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IBM drahtloses Übersetzungssystem

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Heribert Jung
 
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24.Aug.20 20:20
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Übersetzung aus IBM Archives - Exhibits - IBM special products (vol. 1):
IBM drahtloses Übersetzungssystem

IBM-Gründer Thomas J. Watson hatte ein langjähriges persönliches Interesse an der Lösung von Problemen im Zusammenhang mit der Verwendung mehrerer Sprachen in internationalen Meetings, und er setzte die Ressourcen seines Unternehmens ein, um an der Entwicklung einer Lösung zu arbeiten. Das Endergebnis war das IBM Wireless Translation System (manchmal auch als Simultandolmetschersystem bezeichnet).

Das drahtlose Übersetzungssystem von IBM übertrug über sieben Funkkanäle die simultane Übersetzung der Ausführungen eines Redners in bis zu sieben Sprachen. Die Worte des Redners wurden zunächst auf Kopfhörer von Dolmetschern übertragen, die in Kabinen an den Seiten des Sitzungssaals an Mikrofonen arbeiteten. Während jeder Dolmetscher die Rede hörte, übersetzte er oder sie die Bemerkungen in eine zweite Sprache. Alle Übersetzungen wurden durch die Luft zu einzelnen leichten Funkgeräten übertragen, die mit Kopfhörern und Drehreglern ausgestattet waren, mit denen die Lautstärke geregelt und die gewünschte Sprache ausgewählt werden konnte.

Da die Antenne jedes Empfängers fest in das Umhängeband integriert war, konnten sich die Zuhörer frei im Sitzungssaal bewegen, während sie die Übersetzung in ihrer eigenen Sprache hörten.

Im Rahmen seiner Bemühungen um globale Verständigung und "Weltfrieden durch Welthandel" stellte Thomas Watson diese Geräte bei internationalen Treffen kostenlos zur Verfügung. Zwischen 1947 und 1953 zum Beispiel wurde das drahtlose IBM-Übersetzungssystem bei 258 internationalen Treffen in 120 Städten - von Amsterdam bis Zürich - in 34 Ländern eingesetzt.

Zu den Organisationen, die durch das drahtlose Übersetzungssystem von IBM unterstützt wurden, gehörten das Internationale Olympische Komitee, das Internationale Rote Kreuz und die Vereinten Nationen.

Wikipedia.de:
Dolmetschereinsatz zur Prozessdurchführung

Bedienung der Sprachübertragung
Die Nürnberger Prozesse gelten als Geburtsstunde des modernen Dolmetschens, insbesondere des Simultandolmetschens, denn auch in technischer Hinsicht wurde mit der Durchführung des Verfahrens vor dem Internationalen Militärgerichtshof Neuland betreten. Zum ersten Mal in der Geschichte waren für eine Gerichtsverhandlung Dolmetscher in großem Umfang zugelassen, vor allem weil ihre Arbeit, das Simultandolmetschen, für die Durchführung des Prozesses unabdingbar war. Das bis zu diesem Zeitpunkt übliche Konsekutivdolmetschen hätte den Prozess für alle Beteiligten in unzumutbarer Weise verlängert.

Die Firma IBM stellte für die Prozesse kostenlos eine spezielle Simultandolmetschanlage, die damals Speech Translator genannt wurde, zur Verfügung. Es handelte sich um eine verglaste, nach oben offene Kabine für je drei Dolmetscher. Die Dolmetscher konnten dem jeweiligen Redner über verschiedenfarbige Lampen „langsamer sprechen“, „deutlicher sprechen“.  „Passage wiederholen“ und „Rede unterbrechen“ signalisieren.

Für die vier Arbeitssprachen gab es je drei Dolmetscher-Teams mit jeweils zwölf Dolmetschern. Sie dolmetschten ohne Unterbrechung während der gesamten Prozessdauer, sowohl für das Gericht als auch für Angeklagte, Ankläger, Verteidiger und Zeugen.

This article was edited 24.Aug.20 20:52 by Heribert Jung .

  
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