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El95 'läuft hoch'

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Sebastian Göbel
Sebastian Göbel
 
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22.Nov.09 16:45

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Nach der Restaurierung eines Fidelio mit Tausch aller Papierkondensatoren trat der nun unerwartete Effekt auf, dass die Widergabe nach 1-2 Minuten Betriebszeit zunehmend verzerrt. Ein Blick auf die Endröhren zeigte bei einer EL95 rote Wangen, an ihrem Steuergitter waren mehere Volt zu messen. Der neue Gitterkondensator wurde sicherheitshalber abgelötet, um ihn als Ursache auszuschliessen. Mit einer anderen Röhre im selben Sockel trat dies Phänomen nicht auf. Versuchsweise Reduzierung des Gitterableitwiderstandes auf 0.5 MOhm verlängert die Zeitspanne bis die Spannung an G1 hochzulaufen beginnt.

Mich würde interessieren on es sich hier um ein bekanntes Phänomen (Defekt) der EL95 handelt, und wie dies erklärt werden kann.

Die Anodenspannung beträgt wegen der höheren Netzspannung 300V, am Schirmgitter liegen 260V an.

 

 

 

This article was edited 23.Nov.09 12:07 by Sebastian Göbel .

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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22.Nov.09 19:58

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Hallo, Herr Göbel,

bei dieser einfachen Schaltung gibt es einige Nachteile: Wird eine der EL95 schwächer, so wird die andere überlastet. Um herauszufinden, ob beide EL95 gleiche Emission haben, würde ich folgendes empfehlen:

Änderung des Kathodenwiderstandes in 400 ( bzw 430 oder 470 Ohm ) Dann nur eine EL95 einsetzen, und Kathodenspannung beobachtgen. Spannuing messen und notieren.

Danach die andere Röhre testen. Sie sollte auf gleiche Kathodenspannung kommen. Wenn ungleich, dann sollten Sie entweder einen Satz gleicher Röhren einsetzen, oder aber den Kathodenzweig auftrennen, und jeder Röhre eine eigene Kombination aus 430 Ohm und 100µF zuteilen. Das hätte den Vorteil, das das nachlassen einer Röhre nicht zur Überlastung der anderen führt.

Ich hoffe, das hilft schon mal weiter.

PS: Sie bekommen noch eine Info per Mail von mir.

MfG Henning Oelkers

This article was edited 22.Nov.09 19:59 by Henning Oelkers .

Sebastian Göbel
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23.Nov.09 12:14

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Hallo Herr Oelkers,

auf gleiche Emission habe ich geachtet, indem ich den Spannungsabfall über den Kathodenwiderstand mit nur einer Röhre gemessen habe. Diesen hatte ich belassen, so dass eine einzelne Röhre sicherlich kurzzeitig überlastet wird, was aber kein Problem sein sollte. Ausgerechnet bei den am besten zusammenpassenden Exemplaren ist die Röhre dabei, welche oben beschriebenen Fehler zeigt.

Schönen Gruß,

Sebastian Göbel
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23.Nov.09 16:05

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Das Mitglied Ekkehard Pfau sendete mir eine Antwort per Email, die er auch gern dem Forum zur Verfügung stellt:

Ich hatte das Problem auch schon mehrfach. Das Phänomen ist bekannt unter dem Stichwort "Gitteremission". Hierbei ist das Steuergitter der Röhre verunreinigt mit Kathodenmaterial. Da das Steuergitter sehr nahe an der Kathode liegt, wird es durch diese stark mitgeheizt. Das auf dem Steuergitter parasitär befindliche Kathodenmaterial beginnt nun durch die Wärme selbst Elektronen auszusenden. Es wird quasi zu einer weiteren Kathode. Damit veschiebt sich der Arbeitspunkt der Schaltung, der Anodenstrom steigt weiter an, die Röhre ist nicht mehr vernünftig steuerbar.
Die sicherste Abhilfe ist, eine andere Röhre zu verwenden (die EL95 ist ja nicht ganz soo selten....).
Es werden zwar vereinzelt Methoden beschrieben, das Steuergitter wieder "freizubrennen", aber bei
meinen betreffenden Röhren brachte das keinen Erfolg.


Beste Sammlergrüsse
Ekkehard Pfau
 

  
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