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grundig: 600 professional; Satellit, LCD-Anzeige

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Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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06.Dec.06 18:36

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Ich habe einen Grundig Sattelit 600 geschenkt bekommen, bei dem das LC-Display nichts anzeigt. Empfang auf allen Bereichen ist möglich und Speicherung und Abruf der gespeicherten Frequenzen funktioniert. Also sollte der wichtigste Teil der Digitaltechnik in Ordnung sein. Die Lämpchen zur Displaybeleuchtung sind defekt. Die Segmente des Displays sind optisch erkennbar (wie eingebrannt bei einer Bildröhre).
Ich vermute Kontaktprobleme beim Display oder auch Totalausfall. Am Digitalteil, bzw. am Ausbau desselben, scheint sich schon jemand versucht zu haben. Bevor ich alles auseinander nehme, wäre ich für Erfahrungsberichte dankbar. Zum Entsorgen ist mir das Gerät zu schade.

Gruß Hans-Dieter Haase


This article was edited 06.Dec.06 18:37 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Detlef Boeder
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07.Dec.06 19:32

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Guten Tag Herr Haase,

bei meinem (aber 650) war es ähnlich. Nehmen Sie die RW ab und schauen Sie nach der Folienflachbandleitung zum Display. Die Leiterbahnen sind an den Kontaktstellen versilbert und waren bei meinem  total schwarz angelaufen. Es ist der Bereich mit den Klemmsteckern. Nach der vorsichtigen Reinigung mit Glashaarpinsel und waschen mit Tunerspray war alles wieder o.k.

Gruss DeBo

 

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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08.Dec.06 09:01

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Hallo Herr Boeder,

danke für den Hinweis, aber die Konstruktion beim 600 scheint anders zu sein. Das Display wird mit dem Kunststoffrahmen direkt auf die Platine gedrückt und so kontaktiert. Wie man den Rahmen abbekommt ist mir noch nicht ganz klar, obwohl sich in der Beschreibung aus der Funkschau ein Hinweis dazu befindet. Möglicherweise muss ich noch die rückseitige Abschirmwanne entfernen.

Hier der entsprechende Auszug aus dem Funkschauartikel:

Das LC-Display wird durch Silikon-Kautschuk-Interkonnektoren mit der Leiterplatte verbunden. Ein Kunststoffrahmen nimmt Display, Diffusor, Lichtleiter (mit Reflektor) und Interkonnektoren auf. Der Rahmen wird unten eingehängt und oben mit Rasthaken gesichert. Dadurch wird der durch die Interkonnektoren nötige Kontaktdruck zwischen Leiterplatte und Display erzeugt. Der Lichtleiter ist zusätzlich im Kunststoffrahmen eingerastet. Muß bei einem eventuellen Servicefall der Kunststoffrahmen abgenommen werden, bleiben LCD und Zubehör im Rahmen. Dadurch kann das LCD bzw. dessen Kontaktflächen weder beschädigt noch verunreinigt werden.

Gruß Hans-Dieter Haase

This article was edited 08.Dec.06 09:48 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Wolfgang Bauer
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08.Dec.06 10:41

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Sg. Herr Haase,

ich habe Ihnen die Ausbauanleitung zum Gerät geladen.

MfG. WB.

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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08.Dec.06 13:56

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Danke Herr Bauer.

Über Erfolg oder Misserfolg werde ich berichten.

Gruß Hans-Dieter Haase

 

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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Wie schon vermutet, ist der Kunststoffrahmen des Displays nicht nur eingerastet sondern noch von hinten mit zwei Schrauben befestigt, die auch noch eine kleine Zusatzplatine halten. Um diese Schrauben lösen zu können, muss die hintere Abschirmhaube des Digitalbausteins entfernt werden. Diese ist an drei Seiten mit der Platine verlötet, etwas schwierig zu handhaben, da die untere Lötverbindung ziemlich großflächig ist.

An dieser Stelle muss sich schon jemand versucht haben, da die Schraubenköpfe total vermurkst waren. Die Verbindung des Displays mit der Platine wird oben und unten mit sog. Silikon-Kautschuk-Interkonnektoren hergestellt. Rein optisch ist an diesen Verbindungen nichts Auffälliges festzustellen.Ob und wie man diese Kontaktierung elektrisch prüfen kann entzieht sich meiner Kenntniss.

Es bleiben dann eigentlich nur noch zwei Fehlerquellen: das Display selber oder der ansteuernde Baustein (IC804). So wie das Display aussieht (Segmente erscheinen dunkel verwaschen, wie "eingebrannt"), tippe ich eigentlich darauf. Messungen habe ich allerdings nicht vorgenommen, da im zerlegten Zustand die Steckverbindungen zum Digitalbaustein nicht angeschlossen werden können. Es wäre ohne Abschirmhaube auch zu riskant, das Gerät in Betrieb zu nehmen. Möglicherweise kann man an der vorn zugänglichen Seite der Platine (verdeckt durch die Tastatur) etwas messen.

