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Holzfurniere bestimmen

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Martin Renz
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20.Feb.05 19:13
 
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Holzfurniere bestimmen
 
Beim Ausbessern von Furnieren auf Radiogehäusen ist es hilfreich, wenn die Holzart des Furnieres bekannt ist. Auch wüsste man gerne, welche mit welcher Holzart das Gehäuse furniert wurde. Die Erkennung ist auch für den Fachmann nicht immer ganz leicht, da sich manche Holzarten nur in winzigen Details unterscheiden.
 
Farbe der Hölzer
Die Farbe des Furnieres ist ein denkbar ungeeignetes Kriterium für die Bestimmung. Zum einen ändern sich die Farben der Hölzer durch Alterung und Lichteinwirkung. Dunkle Hölzer bleichen oft aus, helle Hölzer vergilben oder nehmen auch eine schöne dunkle Farbe an. Zum anderen lassen sich alle Holzarten durch Farbstoffe einfärben (beizen), wovon gerne und häufig Gebrauch gemacht wird.
 
Struktur der Hölzer
Bessere Anhaltspunkte findet man, wenn man die Struktur der Hölzer betrachtet. So ist die Grösse der Poren und ihre Anordnung ein wichtiges Bestimmungsmittel. Die Poren sind die aufgeschnittenen „Röhren”, durch die die Blätter des Baumes ihr Wasser bekommen. Je nach Schnittrichtung sind sie als Löcher oder als nadelförmige Vertiefungen sichtbar. Dabei ist die Grösse der Poren und ihre Anordnung interessant. Bei manchen Holzarten  sind sie so klein, dass sie mit blossem Auge nicht wahrgenommen werden können. Weitere Anhaltspunkte geben typische Muster von Holzverfärbungen bestimmter Zellen des Holzes.
 
Fotos von Furnieren
Im folgenden habe ich ein paar typische Holzarten dargestellt, wie sie bei Radiogehäusen früher häufig zum Einsatz kamen. Die Fotos sind mit einer Auflösung von 150 dpi eingescannt, so dass sie auf einem üblichen Monitor etwa mit 1,5-2 facher Vergrösserung dargestellt werden. Die Farbdarstellung wurde so gewählt, dass sie dem Augenschein eines rohen Furnieres in der Praxis entsprechen. Viele Hölzer ändern ihre Farbe deutlich, sobald sie lackiert werden.
 
 
franz Nussbaum
Französischer Nussbaum / French Walnut
Nussbaum ist sicher eines der am häufigsten für Röhrenradios verwendeten Hölzer. Unregelmässig verstreute kleine Poren sind ein typisches Merkmal. Der französische Nussbaum ist erkennbar an der rötlichen Farbe des rohen Furnieres. Oft sind auch hier nicht erkennbare dunkle, unregelmässig verteilte Streifen im Holz vorhanden
 
 
ami Nussbaum kern
Amerikanischer Nussbaum /American Walnut
Im Gegensatz dazu ein amerikanischer Nussbaum, mit typisch dunkelbrauner Zeichnung.
 
 
ami nuss splint
Amerikanischer Nussbaum-Splint/American Walnut sap-wood
Ebenfalls amerikanischer Nussbaum, aber diesmal vom äusseren Rand des Stammes, dem sogenannten Splint. Sehr viel hellere und schwächere Zeichnung.
 
 

kaukasischer Nussbaum
Kaukasischer Nussbaum/Caucasian Walnut
Sehr lebhafte und plastische Maserung.


euro_kirschbaum
Europäischer Kirschbaum / European Cherry
mit blossem Auge keine Poren sichtbar. Kirschbaum kommt in sehr unterschiedlichen Farben vor und dunkelt in der Regel im Laufe der Jahre sehr schön nach.
 
 
eiche
Eiche / Oak
fällt durch verhältnismässig grosse Poren auf, welche ringförmig, beziehungsweise fladerförmig oder streifig angeordnet sind, abhängig von der Schnittrichtung des Holzes.
 
 
ulme
Ulme (Rüster) / Elm
feine, eng beieinander liegende Poren, schmale Porenstreifen
 
 
esche
Esche / Ash
helles Holz mit grossen Poren in eng beieinaderliegenden Porenstreifen
 
 
ahorn
Ahorn / Maple
sehr helles Holz ohne erkennbare Poren. Birke sieht ähnlich aus, wurde früher aber eher selten verwendet. Wurde bei Musiktruhen gerne für die Auskleidung des Innenraumes des Barfaches benutzt.
 
 
birnbaum
Birnbaum / Pear
ebenfalls keine sichtbaren Poren, lachsfarben. Elsbeere ist sehr ähnlich und wird daher auch gerne „Schweizer Birnbaum” genannt.
 
 

Modehölzer der 60er und 70er Jahre:
 
 
palisander santo
Palisander / Palissandre
wurde in vielfältigen Arten mit unterschiedlicher Zeichnung verwendet.
 

Makassar Ebenholz
Makassar Ebenholz / Ebony
Der Anteil und die Breite der schwarzen Streifen kann stark variieren, bis hin zu fast schwarzem Holz.


teak
Teak
fand seine Verbreitung  mit der Möbelmode aus den  nordischen Ländern Dänemark und Schweden Anfang der 60er Jahre. Das Holz selbst stammt aus dem Asiatischen Raum und wird meist nicht lackiert, sondern mit Teaköl imprägniert. Frisch aufgeschnitten übrigens hässlich grau aussehend, erst nach einigen Tagen bekommt Teak seine schöne Farbe.
 
 
Weitere, vor allem ausländische Furniere können auf dieser Seite eines Schweizer Tischlerkollegen betrachtet werden. Die wenigsten sind aber für Radiogehäuse verwendet worden.

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This article was edited 11.Sep.10 19:57 by Martin Renz .

Konrad Birkner † 12.08.2014
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20.Feb.05 19:37

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Tolle Sache, danke!

Aber weiter ware noch sicher interessant: Makassar und kaukasisch Nussbaum. Beides war große Mode in den 30ern, auch bei Radios. Kataloge geben allerdings gern Edelholz an, was ja einen breiten Spielraum lässt.
Kaukas. Nussbaum ist mein persönlicher Favorit, nicht zuletzt wegen des(natürlich bearbeiteten) warmen "Honig"-Farbtones.

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20.Feb.05 21:08

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Grüße Herr Martin Renz,
Danke soviel für den informativsten Artikel auf dem reizenden Holz, das benutzt wird, um das schöne cabinetry der europäischen (und Welt) herzustellen Radios der Tage vorüber gegangen. Der Gebrauch des natürlichen Holzes und ihre Ende werden mit dem Plastik und den synthetischen Materialien mit einer alarmierenden Rate ersetzt.

Eine sehr informative Diskussion.

Mit freundlichenGrussen,
Robert
  
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