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Firmengeschichte Visseaux, France

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Alfred Przybilla
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18.Apr.08 08:45

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Hallo,

zu Visseaux gibte es die Saga Visseaux unter dem Link http://www.visseaux.org/visseaux.htm , hier gibt es auch historische Fotos.

Wenn Ihrerseits Interesse besteht, bin ich gern bereit den Text ins deutsche zu übersetzen und bereitzustellen.

Mfg

A. Przybilla

 

Jacob Roschy
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18.Apr.08 18:06

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Hallo Herr Przybilla,

ich würde es jedenfalls als sehr positiv ansehen, wenn wir eine deutsche Übersetzung der Visseaux -Saga hätten.

Mangels französisch- Kenntnisse hatte ich mir den Text zuvor schon mit AltaVista - Babelfish übersetzt, natürlich mit entsprechender Unvollkommenheit.

Von Visseaux finde ich sehr beeindruckend, dass diese Firma trotz der erdrückenden Konkurenz durch Philips über viele Jahre selbstständig bleiben konnte.

Hobbygrüße aus St. Ingbert, Saar

Jacob Roschÿ



Vincent de Franco
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19.Apr.08 15:33

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Roschy, Hallo Herr Przybilla,

ich könnte bei Frau Emmanuelle Visseaux ofiziell nachfragen ob sie dafür einverstanden ist. Dann könnten wir die Französische und Deutsche Variante bei uns auf Radiomuseum anbieten.

Gruß,

Vincent
Alfred Przybilla
Alfred Przybilla
 
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29.Apr.08 09:18

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Hallo Herr Roschy,

schön einen Gleichgesinnten aus der unmittelbaren Nähe zu hören ... 

Hallo Herr de Franco,

das ist ja genial, wenn noch zur Familie Visseaux Kontakte bestehen. Da sollte man vielleicht einen kleinen Fragekatalog zusammenstellen um für Radio-org das Interessanteste zu erfahren.

Auf Visseaux bin ich über den Transistorkoffer gestoßen, den ich auch eingestellt habe. Um das Bild abzurunden, suchte ich nach INFOS über die Fa. Die Home-Page ist sehr schön gemacht - für Radio-org könnte man die Informationen ein wenig filtern und mit weiteren Informationen anreichern, wenn das über Herrn de Franco geht..

Schöne Grüße aus Saarbrücken / Forbach

Alfred

 

Vincent de Franco
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30.Apr.08 19:58

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo an alle,

ich werde Frau Visseaux kontaktieren und um Erlaubnis bitten.

Freundliche Grüße aus Trier.

Vincent
Alfred Przybilla
Alfred Przybilla
 
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02.Jan.09 10:52

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Hallo Herr de Franco, hallo Herr Roschy,

hier das Ergenbis meiner Übertragung:

 

Die Saga Visseaux
(Berichtet von Emmanuelle Visseaux der  Urenkelin von Jacques Visseaux, ins Deutsche übertragen von Alfred Przybilla, 2008 , s.: http://www.visseaux.org/arbreph.htm, Teil der HP: http://www.visseaux.org)

 

1872

 

Als Enkel des Fuhrmannes und Sohn des Haushaltwarenhändlers wurde Jacques VISSEAUX am 12. April 1872 in Lyon geboren.

Es gab noch eine Tochter der Eltern, die Jacques leider nie kennen gelernt hatte.

Es ist denkbar, dass seine Eltern viel Hoffnung an eine Karriere ihres Einzelkindes hatten.

 

Ich weiss davon , dass Sie ihm das Interesse und den Wunsch nach Erfolg vermittelt haben, aber man konnte nicht ahnen, dass der kleine Jacques einige Jahre später, während Jahrhundertwende, einer der großen Industriellen von Lyon sein würde.

Ich kenne nur wenig Dinge aus seiner Kindheit als Einzelkind, es gab nur die 4 Jahre jüngere Cousine Claire.

 

Es ist möglich, dass er viel Zeit in dem Haushaltswarenladen seines Vaters in Lyon verbrachte und später versuchte das Familienunternehmen zu übernehmen, dies erzählte er auch später.