Ich werde das Projekt erst einmal auf Eis legen.

Gruß Hans-Dieter Haase

Henning Oelkers
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Hallo, Herr Haase,

bei Displays von Taschenrechnern ( und dieses hier dürfte genauso aufgebaut sein ) genügt es, ein Multimeter in einen ( mittleren ) Ohm Bereich zu stellen, und an den Kontaktflächen ( direkt auf dem Glas ) Stück für Stück abzutasten. Dabei werden irgendwann einzelne Segmente eine Anzeige geben.

Das ist sicherlich keine perfekte Testmethode, allerdings halte ich für relativ unwahrscheinlich, das das Display selbst defekt ist.

Vielleicht haben Sie noch irgendwo einen (Werbegeschenk... ) Taschenrechner herumliegen. Dort können Sie ( Ohne das Display ausbauen zu müssen ) einmal ausprobieren, wie die einzelnen Segmente reagieren.

Die Silikon Kontaktstreifen bestehen quasi aus einer Abfolge von leitenden und nichtleitenden "Gummiklötzchen", so dass jeder Kontaktfläche auf der Platine ein "leitender" Gummiklotz gegenübersteht, auf dessen anderer Seite ( bei korrekter Montage ) die jeweilige Kontaktfläche des displays zu liegen kommt. Die Kontaktstreifen lassen sich auch mit dem Multimeter testen, der Durchgang ist normalerweise relativ hochohmig. Da das Display selbst (fast) keinen Strom benötigt, ist das jedoch egal.

Wichtig ist, dass die Kontaktstreifen und die Glasflächen sauber sind.

Beim Zusammenbau könnte wichtig sein, das die jeweils leitenden Seiten auf den Platinenkontakten und auf dem Glas zu liegen kommen.

Vielleicht hilft Ihnen das weiter.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Henning Oelkers

 

This article was edited 08.Dec.06 18:32 by Henning Oelkers .

Wolfgang Bauer
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Sg. Herr Haase,

Sie schreiben am Beginn:

Die Segmente des Displays sind optisch erkennbar (wie eingebrannt bei einer Bildröhre).

Ist das im spannungslosen Zustand so oder unter Betriebsspannung? Ein Foto wäre auch sehr hilfreich.

MfG. WB.

Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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Hallo Herr Oelkers, hallo Herr Bauer,

danke für die Hilfsbereitschaft.

Zunächst einmal das Foto vom Display im ausgebauten Zustand ohne Spannung. (Eingebaut bei eingeschaltetem Gerät ist keine Änderung zu erkennen).


Die Testmethode mit dem Ohmmeter war ein guter Rat. Ich habe die beiden Silikon-Kontaktstreifen abgetastet und konnte die einzelnen Segmente ansteuern. Sie wurden deutlich dunkler. Meiner Meinung nach dürften die einzelnen Segmente ohne Spannung aber nicht so deutlich zu erkennen sein, deswegen meine Vermutung, dass das Display defekt ist. Ganz defekt scheint es dann aber doch nicht zu sein.

Rein optisch werden die Kontaktstreifen auch gut an die Platine angedrückt. Möglicherweise liegt also doch ein elektrischer Fehler vor. Ich werde weitersuchen.

Herzliche Grüße aus Nienburg

Hans-Dieter Haase

 

 

 

This article was edited 09.Dec.06 15:10 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Henning Oelkers
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09.Dec.06 20:31

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Hallo, Herr Haase,

wenn ich das Foto betrachte, sehe ich einen diagonal verlaufenden dunklen Strich in der linken oberen Ecke. Ist dort evtl das vordere oder hintere Glas gebrochen?

Leider kann man das auf dem Foto nicht genau erkennen. Licht einer Taschenlampe könnte Ihnen helfen, das genau zu beurteilen.

Wenn das Glas gebrochen ist, ist das Display defekt. Denn das Funktionsprinzip beruht im wesentlichen auf der zwischen den Gläsern eingeschlossenen Flüssigkeit. Tritt nun Luft hinzu, oder Flüssigkeit aus, bedeutet dieses das Ende des Displays.

Mit freundlichen Grüßen nach Nienburg,

Henning Oelkers

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10.Dec.06 09:13

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Hallo Herr Oelkers,

ich habe jetzt auch noch den letzten Schritt vollzogen und das Display aus dem Rahmen ausgebaut. Es sind weder vorn noch hinten irgendwelche mechanische Beschädigungen zu erkennen. Der unregelmäßig dunkle Hintergrund scheint mir dann doch darauf hinzudeuten, dass das Display Luft gezogen haben muss.
Bleibt jetzt also nur noch die Suche nach einem Ersatz, denn ohne Anzeige ist das Gerät ziemlich wertlos. Ich kann zwar die Frequenzen blind eingeben und so mit dem Gerät hören, aber befriedigend ist das natürlich nicht.


An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die mir (auch per Mail) versucht haben zu helfen.

