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grundig: NF1; Funktionsweise Mittenlautsprecher

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Klaus Feth
 
 
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18.Sep.14 01:16

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Dieser Verstärker hat zusätzlich zu den 2 Lautsprecherausgängen für Links und Rechts noch einen dritten Ausgang, der im Schaltplan als "Mittenlautsprecher" bezeichnet wird. Nimmt man die ebenfalls dort zu findende englische Bezeichnung "Center Speaker", dann kommt man auf eine völlig falsche Spur, weil dieser Begriff inzwischen bei modernen Surround-Systemen eine ganz andere Bedeutung hat, als es damals bei Grundig vorgesehen war.

Beim NF 1 dient der Mittenlautsprecher-Anschluß dazu, ein Stereo-Lautsprechersystem mit nur einem gemeinsamen Basslautsprecher ( heute Subwoofer ) zu betreiben. Grundig empfiehlt hierzu seine Lautsprechergruppe LS 30. Dazu ist die zusätzliche Sekundärwicklung ( Imp. 3 Ohm ) des rechten Kanals mit der 3-Ohm- Sekundärwicklung des linken Kanals in Reihe geschaltet. Der gemeinsame Basslautsprecher wird dann über einen Tiefpass mit dieser Reihenschaltung und Masse verbunden. Der Tiefpass ist zwingend notwendig, da der Stromfluss durch den Mittenlautsprecher auch bei Ansteuerung nur eines Kanals ein Signal in den Ausgansübertrager des des anderen Kanals induzieren würde, also die Kanaltrennung für die beiden Stereo-Lautsprecher stark verschlechtern würde. Durch den Tiefpass wird dieser Effekt auf den Frequenzbereich beschränkt, der sowieso nur von einem Lautsprecher, nämlich dem gemeinsamen Basslautsprecher übertragen wird. Um einen effektiven Betrieb des gemeinsamen Basslautsprechers zu gewährleisten, ist die Kanaltrennung des NF 1 zu tiefen Frequenzen hin von vornherein eingeschränkt. Dazu werden die beiden Kathoden der linken und rechten Eingangsstufe über R6 und R7 ( je 220 Ohm ) verbunden und dieser Verbindungspunkt über C3  ( 25 uF ) auf Masse gelegt. Die Kapazität von C 3 ist so gewählt, dass Frequenzen unter ca. 100Hz nicht mehr komplett aus dieser Verbindung entfernt werden, so dass hier offensichtlich ein "gewolltes Übersprechen" eintritt. (Dieser Effekt ist mir zufällig bei einer Leistungsmessung an einem NF 1 aufgefallen. Vergrößert man C3 auf mindestens 500uF ist die Kanaltrennung auch unter 100Hz gegeben. Bei Gelegenheit werde ich hier noch entsprechende Messungen nachreichen)

Die Notwendigkeit für die zusätzliche Sekundärwicklung des rechten Kanals ist in der Reihenschaltung begründet. Beide "normalen" Sekundärwicklungen sind ja einseitig auf Masse gelegt, da sie auch jeweils zur Erzeugung der Gegenkopplungsspannung herangezogen werden. Diese zwingende Masseverbindung macht eine Reihenschaltung unmöglich, erst die potentailfreie zusätzliche Sekundärwicklung des rechten Kanals ermöglicht eine Reihenschaltung der Sekundärwicklungen beider Kanäle und somit bei Bedarf einen Ausgang mit einem Summensignal aus beiden Kanälen.

 

Bei Nachfolger, dem NF 10, fehlt diese Mittenlautsprecher-Option. Er hat somit auch 2 identische Ausgangsübertrager und es gibt keine Verbindung zwischen den Kathoden der linken und rechten Eingangsstufe.

  
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