 

1900

 

Nach dem Besuch der Handelsfachschule von Lyon interessierte sich Jacques VISSEAUX für die Medizin und das Bankwesen. Einmal wieder im väterlichen Geschäft, um zu helfen – entschloss er sich schließlich sein Projekt umzusetzen, dies war schon lange herangereift während seiner  Studien in ganz Europa: ‚Licht zu verkaufen‘.

 

Neben dem Erstgeschäft mit Gasleuchtern komplettierte er die Fabrikation mehr bis zu einer originellen neu entwickelten Düse – bescheiden beschrieben als‚ „eine technische Verbesserung nicht vergleichbar mit existierende Modellen!“  * s. Anm. unten

 

Die kleine Fabrik Visseaux, in der Nähe vom Stadtteil St. Paul am Ufer der Saone, startet mit etwa 30 Mitarbeitern, 3 Männer und über 30 Arbeiterinnen. Sie nahm eine rasche Erweiterung bis zu einem Tag im Dezember 1905 als ein Feuer einen großen Teil der Fabrik zerstörte.

 

1905

Die neuen größeren und moderneren Werkstätten, wurden in Vaise in der Rue Berjon gebaut. Sehr schnell nimmt die Fabrik die Herstellung der Düsen und der Gasleuchter wieder auf. Ein sehr aktiver dynamischer Handelsservice wurde am Quai Pierre-Scize eröffnet. Dies war so zu dieser Zeit so nicht Brauch, aber von Jacques VISSEAUX so gefordert.

In 1909 wurden in der Fabrik 3000 Leuchter pro Tag gefertigt, in 1911 waren es 12000 und in 1913 20000 pro Tag. Die Produkte von Visseaux wurden alsbald nach ganz Europa exportiert ebenso nach Kanada und Japan.

In 1910 wurden den Produkten von Jacques VISSEAUX eine Goldmedaille beim Wettbewerb Lépine, 2 Goldmedaillen auf der Ausstellung in Brüssel und die höchste Anerkennung auf der Ausstellung ‚Exposition de l’Habitation‘ in Paris verliehen.

 

1919

Die Produktion lief während des Weltkrieges weiter, aber wesentlich langsamer. Sie erfuhr noch ein Maximum in 1918, anschließend riss die Nachfrage stark ab. Jacques VISSEAUX erbaute daraufhin in 1919 eine neue Fabrik auf 5 Hektar für die Produktion von elektrischen Glühlampen mit gezogenen Glühfäden, die Technik war vor dem Krieg aufgekommen. Leistungsfähige Gesellschaften agierten bereits auf dem neuen Markt. Die Installation der Einzelkontrolle der Glühlampen während der Fabrikation und vor dem Versand, erlaubte der Fabrik Visseaux sich auf dem Markt bemerkbar zu machen und die Qualität ihrer Produkte anzupreisen.

‚Einzig die Qualität ist wirtschaftlich‘ war das Motto von Jacques Visseaux‘s Werbung der ersten Stunde. Jacques VISSEAUX benutzte renommierte Artisten hierfür:

Capiello für die Werbung des ‚Jongleurs; Jean d’Ylen für ‚Blendung‘.

Er prägt  den famosen Slogan: „Die kleinen Visseaux machen die großen Lichter“ -  welcher später mit viel Charme als meine drei Großtanten illustriert wurde

 

1927

Jacques VISSEAUX stellte die aussergewöhnliche Entwicklung des Rundfunks fest und beschloss seinen Werkstätten eine Fabrik für Radioröhren hinzuzufügen. Gewagt und gewonnen – weil diese Aktivität einen rasenden Erfolg erlebte, weitaus stärker als den man von der Entwicklung der Glühlampen kannte.

Jacques VISSEAUX war ein Anhänger der wie er es liebte zu sagen „amerikanischen Technik“ – er schätzte im Wesentlichen die Qualität der Gleichmäßigkeit dieser Technik sowie alle seine modernen Ansichten der Werbung und Geschäftsführung, diese  entsprachen nicht dem damaligen Zeitgeist.