Herzliche Grüße
Hans-Dieter Haase

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06.Mar.07 10:48

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Vorab noch ein Hinweis: lt. Schiffhauer, Weltempfänger-Testbuch 1986/87, Siebel Verlag, ist das Innenleben des Satellit 600 identisch mit dem des Satellit 650. Das kann ich zumindest für das Digitalteil bestätigen. Von Herrn Janßen habe ich ein Digitalteil aus dem Satellit 650 erhalten. Es trägt die gleiche Baugruppen-Nummer wie das Digitalteil aus meinem Satellit 600. Beide Baugruppen sehen auch äußerlich komplett identisch aus.

Diese Baugruppe habe ich in meinen defekten Satellit 600 eingebaut. Ergebnis: LCD-Anzeige funktioniert, Empfang nur noch auf UKW und MW, keine Tastatureingaben möglich.

Also habe ich das funktionierende LCD-Display in das alte Digitalteil eingebaut und es damit versucht. Ergebnis: Empfang auf allen Bereichen möglich, Tastatureingaben werden nicht angenommen, Versuch einer Tastatureingabe führt zum Einfrieren der Uhrzeitanzeige.

Die dann erfolgte Fehlersuche war äußerst mühsam. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich das Digitalteil aus- und wieder eingebaut habe. Letztendlich habe ich am Eingang K4 des SAA 6006 ein "1"-Signal von ca +1,2 V gemessen. Ohne Tastenbetätigung muss dort wie auch an den Eingängen K2 und K3 "0"-Signal anliegen. Auch nach Abziehen der Tastatur blieb das Signal erhalten und blockierte somit den SAA 6006. Auf dem Oszilloskop zeigte sich, dass das Signal eine Rechteckschwingung mit zusätzlichen "Austastlücken" war.

Hierzu ein Auszug aus der Funkschau-Beschreibung des Satellit 600:

Das Tastenfeld wird über eine 3 x 8-Matrix dekodiert, deren 8 Eingangsleistungen auch als Treiberleitungen für das LCDisplay (Rechtecksignale an den Oij-Leitungen -siehe LCD-Ansteuerung) arbeiten. Die Matrix-Ausgangsleitungen gehen auf die Eingänge K2, K 3, K 4 des SAA 6006, die bei gedrückter Taste H -Pegel führen und somit die Tastenroutine aktivieren.
Und weiter unten:
Für die Zeit derTastendecodierung kann wegen der doppelt benutzten Oij-Leitungen das LCD nicht angesteuert werden. Um jedoch eine Anzeige zu erhalten, wird das LCD und die Tastendecodierung im Zeitmultiplex angesteuert, was durch >Flimmern< der  Anzeige bei länger gedrückter Taste (Blickwinkel) erkennbar ist.

 

Das an K4 anliegende Rechtecksignal war also möglicherweise ein LCD-Ansteuer-Signal. Die Tastatureingabe hatte ja mit dem defekten LCD-Display funktioniert (wenn auch nur mit Blindeingabe). Also könnte der Fehler mit dem neuen funktionierenden LCD-Display zusammenhängen.

Es wurde nochmals die Leiterbahnführung in dem entsprechenden Bereich untersucht. Zwischen der Kontaktierung für das LCD-Display verlaufen die Leiterbahnen für die Eingänge K2, K3 und K4. Ein Kurzschluss an dieser Stelle, hervorgerufen durch die Silikon-Kontaktstreifen des Displays, kann einen solchen Fehler verursachen.

Versuchsweise wurde die in Frage kommende Leiterbahn mit einem schmalen Streifen Tesafilm isoliert. Der Fehler war behoben. Es zeigte sich aber, dass der Tesafilm-Streifen noch zu dick war und die danebenliegende LCD-Ansteuerbahn vom Silikon-Kontaktstreifen nicht mehr richtig kontaktiert wurde. Eine hinreichend dünne Isolierschicht habe ich dann aus Kunststoff-Isolierspray mit einem feine Pinsel aufgetragen (zur Sicherheit 2x). Man hätte auch versuchen können, den Silikon-Kontaktstreifen etwas seitlich zu verschieben. Da man aber nicht weis, ob nach rechts oder links und der Kontaktstreifen auch festgeklemmt ist zwischen Abdeckrahmen und Lichtleiter, habe ich mich zu dieser Lösung entschlossen. Bei der Verschiebelösung hätte es dann möglicherweise an anderen Stellen Schlüsse gegeben.

Die schlechte Qualität der Bilder bitte ich zu entschuldigen, aber bei max. 40k ist trotz einiger Versuche nicht mehr drin gewesen. Wenn gewünscht, kann ich diese in besserer Qualität als Anlage hochladen.

Nochmals danke an alle, die mir hier im Forum oder per email geholfen haben. Mein besonderer Dank gilt jedoch Herrn Janßen für den Digitalbaustein, Herrn Langfeld für das Abschirmblech und Herrn Bauer für die Vermittlung der Bezugsquelle.

Hans-Dieter Haase

  
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