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Kleine Elkos reparieren

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Steffen Thies
 
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15.Aug.20 22:19
 
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Elkos sind in Anbetracht der Notwendigkeit, die darin enthaltene Flüssigkeit für Jahrzehnte zu versiegeln, erstaunlich selten defekt. Mittlerweile wird das jedoch häufiger, und ähnlich aussehende Exemplare im Fundus sind mitunter nicht besser. Deshalb habe ich nun den ersten Kleinelko "runderneuert". Das erwies sich einfacher als gedacht.

Zerlegen:
Es ist glücklicherweise nicht nötig, den Bördel zu öffnen. Zuerst faßt man den Pluspol mit einer Zange und zieht in heraus. Der nach innen führende Draht reißt ohne große Kraft ab. Dann kann man mit einem Schraubenzieher durch das Loch greifen und die Dichtung heraushebeln. In meinem Fall war das spröde aussehende Gummi perfekt elastisch und flutschte einfach unter dem Rand heraus.
Jetzt kann das Innenleben ausgebohrt werden. Keine Sorge, das ist keine Matscherei mit unbekannter Chemie, denn wenn die Kapazität schon stark nachgelassen hat, ist kaum eine Spur von Flüssigkeit mehr vorhanden. Wichtig ist, erst einmal eine oder zwei Bohrungen bis ganz nach unten zu machen, ohne das geschlossene Ende zu verletzen. Dann prokelt man mit größeren Bohrern, evtl. von Hand weiter. Der Wickel löst sich irgendwann und dreht sich lästigerweise mit. Dann machen sich die Vorbohrungen zum Festhalten bezahlt.
Den Quetschverschluß am Minusdraht wollte ich erhalten, indem ich den Draht bündig feilte und möglichst mittig durchbohrte. Der Bohrer fing sich aber und brach. Also: Quetschstelle bis auf einen sichtbaren Rest abfeilen und passend zum Draht bohren. Wenn ich wie hier ein altes Bauteil verlängern muß, nutze ich die Gelegenheit und verwende Draht mit dem ursprünglichen Durchmesser.

Zusammenbau:
Zum Zusammenbau scheidet Verguß aus. Gummi ist originalgetreuer und hat den Vorzug, daß man es durch den Bördel drücken kann. Ideal ist Moosgummi, denn es ist viel weicher als massives, und ein dicker Pfropfen drückt auf den Ersatzelko, hält ihn fest und hat dadurch keine Neigung, nach innen zu rutschen.

Den Pfropf stanzt man mit einem Locheisen aus. Für den Draht sticht man einfach einen Pfriem durch. Alles hineinschieben, fertig. Kein Aushärten, nichts...

  
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