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Info zu Fa Evertz aus Funktechnik 1948 Heft 14

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Dieter Sternal
 
 
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04.Feb.19 16:36
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Sehr geehrte Radio- und Sammlerfreunde,

beim nostalgischen Ducrchblättern des Funktechnik-Jahresbandes  (Flohmarktfund) aus 1948 , Heft 14 fiel mir eine 2-seitige Photo-Reportage auf über die Herstellung von Schwingquarzen. aber ohne Firmennennung. Nur ein Herr Evertz und der Ort Stockdorf wurde im Text erwähnt , was mich auch an R&S erinnerte und habe damit gegoogelt und kam direkt auf diese Forumseite.

Evtl mögen sich auch noch andere daran erfreuen, daher gerne als Anhang hier anbei.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Sternal

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Georg Richter
Georg Richter
Editor
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05.Feb.19 00:20
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Sehr geehrter Herr Sternal,

im gleichen Heft inseriert Heinz Evertz als eigenständige Firma:

Inwieweit Heinz Evertz (Hausnummer 3) zu Quarzkeramik Stockdorf (Hausnummer 23) mutierte müsste durch Altvordere oder im Archiv von Gauting ermittelt werden.

Text auf der linken Seite (mit Bildnummern in Klammern):

Brasilianische Naturquarze (1) zerlegt eine mit hoher Tourenzahl rotierende diamantbesetzte Trennscheibe (2). Die herausgesägten Platten werden unter Verwendung von Carborundum (3) auf genau vorausberechnete Dicken planparallel geschliffen. Beim Feinschliff (4) geht es um Toleranzen von 1/1ooo mm und weniger. Letzte Korrekturen (5) und schließlich die Endprüfung mittels Vergleichsnormalien (6) müssen laufend durchgeführt werden. Verdrahtung (7) von Universal - Empfänger - Eichprüfern, Steuerstufen und Normalfrequenzgeräten, in die man die fertigen Quarze einbaut. Einen schwingenden Quarzstab für 1000 Hz zeigt Abb. 8; deutlich sind die Bewegungsamplituden durch die Unschärfen in der Mitte und an den Enden des Stabes zu erkennen. Kristalle werden in einem Quarzsender (9) eingebaut und damit ein Rundfunkempfänger (10) geprüft und geeicht. Die Fabrik stellt auch viele Zubehörteile selbst her, so in der Stanzerei Universalkupplungen (11) und mit einer Tiefziehpresse (12) verschiedene andere Gegenstände. Aufn.: H. Grimm, München

Rechte Seite:

Um die deutschen Betriebe, die sich mit der Bearbeitung von Quarzen für  physikalische Zwecke beschäftigen, zu nennen, braucht man kaum bis drei zählen zu können. Der Grund dafür wird sofort klar, wenn man sich einen derartigen Betrieb mal ansieht. Er steht und fällt mit der Leistung des einzelnen, dessen Arbeit so spezialisiert ist, daß nur ausgesuchte Leute mit ganz besonderen Befähigungen zu brauchen sind. Sie müssen in jedem Fall erst angelernt werden, denn die wichtigsten Arbeiten und die Maschinen, die dafür eingesetzt werden, kommen so bei andern Fabrikationszweigen kaum vor. "Ich schaue mir vor allem die Hände der Leute, die sich bei mir bewerben, genau an", sagt Herr Evertz, als wir uns in seinem Betrieb in Stockdorf vor München danach erkundigen. „Und dann muß ich überzeugt sein, daß der Mann sich konzentrieren kann. Es gibt nicht viele Leute, die dazu fähig sind. Um ihnen ihre Arbeit zu erleichtern, erlaube ich ihnen, Erholungspausen einzuschalten. Das brauchen sie." Was ein solcher Betrieb, und sei es in Serien, herausbringt, wird immer den Stempel des Individuellen tragen. Schon bei der Vorbereitung der Kristalle für die Verarbeitung zeigt sich das. Die jahrelange Erfahrung des Inhabers der Firma ist dabei nicht zu entbehren. Aus seinem Lager von brasilianischen Quarzen wählt er die geeignetsten aus. Sie werden nach optischen Methoden auf Reinheit untersucht, die günstigsten Schnitte festgelegt — dabei ist mehr Gefühl im Spiel als rechnender Verstand. So etwas läßt sich kaum lernen. Und dann geht's zu den groben Schlagmaschinen, zu diamantenbesetzten Trennsägen, zu Schleifscheiben, auf denen die Kristall in oft wochenlanger Arbeit mit immer höherer Genauigkeit auf die vorausberechneten Maße plangeschliffen werden. Nach der Bearbeitung wird der Kristall künstlich gealtert und mit einem Silberbelag bespritzt, der bei 600 bis 700 ° aufgebrannt wird. Fertig. — Wirklich fertig? Nein, jetzt folgt erst der Einbau in Halterungen, ins vorbestimmte Gerät — die anschließenden Prüfungen machen nicht selten wieder Abweichungen vom Sollwert offenbar. Der Quarz muß aufs neue ausgebaut, nachgeschliffen, wieder eingebaut und gemessen werden — ein harter Kampf um Tausendstel eines Millimeters. Die fertigen Stücke repräsentieren aber auch friedensmäßige Qualität — zu friedensmäßig kalkulierten Preisen. Die Firma liefert lose Quarze und solche in Spezialhalterungen, Steuerquarze für alle Sender, Filterquarze für die Empfangstechnik und Quarze für Ultraschall. Von 1000 Hz bis 10 MHz reicht das Fabrikationsprogramm. Für Institute oder Versuchsanstalten werden oft Quarze verlangt, die kalkulatorisch eigentlich nicht hergestellt werden könnten. Man stellt sie trotzdem her. Daneben baut die Firma komplette Geräte. Da gibt es die Universal-Empfänger-Eichprüfer für Fabrikation und Reparatur: Statt eines zentralen Meßsenders bekommt nun jeder Arbeitsplatz sein eigenes Prüfgerät. Es verzichtet bewußt auf kontinuierlich veränderbare Frequenz und liefert dafür absolut sicher festliegende Eichpunkte, das Gerät wird sehr klein (0,7 !!), einfach, robust und billig. Da gibt es den raffiniert ausgeklügelten „Tonfärber". Da gibt es große Quarzmeßsender für alle Zwecke. — Wenn eine Reihe von neuen Ideen, die „anstehen", heute noch nicht realisiert worden sind, so nur deshalb, weil die Rechtslage in Deutschland den Schutz dieser Ideen nicht gewährleistet.    -er

Beste Grüsse,

GR

This article was edited 05.Feb.19 00:24 by Georg Richter .

  
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