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Kennlinie einer Liebenröhre

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » VALVES/TUBES / SEMICONDUCTORS in RADIOMUSEUM » Kennlinie einer Liebenröhre
           
Patric Sokoll
 
 
D  Articles: 3
Schem.:
Pict.: 20
02.Jan.15 07:55
 
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Vorwort:

Dieser Bericht dokumentiert die Aufnahme einer Kennlinie einer originalen Liebenröhre mit der Seriennummer "SS990". Zu beachten ist, das aufgrund der Konstruktiven Probleme der Liebenröhre (u.a. Temperaturempfindlichkeit und Qualität der Quecksilberfüllung) diese Erbebnisse nicht direkt auf andere Liebenröhren übertragen werden können. Unterstützt wurde ich von einem befreundeten Röhrensammler.

Wo beginnen:

Das erste Problem war gleichzeitig auch das größte Problem - Es gibt praktisch kein Datenblatt der Liebenröhren bzw. Betriebswerte, nur ungefähre Eckpunkte. Wir waren daher gezwungen, die Werte experimentell zu ermitteln.

Das anheizen der Röhre:

Auf dem Kolben der Liebenröhre ist die nötige Heizspannung eingeätzt, Sie beträgt 28 Volt. Wir haben die Heizspannung langsam hochgeregelt und die Liebenröhre ca. 30 Minuten "vorgeheizt" bevor wir die Anodenspannung angelegt haben. Kurz vor dem erreichen der optimalen Fadentemperatur setzte auch das Entladungsleuchten ein. 
Es haben sich hierbei folgende Werte eingestellt:
  • Heizspannung: 28 Volt
  • Heizstrom: 2,31 Ampere
  • Raumtemperatur: 22 °C
  • Temperatur des Kolbens auf der Höhe der Heizung: 80,3 °C
  • Temperatur des Kolbens auf der Höhe der Anode: 38,1 °C

Das Anheizen der Röhre: Heizspannung 10 Volt

 
Das Anheizen der Röhre: Heizspannung 20 Volt
 
 
Das Anheizen der Röhre: Optimale Heizspannung 28 Volt, das Entladungsleuchten hat bei ca. 26 Volt eingesetzt
 
 
Das Anheizen der Röhre: Optimale Heizspannung 28 Volt, das Entladungsleuchten hat bei ca. 26 Volt eingesetzt
 
Die Anodenspannung, der Lastwiderstand sowie der Gitterwiderstand:
Als Lastwiderstand im Anodenkreis haben wir uns für 10 kOhm entschieden, die Anodenspannung wurde von 150 - 250 Volt variiert. Schwieriger war die Wahl des Gitterwiderstands, wir probierten mehrere Werte im Bereich von 4,7 - 50 kOhm, die besten Ergebnisse haben wir mit 5,6 kOhm erreicht.
 
 
Die Liebenröhre im statischen Betrieb: Ua = 250 Volt, Lastwiderstand = 10 kOhm, Gitterwiderstand = 5,6 kOhm, Gitterspannung = +20 Volt
 
Die Kennlinie der Liebenröhre:
Die Röhre funktioniert im statischen Betrieb, jetzt wollten wir eine Kennlinie aufnehmen. Das Problem dabei ist, das die Liebenröhre sehr empfindlich auf die Änderung der Umgebungstemperatur reagiert und auch die Qualität der Quecksilberfüllung spielt hier eine Rolle. In so fern ist die aufgenommene Kennlinie praktisch nur für diese eine Röhre zu verwenden. 
Werte für die Aufnahme der Kennlinie:
  • Raumtemperatur: 22 °C
  • Anodenspannung: 250 Volt
  • Lastwiderstand Anodenkreis: 10 kOhm
  • Gitterwiderstand: 5,6 kOhm
  • Gitterspannung: -2 bis +32 Volt
 
Die Kennlinie der Liebenröhre
 
Die Modulation der Gitterspannung:
Als letztes wurde die Gitterspannung moduliert, wir haben über einen 1µF Kondensator einen Sinus mit 1 Vss auf das Gitter gelegt, mit einer Vorspannung von +25 Volt. Als Frequenzen haben wir 100 Hz, 1 kHz und 10 kHz genutzt.
  • 100 Hz: Verstärkungsfaktor ca. 30
  • 1 kHz: Verstärkungsfaktor ca. 22
  • 10 kHz: Verstärkungsfaktor ca. 14
 
Die Modulation der Liebenröhre mit einem Sinus 1 Vss mit 100 Hz, Verstärkungsfaktor ca. 30
 
 
Die Modulation der Liebenröhre mit einem Sinus 1 Vss mit 1 kHz, Verstärkungsfaktor ca. 22
 
Die Modulation der Liebenröhre mit einem Sinus 1 Vss mit 10 kHz, Verstärkungsfaktor ca. 14
 
  
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