1948

Das Unternehmen Visseaux bringt in diesem Jahr die neuen Miniatur-Radioröhren heraus, klein von den Ausmassen aber mit höherer Leistungsfähigkeit. Diese Radioröhren erbrachten einen großen Erfolg im Bereich der Ausrüstung der Radioapparate und beim Material für den professionellen Bereich.

Dies ist auch das Jahr, in dem Visseaux die technische Zusammenarbeit mit der amerikanischen Firma Sylvania eingeht.

1951

Zum 50 jährigen Jubiläum des Hauses Visseaux im Juli 1951, organisiert Jacques VISSEAUX eine grandiose Feier, zu der natürlich alle Beschäftigten des Unternehmens aber auch  (Öffentlichkeitsarbeit verpflichtet!) sozusagen die Gesamtheit der Journalisten Lyons eingeladen wurden!

Bei dieser Gelegenheit wurde eine Plakette in 5000 Exemplaren mit dem Titel „50 Jahre im Service des Lichtes“ aufgelegt, hier schreibt Jacques VISSEAUX die ersten Zeilen:

Diese kleine Plakette versucht fünfzig Jahre der Zusammenarbeit zu dokumentieren, ich widme sie meinen ersten Mitstreitern in den Laboren, die nicht mehr unter uns sind und Ihnen meine hier versammelten, verehrten Mitarbeiter, den alten und den weniger alten, denen ich die Freude dieses großen Tages verdanke. Allen meinen herzlichen Dank!

Da ich kaum die Chance habe, das hundertjährige Jubiläum dieses Hauses, das wir zusammen aufgebaut haben, erleben zu können, möchte das Geheimnis unseres Erfolges  den Jüngsten unter uns, die unser Werk weiterführen werden, enthüllen:

Sicher sind Kompetenz, die Methode, die Initiative und die Aufopferungskraft die Basis aller menschlichen Schaffenskraft, aber es gibt weitere Tugenden nicht minder wichtig und rar: die Begeisterung bei der Tätigkeit und die Leidenschaft eine gute Arbeit zu machen. Diese sind eine unerschöpfliche Quelle der Befriedigung und der Freude für jeden in den Stufen der Hierarchie.

Ich wünsche es mir von ganzem Herzen, für jeden Einzelnen von Ihnen, die der Arbeit vorstehen wie ebenso in der Fabrik oder im Büro sowie in Ihrem Zuhause, es richtet der alte Großvater der ich bin, meine lieben Wünsche.

Er verstarb ein wenig später am 12. September 1952.

Josef Visseaux, der Großvater des Berichters, übernimmt die Leitung des Unternehmens

1956

Die Konkurrenz wurde sicherlich zu stark, CLAUDE, PAZ und VISSEAUX überleben die Tage durch die Reorganisation der 10 Gesellschaftszweige Beleuchtung, sowie der von meinem Großvater, zu einer großen Gesellschaft. Die Erzeugnisse trugen die Marke Visseaux, mit dem LOGO der Gesellschaft (im originalen Text zu sehen) noch eine gewisse Zeit.

Die Gesellschaft wurde später Schritt für Schritt von der amerikanischen ITT übernommen und später von der Gruppe GTE.

Es blieb nichts mehr übrig von der Firma meines Großvaters, sicher nur in den Köpfen der älteren Lyoner, einige Erinnerungen an Werbeslogans und Plakate. Es scheint sicher, dass mein Urgroßvater sein Ziel erreicht hatte: über eine neue vorkämpferische Werbung sein Unternehmen wirksam bekannt zu machen .....weil diese Andenken noch in verschiedenen Bereichen erhalten sind!

 * Jacob Roschy: Hier sind  "Gasglühstrümpfe" gemeint, das sind die eigentlichen Leuchtmittel der Gasbeleuchtung, also das Analogum zu Glühlampen, sh. mehr unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BChstrumpf

 

 

 

This article was edited 12.Jan.09 16:57 by Alfred Przybilla .

  
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