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Gleichrichter - Ersatz

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Michael Krämer
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18.Dec.03 22:41

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Hallo Radiofreunde,

Ich habe ein riesiges Graetz bekommen, den genauen Typ weiss ich nicht da die Rückwand fehlt. Aber das Problem ist: Der Gleichrichter ist defekt, das war so einer im Schwarzem runden Alu-Zylinder. Ich habe ihn getauscht gegen so einen flachen AEG Rundfunkgleichrichter.

Der letztere wird jedoch ziemlich warm, und das ganze ist mir nicht geheuer.
Meine Frage: Ich habe hier noch einige 1N4005 rumliegen, kann ich daraus einen Gleichrichter
anfertigen ? So wie ich informiert bin können die 600V 1A vertragen...

oder was soll ich sonst als Ersatz nehmen?

 

Gruss,Michael

Martin Steyer
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19.Dec.03 18:25

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Hallo Michael,

das geht ohne weiteres mit 4x 1N4007, die 1N4005 hat zu wenig Spannung! Aber vorsichtshalber in beide Wechselspannungszuführungen zwei Widerstände 100Ohm/2-3Watt einlöten, die Siliziumdioden haben einen sehr geringen Innenwiderstand.

Die Selengleichrichter werden im Betrieb schon recht warm, deshalb gut aufs Chassis schrauben, evtl. mit Wärmeleitpaste. Wenn der abraucht, ist die Bude wegen der Entwicklung von Selenwasserstoff (chemisch verwandt mit Schwefelwasserstoff) durch den Gestank für drei Wochen nicht bewohnbar, außerdem sind die Dämpfe giftig. Ist mir mal vor 40 Jahren bei einem Fernseher mit 43-er Bildröhre passiert...

Viel Spaß beim Basteln und Restaurieren,

Martin

Michael Krämer
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19.Dec.03 19:06

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Hallo Martin,

Danke für Deine Hilfe, es läuft nun. Den flachen Gleichrichter konnte ich nicht unterbringen, weil vorher einer im Alu-Röhrchen montiert war. Am besten ist immer wenn nichts warm wird :-)
Mir ist auch schonmal ein Selen - Gleichrichter abgeraucht, ich weiss was Du meinst, ist echt der Hammer. Darum heisst er ja auch: Gleich-riecht-er..

Gruss,Michael

This article was edited 19.Dec.03 19:08 by Michael Krämer .

Jacob Roschy
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Rechnerisch müsste ein Brückengleichrichter, bestehend aus 4 Dioden mit 600 V Sperrspannung, eine Wechselspannung von 600 : 1,41 = 425 V aushalten.

Für Röhrenradios sind auch die angebotenen fertigen Si- Brückengleichrichter mit entsprechender Betriebsspannung gut geeignet. Deren Daten gehen aus der Bezeichnung hervor : B250C800 bedeutet, der Gleichrichter ist bis 250 V Wechselspannung zulässig und mit 800 mA belastbar, also viel mehr, als jedes Röhrenradio an Strom braucht. Nur die Spannung könnte in manchen Fällen etwas knapp werden, es gibt aber auch B300... bis B380... - Typen für höhere Spannungen.

Der geringere Innenwiderstand der Si- Brückengleichrichter gegenüber den alten Selengleichrichtern sollte mit einem Widerstand ausgeglichen werden. Schaltet man diesen zwischen Gleichrichter- Minuspol und Masse, hat man damit wenig Schaltungs- und Isolationsprobleme.

Um den richtigen Wert herauszufinden, ist ein etwas kräftigeres, z. B. 10...40 W, ca. 300...500 Ohm- Drahtpoti, geeignet. Dieses wird entsprechend geschaltet und so eingestellt, dass sich die richtige Anodenspannung laut Schaltbild ergibt. Der Einstellwert wird gemessen und durch einen entsprechenden Festwiderstand ersetzt. Die Röhren sollten bei dieser Messung möglichst Ströme wie bei neuwertigen Typen aufnehmen, besonders die Endröhre. Ist diese verbraucht, wird die Messung verfälscht.Das Gerät muss auf die Betriebsart eingestellt sein, wie bei den Spannungsangaben im Schema vermerkt, z. B. auf UKW- Empfang.

Wegen des pulsierenden Stromes an dieser Stelle muss der Widerstand für eine größere Belastbarkeit ausgelegt werden, als es rechnerisch der Fall wäre, als Faustformel gilt etwa die 3-fache Wattleistung.

MfG JR

This article was edited 21.Dec.03 16:20 by Jacob Roschy .

Michael Krämer
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21.Dec.03 19:05

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Hallo Her Roschy,

erstmal danke für Ihre Tips !! Das ist ja eine Menge information auf einmal, aber sehr nützlich, muss man eben wissen. Aber die Voltzahl passt denke ich, liegt 10 V über die Nennspannung, geht doch noch, oder nicht ? und die mA liegen 2 drüber. (Ich fahre schon mit 240 Volt Trafoeinstellung..)

Was allerdings noch war: sämtliche Kondensatoren waren hinüber, kein Bass mehr da, und als ich sie nun alle gewechselt habe geht es wieder wie geschmiert.

 

Gruss,Michael Kraemer

Jacob Roschy
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21.Dec.03 21:07

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Hallo Herr Michael Kraemer,

das ist ja erfreulich, dass das G(e)raet(z) nun so gut läuft. Die 10 V über der Nennspannung und + 2 mA werden noch vertretbar sein, wenn alle Radios so nahe bei den Nennwerten liegen würden, könnte man froh sein.

MfG JR

  
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