Ich hoffe, dies ist mein erstes Posting, ich bewege mich hier im richtigen Rahmen und Forum.

Nette Grüße,

Horst

Martin Renz
Martin Renz
Officer
D  Articles: 694
Schem.: 262
Pict.: 349
09.Feb.09 08:30

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2

Ich hole die Frage von Herrn Kleinschroth nochmals hoch, da er bis jetzt noch keine Antwort erhalten hat. Kann ihm jemand seine Frage beantworten?

This article was edited 15.Feb.09 15:18 by Martin Renz .

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
Officer
D  Articles: 710
Schem.: 154
Pict.: 224
09.Feb.09 20:35

Count of Thanks: 3
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3

Das Brems- oder auch Fanggitter ist ein weitmaschiges Gitter, das zwischen Schirmgitter und Anode bei Pentoden angebracht ist und normalerweise auf Kathoden oder 0-Potential betrieben wird. Bei vielen Pentoden ist es im Röhreninnern mit der Kathode verbunden.

Aufgrund seiner Weitmaschigkeit hat es keinen Einfluß auf den Elektronenstrom, selbst wenn es Kathodenpotential (+ einige Volt) oder 0-Potential hat. Sebst minus einige Volt Gittervorspannung sollten keinen Einfluß haben.

Das Bremsgiter dient dazu, ein Feld zwischen Anode und Schirmitter zu erzeugen und langsame Sekundärelektronen aus der Anode zurückzudrängen. Vor allem bei hoher Aussteuerung kann es passieren, dass das Anodenpotential unter das Schirmgitterpotential absinkt und dann alle Sekundärelektronen zum Schirmgitterfliegen würden und im Extrem die Elektronen von der Kathode das Potential zwischen Schirmgitter und Anode nicht mehr überwinden können, was einen Knick in der Kennlinie erzeugen würde.

Fazit: Das leicht negative Potential des Bremsgitters sollte weder auf den Elektronenstrom noch auf die Verzerrung der EL 34 Einfluß haben.

(Quelle: Grundlagen der Röhrentechnik, Philips 1939)

Rüdiger Walz

Jacob Roschy
Jacob Roschy
Editor
D  Articles: 1742
Schem.: 17
Pict.: 69
11.Feb.09 21:28

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4

Auch ich glaubte den Angaben der Fachliteratur, dass das Bremsgitters kaum eine Steuerwirkung besitzt.

Irgendwann wollte ich aber eine Röhre Typ 41 durch eine Röhre Typ 89 ersetzen. Elektrisch sind sich diese Röhren ziemlich ähnlich, aber die Sockel- Schaltung ist unterschiedlich. Bei der 41 ist das Bremsgitter mit der Katode verbunden, bei der 89 ist es extra herausgeführt, und zwar genau auf dem Stift des Steuergitters der 41, dafür ist das Steuergitter der 89 auf einer Kappe.

Ich dachte, ich mache es mir einfach, lasse die Steuergitter- Verbindung auf dem alten Stift, der jetzt das Bremsgitter der 89 ist, und verbinde diesen einfach nur mit der Gitterkappe. Also waren nun bei der 89 Steuergitter und Bremsgitter parallel geschaltet.

Als ich das Gerät einschaltete, begann jedoch das Schirmgitter zu glühen !

Der Grund: die relativ hohe Gittervorspannung der 89 von -25V hatte doch schon eine so große Steuerwirkung auf das Bremsgitter, dass dadurch Elektronen von der Anode abgehalten wurden, die dafür auf das Schirmgitter trafen. Nach erfolgter Umverdrahtung lief die 89 einwandfrei.

Ich empfehle deshalb, auf glühende Schirmgitter der EL34 zu achten, besonders bei höherer Aussteuerung. Meistens sind im Anodenblech kleine Sichtfenster zur Beobachtung.

Alles, was in einer Röhre glüht, außer der Katode, verkürzt die Lebensdauer. Ich rate dazu, die Bremsgitter fest mit den Katoden zu verbinden.

M. f. G. J. R.

This article was edited 15.Feb.09 09:28 by Jacob Roschy .

Horst Kleinschroth
Horst Kleinschroth
 
D  Articles: 3
Schem.: 2
Pict.: 14
14.Feb.09 19:25

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5

Herzlichen Dank an beide Herren.

Ein glühendes Schrirmgitter konnte ich nicht feststellen, allerdings bei nur etwa 50W Ausgangsleistung (mein Lastwiderstand wurde zu heiß und ein Dauerton auf Lautsprecher ist unerträglich) und etwa 3 min. Um auch volle Aussteuerung zu testen, bin ich gerade auf der Suche nach einem passenden Lastwiderstand.

Ich werde erst mal die Röhren gegen die original 6L6GT austauschen. Um bei diesem Gerät die G3 mit der Kathode zu verbinden, muß an jedem Sockel (für EL34) der G1 Vorwiderstand an Pin 1 abgelötet werden um dann Pin 1 mit der Kathode zu verbinden. Danke nochmal.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Kleinschroth

 

  
rmXorg