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ingelen: Geograhic Abgleichfrage

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Stefan Hammermayer
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05.May.19 09:45
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Guten Morgen,

nach längerer Zeit habe ich jetzt einen "Ost-Ingelen" (kam aus der damaligen CSSR in die DDR und jetzt zu mir und war herkunftsbedingt heftig verbastelt) wieder betriebsbereit. Ein erster Versuch gestern Abend ergab einen einzigen Sender auf KW und sonst nichts. Schweigen auf MW und LW.

Erster Gedanke: Vermutlich ist der Abgleich auch noch daneben.

Also im Schaltplan-vademecum gestöbert und fündig geworden.

Allerdings verunsichert mich momentan völlig, was ich da lese:

Im Vademecum-Band "Abgleich" steht am Anfang des Ingelen - Kapitels auf Seite 2212:
Zitat:
Anmerkung: Die Spulen sind in der Fabrik voreingestellt und die Eisenkerne verkittet. Eine Veränderung der Selbstinduktion ist nicht zu erwarten. Die Kerne sind nicht verstellbar. Ein Versuch, diese trotzdem zu verstellen, würde unweigerlich zur Zerstörung der Eisenkerne führen.
Vor einem Auflösen der Verkittung mit Aceton muss gewarnt werden, weil sich mit dem Kitt auch der Trolitulkörper der Spule auflösen würde.

Zitat Ende.

Da traue ich mich jetzt wohl erstmal nicht dran.

Daher die Frage: Hat jemand mit dieser Thematik schon Erfahrungen gemacht? Soll ichs wagen oder ist wirklich damit zu rechnen, dass ich mit einem Abgleich-Versuch mehr Schaden als Nutzen habe?

Allerdings, nachdem der Radio auch reichlich umgeröhrt war, es kam halt im Lauf der Zeit hinein, was im Ostblock verfügbar war, hatte ich jetzt reichlich Geld in einen kompletten Original-Röhrensatz in neu investiert und alle mit dem Verwenden anderer Röhren verbundenen Schaltungsänderungen auf Originalzustand zurückgeführt. Es wäre schade, wenn ich am Ende doch nur einen funktionslosen Staubfänger restauriert hätte.

Viele Grüsse

Stefan Hammermayer
 

Andreas Peukert
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06.May.19 00:33
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Hallo Herr Hammermeyer,

ja, das leidige Problem mit dem Ingelen-Abgleich. Ich besitze den Ingelen 540W. Schon vorher hatte ich mir immer mal wieder solch ein Gerät gekauft. Um jetzt auf Ihre Frage zu kommen: Bitte nicht versuchen, die Kerne in den Bandfiltern zu bewegen. Die sind verklebt. Das ist der Grund, weswegen ich immer wieder mal einen Ingelen 540 erworben hatte. Ich versuchte etwas Brauchbares zu bekommen. Leider waren die Geräte alle Totalschäden wegen zerbrochener Schwingkreiskerne.

Bei meinem jetzigen Ingelen hatte man die Originalkerne ausgebohrt. Ich hatte dann versucht, dort neue Kerne einzusetzen. Das funktionierte auch nicht.

Als letzte Hilfe bot sich Herr Prof. Dietmar Rudolph an. Er hatte die Bandfilter dann mit seinem Analyzer vermessen.

Ich denke, dass er Ihren Thread lesen wird. Sicher hat er ein paar interessante Ausführungen für Sie parat. Ich wollte heute eh noch einmal in einer anderen Sache mit ihm telefonieren. Dann werde ich ihn noch mal auf Ihre Anfrage hinweisen.

Also, bitte nicht versuchen die Kerne zu verdrehen, sonst wird das Gerät großen Schaden nehmen.

Viele Grüße

 

Andreas Peukert

Stefan Hammermayer
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06.May.19 10:59
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Hallo Andreas Peukert,

danke für die Auskunft bezüglich Ingelen-Abgleich.

Das wird wohl ne harte Nuss...

Tatsächlich stehe ich zum ersten Mal vor diesem Thema.

Ganz früher (25 bis 30 Jahre her) hatte ich einen "bunten" Geographic aus der Sammlung Abele, da war der Abgleich einwandfrei, dafür fingen nach 1 min die Netzteil-Elkos zu brodeln an. Den musste ich sozusagen aus Beziehungsgründen 2010 abgeben.

