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Koppelkondensatoren

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Forum » Technique, Repair, Restoration, Home construction ** » Checks before putting on power » Koppelkondensatoren
           
Georg Kainzmeier
 
 
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20.May.03 18:56

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Nun mal abgesehen von den, wie ich denke, üblichen Vorsichtsmaßnahmen an der Stromversorgung habe ich die (leidvolle) Erfahrung gemacht daß es ausgesprochen nützlich sein kann, auch vor allem den Koppelkondensator zur Endröhre einer genauen Prüfung zu unterziehen. Ich nehme an es liegt an Feuchtigkeit, aber diese in der Regel papierisolierten Kondensatoren neigen im Alter zu beträchtlichen Leckströmen, welche ohnehin schon altersschwache Endröhren binnen Minutenfrist ins Nirvana befördern können (Hat mir vor Jahren mal eine CL4 gekostet). Messe daher diese immer erst mal per Ohmmeter durch und kontrolliere auch im Betrieb zusätzlich ob die Gitterspannung an der Endröhre auch tatsächlich 0V beträgt - habe festgestellt es ist selten der Fall. Überhaupt würde mich interessieren wie andere an die Sache herangehen - oder wieviel Vorsicht braucht die Technik? Ich verwende oft mehr Zeit um mögliche Fehler "trocken" zu suchen als für die eigentliche Reparatur - wenn eine solche überhaupt notwendig ist.

Grüße, Georg Kainzmeier

 

 

M

Gerald Gauert
 
 
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20.May.03 19:48

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Hallo Georg,

ich beginne bei der Restauration nach der gründlichen Reinigung mit einer Sichtkontrolle. Ist bei einem Kondensator die Vergussmasse rissig oder schon angeschmolzen, dann wird der Inhalt erneuert und wieder vergossen. Das Kochen der wachsgetränkten Kondensatoren in Paraffin zum Entfeuchten habe schon einmal ausprobiert, es war schöne Sauerei und führte nicht zum Erfolg. Beim ersten Betrieb des Radios achte ich auf Verzerrungen der Endstufe und überprüfe gegebenenfalls die Gitterspannung mittels Röhrenvoltmeter. Für Geräte, die ich nur dann und wann eimal einschalte, ist dies ausreichend. Eine Endröhre ist mir dabei noch nicht "verglüht". 

Gerald 

This article was edited 20.May.03 19:49 by Gerald Gauert .

Olaf Toenne
 
 
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20.May.03 21:47

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Hallo Georg,

bei jedem Neuerwerb folgt bei mir nach der Sichtkontrolle immer ein Schema: Zuerst den Koppelkondensator zur Endröhre erneuern, auch wenn er noch "in Ordnung" erscheint, danach die Netzteilelkos, und dann die Schirmgitter und Entkoppel C's. Das ist schon obligatorisch geworden, denn hier liegen meistens die hauptsächlichen Fehler. Danach sanftes hochfahren mittels Regeltrenntrafo und Messung an Gitter 1 der Endröhre. So vermeide ich "rote Anodenbacken" und event. Ausfall der wertvollen Endröhre.

Gruß Olaf Toenne

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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21.May.03 09:22

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Papierkondensatoren wechsele ich grundsätzlich komplett aus, auch wenn sie im Moment noch als gut erscheinen, und ganz gleich, an welcher Stelle der Schaltung sie sich befinden, - sie sind tickende Zeitbomben. Wenn ein Gerät nach jahrzehntelangem Stillstand nun wieder öfter in Betrieb ist, können diese Kondensatoren zu jeder beliebigen Zeit leck werden.

Glimmerkondensatoren belasse ich in der Schaltung, die Gefahr des Durchschlagens ist äußerst gering. Allerdings kam es schon vor, dass Teile der Belagflächen ihren Kontakt an der Nietverbindung verloren hatten, mit der Folge von Kapazitätsverlust. Dies kann zu qualvollen Fehlersuchen führen, besonders, wenn dieser Kondensator frequenzbestimmend ist, z. B. als ZF-Filter- Schwingkreiskondensator.

Auch Keramikkondensatoren belasse ich in der Schaltung. Ein allmähliches Leckwerden wie bei Papierkondensatoren gibt es hier nicht. In eher seltenen Fällen schlagen sie jedoch voll durch, z. B. als Schirmgitterkondensator.

Keramikkondensatoren mit offenem und daher oxidiertem Silberbelag werden sehr wahrscheinlich Kapazitätsverlust haben, oft zu beobachten bei Trimmern.

Niedervolt- Elkos tausche ich unbesehen aus, da neue billig und genügend vorhanden sind.

Hochvolt- Elkos lasen sich erstaunlich oft regenerieren. Meine Regenerier- Schaltung besteht aus einer Diode 1N4007 und einer ca. 6 W / 230 V Glühlampe. Der - Pol des Prüflings wird mit Netz- N verbunden, der +Pol über Diode und Glühlampe kommt an Netz- L. An der Dauer und Helligkeit des Leuchtens der Glühlampe kann man schon zu Beginn in etwa das Verhalten des Kondensators abschätzen. Leuchtet die Lampe nach ½ Stunde immer noch gleich hell, ist dies ein Fall für den Sondermüll.

Wenn nach einem Regenerierlauf über Nacht am Kondensator etwa die Netzspannung * 1,41 als Gleichspannung anstehen (ca. 320 V), war die Regenerierung erfolgreich. Nach der Entladung ist dann noch die Kapazität zu messen.

This article was edited 06.Dec.03 21:55 by Jacob Roschy .

  
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