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philips 898A: Funktion der "Automatik"

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Wolfgang Holtmann
Wolfgang Holtmann
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Schem.: 37
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06.Oct.19 11:59
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Der Philips 898A wurde 1936/37 gebaut und hat als Besonderheit eine „fühlbare und lautlose Abstimmung“ nur im LW und MW Bereich.

In der Praxis sieht das so aus: man sucht mit der Abstimmung nach einem Sender, ohne dass im Lautsprecher Geräusche zu hören sind. Sobald ein Sender gefunden wird, wird der Abstimmknopf blockiert und der Lautsprecher durchgeschaltet. Mit etwas mehr Kraft kann man weiterdrehen, die Bremse wird gelockert, bis ein neuer Sender gefunden wird. Eine automatische Scharfabstimmung findet nicht statt.

Mit Hilfe der originalen Dokumentation will ich probieren, die Vorgänge zu beschreiben, wobei ich einige Schwierigkeiten hatte, die Unterschiede zwischen den Schaltzeichen zu erkennen. Philips machte nämlich keinen Unterschied ob HF-Spule oder Relay, alles wird mit S bezeichnet. Ebenso kein Unterschied ob Schalter oder Relaykontakt.

Das habe ich bereinigt und im beigefügten Schema zusammengefasst. Eine etwas besser zu lesende Schaltung konnte ich in der „Radio Historisch Tijdschrift“ Nr.76 finden.

Funktionsbeschreibung

Die ZF wird über C66 der AF7 zugeführt und verstärkt an der Anode abgenommen. Hier befindt sich ein Parallelkreis S35-C45. Zur Amplitudenbegrenzung dient ein Neonlämpchen. Die anschließende Gleichrichtung wird via C70 und C71 mit der AB2 gemacht.

Ausgehend von eingeschalteter Automatik und auf LW oder MW gestellt, aber zunächst noch ohne Empfang. Durch die AF7 fließt nur ein Ruhestrom, groß genug, um das in Serie geschaltete Relay S36 ansprechen zu lassen. Damit wird Kontakt A geschlossen und Spule S37 (und evtl. Relay S37) kurzgeschlossen. Diese Spule bildet die Bremseinrichtung am Monoknopf und ist noch nicht wirksam. Weiterhin befinden sich an der Bremsspule noch zwei Ruhekontakte B und C. Vor der Endröhre AL5 schließt Kontakt B die NF nach Masse kurz = Lautsprecher stumm.

Wird ein Sender gefunden, dann wird die verstärkte ZF über C70 zur linken Diode der AB2 geleitet und gleichgerichtet. Am Katodenwiderstand R40 ensteht ein gewisser Spannungsabfall der die rechte Diodenstrecke neg. vorspannt. Bei höherer ZF Spannung wird die neg. Vorspannung an der rechten Diode überschritten und an R41 fällt eine neg. Richtspannung ab. Weil aber der High Q Kreis S38-C46 eine viel schmalere Bandbreite gegenüber Kreis S35-C45 zeigt, ist der Bereich sehr scharf begrenzt. Die so gewonnene neg. Richtspannung wird einmal zum Magischen Auge geleitet und über R38 zum Gitter der AF7. Das wiederum lässt den Anodenstrom plötzlich sinken und Relay S36 öffnet Kontakt A.

Damit ist der Kurzschluss über Bremse S37 beseitigt und der Anodenstrom der AL5 nimmt seinen Weg über Dr.7, S49, S37 (evtl. Relay S53) zum Pluspol der Anodenspannungsversorgung.

Die Spule S49 ist ebenfalls ein Teil des Bremselektromagneten und hat eine gegensinnige Wickelrichtung gegenüber S37. Man sorgt damit für einen schnellen Abfall der Bremswirkung, dh. Abbau der Remanenz.

Gleichzeitig wird auch Kontakt B geöffnet, und die NF zur Endröhre durchgelassen. Kontakt C, nun geöffnet, sorgt für einen vergrößerten Haltebereich, wenn auf einen Sender gerastet wurde.

Ausgeschaltet wir die Automatik, indem der kleine Schalter unterhalb des Monokopfes D öffnet und E schließt. Widerstand R27 sorgt dann dafür, dass Relay S36 angezogen bleibt. Parallel zu E liegen Wellenschalterkontakte, die bei KW die Automatikfunktion verhindert.

Wolfgang Holtmann

This article was edited 06.Oct.19 12:02 by Wolfgang Holtmann .

  
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