2016 konnte ich über ebay einen ebenfalls "Bunten" in Belgien kaufen, stammte ehemals von jemandem aus Frankreich. Auch da war bzw. ist der Abgleich brauchbar.

Dass so gut wie gar nichts geht, erlebe ich zum ersten Mal.

Ein sehr improvisationsbegsabter Freund hatte auch Gedanken dazu, aber dessen mail "man könnte dies und das probieren" hier einzufügen würde den Rahmen sprengen, zuviel Text und superkompliziert, das lasse ich. Im Wesentlichen geht es darum, erstmal ausmessen, in welcher Richtung der Abgleich daneben ist und dann evtl. durch dazugebaute Trimmkondensatoren eine Verbesserung erreichen oder im schlimmsten Fall alte Kerne ausbohren und neue einsetzen, der Vorrat davon ist reichlich und das hat schon bei anderen Radios mehrmals gut geklappt oder damit zufrieden sein, das LW und MW tot ist und auf KW nur ein Sender hergeht...

Sie hatten mehrere geographic gekauft in der Hoffnung, dass wenigstens ein Brauchbarer dabei ist? hmmmm. Vor Jahren hatte mir irgendwer mal ein Spass-Foto geschickt, da waren jede Menge Geographics hinter- und nebeneinander zu einer meterhohen Treppe aufgestapelt und davor stand jemand in Bergsteigerausrüstung, um den Geographic-Berg zu erklimmen. Leider ist das Bild irgendwo im PC abgetaucht und ich finde es nicht mehr. Waren Sie das etwa, der mir das Foto geschickt hatte?

 

viele Grüsse

 

Stefan Hammermayer

Andreas Peukert
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06.May.19 11:37
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Hallo Herr Hammermayer,

 

nein, nein, Geographics waren das zum Glück nicht. Es waren die besagten Ingelen 540 Geräte. Die haben aber alle die gleichen Schwingkreis-Probleme. Ich bin mit diesen HF-Sachen an sich gut erfahren. Aber diese Sache hier ist wirklich etwas problematisch. Ich würde - weil Ihres ja nun ein wertvolles Gerät ist - da nun auch keine groben Lösungen empfehlen.

Ich hatte aber gerade mit dem Prof. Rudolph telefoniert. Ich sprach ihn noch mal gezielt auf Ihr Problem an. Er konnte sich auch gleich an mein Ingelen-Radio erinnern.

Ich denke, das er Ihnen da gute Tips und Erläuterungen geben kann. Warten wir das mal ab.

Achja und die vielen Geographic-Bilder kamen nicht von mir.

Viele Grüße

Andreas Peukert

Stefan Hammermayer
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06.May.19 18:09
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...hab das Bild gefunden...hat zwar mit der Abgleichfrage gar nichts zu tun, ist aber trotzdem lustig...nur mit der Bergsteigerausrüstung hatte ich mich falsch erinnert.

Was meinen Ostblock-Geographic betrifft: Ist zwar nur ein sehr dünner Hoffnungsfaden, aber: Ich habe den kompletten Röhrensatz neu drin, tja, bis auf die AZ1. Das ist die einzig verbliebene alte Röhre.

Mein Funke W 18 ist passenderweise auch gerade kaputt, aber da die Anodenspannung an der Endröhre nicht über 235 Volt hochkommt, dürfte die alte AZ1 wohl nicht mehr so toll sein.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein Radio danebenbenimmt, weil der Gleichrichter nichts mehr taugt. Also habe ich jetzt erstmal eine nagelneue AZ1 eingekauft. Wenn die da ist, werde ich ja merken, ob sich an der Anodenspannung was verändert und ob das Auswirkungen hat.

Eine moderne LED-Lampe in der Küche stört den AM-Empfang extrem, dank Stahlbetondecken und -wänden zum Glück nur innerhalb dieses Raums, ich will auch mal in der Küche testen, ob ich diese Lampe im Radio auf MW/LW hören kann. Wenn nicht, dann habe ich Totalausfall auf MW/LW, falls ja, dann ist MW/LW zumindest prinzipiell willig, denke ich.

