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grundig: 6016; Wobbelsender: Netztrafo defekt

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Dietmar Rudolph † 6.1.22
Dietmar Rudolph † 6.1.22
 
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29.Sep.09 12:35

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Der Netztrafo eines Grundig/H&B Wobbelsenders 6016 ist offensichtlich defekt. Zum Test wurden alle sekundären Anschlüsse abgelötet und der Trafo über eine 60W Glühlampe an 220V gelegt. Die Lampe leuchtet fast voll. Tatsächlich entsteht noch ein Spannungsfall von ca. 70 V an der Primärwicklung.

Der Spannungsfall von 70V einerseits und das Aufleuchten der Lampe (großer Primärstrom im "Leerlauf") andererseits deuten darauf hin, daß in einer der vielen Wicklungen des Trafos (2 primäre, 6 sekundäre) ein Windungsschluß entstanden ist.

Da technische Daten des Netztrafos offenbar schwierig oder nicht zu bekommen sind, geht die Bitte an die Besitzer eines solchen Gerätes, die Spannungen der Sekundärseite zu messen. Die Farben beziehen sich auf die Isolierschläuche der entsprechenden Sekundärwicklungen.

Bekannt sind die Heizspannungen:

grün - grün: 6,3V und gelb - gelb 6,3V

Gesucht sind folgende Werte:

rosa - rosa: die Anodenspannung

weiß - weiß: Hilfsspannung zur Modulation des Wobbeloszillators in der Amplitude

schwarz - schwarz: Hilfsspannung zur Ansteuerung der magnetischen Wobbeleinrichtung

rot - rot: Hilfsspannung zur Erzeugung einer X-Ablenkung für ein Oszilloskop

Wer ist bereit, diese Messungen durchzuführen? Vielen Dank im Voraus!

MfG DR

 
Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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29.Sep.09 13:22

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Hallo Herr Rudolph,

dieser Grundig-Wobbler ist in meinem Meßgerätebestand vorhanden, die benötigten Spannungen des Netztrafos kann ich vorraussichtlich morgen ausmessen. Daten folgen dann.

Grüße, B. Nagel

Bernhard Nagel
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30.Sep.09 17:47

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Die Kennzeichnung der Trafoanschlüsse ist nicht exakt ausgeführt wie im Plan vermerkt. Eine Wicklung kann an beiden Enden unterschiedliche Farben haben. Unterstüzend wurde beim Ermitteln der Wicklungsenden die Schaltung des Gerätes und ein Ohmmmeter benutzt.

Grundig Wobbelsender 6016 Netztrafo (Unteransicht)

Hier nun die Meßergebnisse, ermittelt am Gerät mit der S/N 1581, Bj. (Datumscodes) 1959. Farben wie im Ausgangspost/Schema. Netzspannung 220 V über Regeltrafo. Leistungsaufnahme knapp 50 Watt.

  • rosa - rosa -->            244 Volt, R= 49,5 Ohm
  • weiß - weiß -->           255 Volt, R= 630 Ohm
  • schwarz - schwarz --> 157 Volt, R= 379 Ohm
  • rot - rot -->                  205 Volt, R= 510 Ohm (ohne R30/31)
  • grün - grün -->             6,6 Volt (Heizung 1)
  • gelb - gelb -->              6,8 Volt (Heizung 2)

Wicklungswiderstand Primärwicklung 1: 15,4 Ohm, Primärwicklung 2 hat 16,8 Ohm (aussenliegend).

Wo das Gerät schon einmal geöffnet war, wurden zusätzlich noch die wichtigsten Gleichspannungen des Netzteils gemessen. Betriebsart: Markenoszillator "ein", 800 Hz intern moduliert.

  • Spannung an C49: 290 Volt
  • Spannung an C50: 281 Volt
  • Spannung an C51: 225 Volt
  • Spannung an C52: 209 Volt

Es gibt leichte Abweichungen der Schaltung meines Exemplars gegenüber dem beim Modell vorhandenen Schaltplänen. Der Siebwiderstand R39 ist von 1 auf 10 kOhm geändert worden, der 800 Hz-Oszillator wurde im Aufbau geändert. Statt einer Einzelinduktivität (L10) mit kapazitivem Mittelpunkt ist ein Schalenkern-Übertrager mit insgesamt 5 Anschlüssen verwendet worden.

Vor längerer Zeit habe ich diesen Wobbelsender repariert. Problematisch sind die im Gerät ursprünglich eingesetzten Papierkondensatoren (bei mir waren die beliebten "schwarzen Wimas" als 250 Volt Typen verbaut). Da sie mit teilweise hohen Wechselspannungen beaufschlagt werden, sollten sie unbedingt gegen entsprechend spannungsfeste Folien-C's (Minimum 630 V DC) ersetzt werden. Bei einem Schluß von C48 kann bei ungünstiger Stellung des rückseitigen Einstellreglers R32 die mit rt-rt bezeichnete Hilfsspannung kurzgeschlossen werden! Das ist bei meinem Exemplar passiert, der Regler wurde dadurch in einer Endstellung beschädigt. Abhilfe ist möglich, indem das andere Ende der Widerstandsbahn angeschlossen wird. Hierzu nach Erneuerung von C48 einen Draht am Poti umlöten.

Bernhard Nagel

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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30.Sep.09 18:12

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Lieber Herr Nagel,

haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre rasche Hilfe. 

Bin nun doch etwas überrascht von den verhältnismäßig hohen Werten der Hilfsspannungen. Es erscheint daher relativ unwahrscheinlich, einen anderweitigen Ersatz zu finden.

Vermutlich wird nur ein Neuwickeln des Trafos übrig bleiben - oder man findet gelegentlich ein Schlachtgerät mit funktionsfähigem Netztrafo.

Dietmar Rudolph

 
  
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