 

Grüsse,

Stefan

 

Letzte Meldung: Das Küchen-Störlampe-Experiment ist gemacht. Guter Störgeräuschempfang auf KW, null Empfang auf MW/LW. Vom Gefühl her schwingt der Oszillator nicht auf LW/MW. Sicher nachweisen kann ich es momentan nicht. Entweder ich habe irgendwo noch einen unentdeckten groben Fehler drin oder es liegt an der zu niedrigen Betriebsspannung, es bleibt nur: Weitersuchen!

This article was edited 06.May.19 18:38 by Stefan Hammermayer .

Andreas Peukert
Andreas Peukert
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Hallo Herr Hammermayer,

ja, da hat aber einer gut zugeschlagen. Das obere Gerät ist übrigens die US-Ausführung. Ich weiß das, weil ich dafür gerade 2 hintere Knöpfe für einen Sammlerkollegen nachgieße.

Schlecht ist es, wenn der Röhrentester ausgerechnet jetzt defekt wird. Falls Sie möchten, können Sie mir den Röhrensatz zur Prüfung senden. Ich besitze den Funke 4/3.  Das wäre schnell zu erledigen.

Es wäre natürlich wichtig zu wissen, ob der Oszillator anschwingt. Nun weiß ich nicht, was Ihr Gerät für eine ZF hat. Mein Ingelen 540 hat eine niedrige 128 Khz Zwischenfrequenz..

Sie können den Oszillator ja mit einem Kofferradio prüfen. Er arbeitet ja immer oberhalb der eingestellten Frequenz.

Es ist natürlich wichtig, dass sämtliche Teerkondensatoren, die sich unter dem Chassis befinden ersetzt werden. Aber da sage ich Ihnen nichts Neues. Gerade die Kondensatoren im Oszillatorkreis müssen genau begutachtet werden.

Viele Grüße

Andreas Peukert

Stefan Hammermayer
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07.May.19 06:34
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Guten Morgen allerseits.

Nun, besondere Aktionen bezüglich AZ 1 Leistungsprüfung braucht es nicht. Sicherheitshalber sind zwei nagelneue in OVP unterwegs zu mir, danach sehe ich weiter. Kondensatoren sind natürlich erneuert, da war nichts Brauchbares und noch weniger Originales mehr im Radio zu finden. Hatte alle der Reihe nach einseitig abgelötet und getestet, mit wie erwartet üblen Ergebnissen.

Insgesamt muss ich auch einsehen, dass der Ingelen eher nur der unteren Mittelklasse zuzuordnen ist und es von dem, was er kann, weitaus bessere Radios gibt.

Auch mit viel Arbeit und Mühe wird aus einem Brötchen keine Sachertorte. Wäre nicht diese Spezialsache mit der Landkartenskala, würde sich wohl kaum jemand nach diesem Radio umdrehen und erst recht nicht die dafür üblichen hohen Preise bezahlen.

Momentan geht auch im Dienst eine reichlich arbeitsintensive Phase los, es gibt noch andere Dinge zu erledigen als an dem Ingelen herumzuschrauben.

Momentan bin ich erst mal froh, dass das Gröbste überstanden ist und ich das Radio wieder zusammenbauen konnte. Nichts ist blöder, als ein halbrepariertes Radio in Einzelteilen beiseite zu stellen und Monate später vor Rätseln zu stehen "wo gehört dieses Teil und jener Draht hin und wie war das zusammengebaut" usw. deswegen versuche ich am liebsten, ein Gerät baldmöglichst wieder zusammenzukriegen mit einem Protokollzettel drin, was erledigt ist und woran es noch fehlt und beim nächsten Versuch starte ich dann mit frischem Mut quasi wieder bei null ohne Erinnerungsspinnweben alter Gedanken im Kopf...

Auf jeden Fall an dieser Stelle herzlichen Dank an alle Mitleser und Ideengeber hier.

Auf die Idee, den Oszillator zu Prüfzwecken mit einem Kofferradio abzuhören bin ich ja noch nie gekommen, obwohl es so einfach und naheliegend ist, was für ein wertvoller Gedanke!

Manchmal ist man irgendwie total vernagelt und die einfachsten Dinge fallen einem nicht ein...

 

Viele Grüsse

 

Stefan Hammermayer

  
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