radiomuseum.org

 
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.

korting: S4244WK; Honoris 38

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Mark Hippenstiel Bernhard Nagel Otmar Jung Heribert Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » korting: S4244WK; Honoris 38
           
Stefan Hammermayer
Stefan Hammermayer
 
D  Articles: 184
Schem.: 22
Pict.: 144
17.Jan.15 10:16

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Guten Morgen,

bei ebay konnte ich einen honoris 38 MIT Kurzwelle ersteigern Typ S4244WK. Frage dazu: Hat dieses Modell eine Anzeige, welcher Wellenbereich eingestellt ist? Am Drehknopf ist nichts, aber die Skala ist dreifarbig. Ich kenne es von einem ähnlichen Modell bei einem Freund, dass an der Skala nur immer der gerade eingestellte Bereich leuchtet. Es ist bei meinem ebay-Gerät nicht erkennbar, dass es so sein könnte. Allerdings ist an dem Radio auch schon viel repariert und Einiges verändert worden. Könnte bitte evtl. jemand, der dieses Radio hat, etwas dazu sagen? Der Wellenschalter hat drei Rastpunkte, LW/MW/KW, der Plattenspielereingang scheint gemäss Schaltbild immer aktiv zu sein; allein das ist schon seltsam. Es wäre mir ungewöhnlich, dass es bei Körting keinerlei Anzeige gibt, welcher Wellenbereich gerade eingeschaltet ist.

Danke und Gruss

Stefan Hammermayer

Andreas Peukert
Andreas Peukert
Editor
D  Articles: 309
Schem.: 1
Pict.: 73
17.Jan.15 23:59

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2

Hallo Herr Hammermeyer,

ich hatte auch dieses Körting-Radio. Es ist mir auch ein Rätsel mit der Bandumschaltung. Die Skala leuchtet nur komplett. Vom Wellenschalter sieht man auch keine Anzeigemöglichkeit. Noch nicht mal der Knopf hatte irgendwelche Markierungen - nichts. Dieses Gerät ist im wahrsten Sinne des Wortes etwas selten. Mein Gerät dient als Ersatzteilträger. Sämtliche Bandfilter waren dort defekt. Es waren die Parallelkondensatoren (Glimmer) die ihn lahm legten. Jemand hatte wohl in früheren Jahren versucht, die Bandfilter nachzustimmen, ohne die Kondensatoren zu ersetzen. Die Besonderheit ist an diesem Gerät, die 2 Gewindekerne müssen von oben verstellt werden. Also hat der obere Gewindekern ein ovales Loch durch das man die dünne Klinge eines Abgleichbesteckes durchführen muß. Für oben muss es ein spezielles Abgleichinstrument gegeben haben. Bei meinem Radio wurde mit dem Schraubenzieher regelrecht rumgeprokelt. Sämtliche Kerne auch die vom Oszillator und der Vorstufe wurden zerstört. Schade um das Gerät. Falls Sie nun für Ihr Gerät irgendetwas benötigen schreiben Sie ruhig (außer den Lautsprecher, der wurde in meinem Körting Saxonia verbaut). Ich helfe gerne. Auch habe ich noch das schöne, dunkel polierte Gehäuse - falls Ihres nicht so gut sein sollte. Bevor ich das entsorge würde ich es gegen die Erstattung der Portokosten gerne weiter geben.  Falls Ihr Gerät also nicht spielen sollte und der NF-Bereich i. O. ist, dann prüfen Sie die 4 ZF-Kondensatoren. Falls Ihr Radio empfängt, auch wenn es nicht, wie am ersten Tag klappt, kann ich Ihnen nur empfehlen an den Kreisen nichts weiter zu verstellen versuchen.

Herzliche Sammlergrüße

Andreas Peukert  

Stefan Hammermayer
Stefan Hammermayer
 
D  Articles: 184
Schem.: 22
Pict.: 144
18.Jan.15 08:50

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3

Guten Morgen Herr Peukert,

ich habe dieses Radio bei ebay auch nur deswegen geschnappt, weil es das Modell mit zusätzlicher Kurzwelle ist (der *normale* hat ja nur LW/MW). Und weil ich annahm, es könnte so wie der Körting eines Freundes, ebenfalls diese Farbumschaltung der Skala haben, die mich irgendwie fastiniert hatte, als ich sie vor gut 30 Jahren zum ersten Mal gesehen habe. Diesbezüglich gibt es ja einen anderen Beitrag von mir weiter unten, wo ich ein aus einem VHS-Videofilm von damals extrahiertes Einzelbild-Foto dieses Radios eingestellt hatte mit der Bitte um Hilfe, was das ist.

So kam ich ja dem Körting auf die Spur und begann, bei ebay zu suchen.

Pech gehabt, der honoris hat das mit der Farbumschaltung wohl definitiv nicht.

Momentan bin ich noch am analysieren und studieren. Laut ebay-Beschreibung sollte er schon einmal restauriert und "teilfunktionstüchtig" sein, näher erklärt, Betrieb als Verstärker für Schallplatten ok, Radioteil macht nur Pfeifgeräusche. Verkäufer war wohl ein ebay-Agent.

Erster Blick in die Technik: Ein wilder Mix aus Original- und Reparaturteilen, also war da schon mal jemand heftig dran. Aber alle Bandfilter unversehrt und noch die Original-Hersteller-Siegelbanderolen drauf. Ein vorsichtiger Versuch mit parallelgeschalteter 100 Watt Glühbirne ergab tatsächlich zuerst nur Pfeifen, aber ansonsten keine groben Fehler oder Kurzschlüsse.

Weitere Experimente haben dann aber gezeigt, dass das mit dem Pfeifen wohl weniger am Radio liegt als vielmehr an den heutigen Wohn-Umständen. Abschirmender Stahlbeton-Wohnblock verhindert Senderempfang, stattdessen empfängt man nur noch den Störnebel und Elektrosmog zahlloser Energiesparlampen und anderem schlecht entstörten Billig-Elektroschrott in der näheren Umgebung. Wenn ein einwandfreies Vergleichsradio auf denselben Frequenzen identische Pfeifgeräusche von sich gibt, liegt es wohl nicht an dem zu testenden Gerät.

Die Zeiten meiner Kindheit, als ich mit meinem als 14jähriger vom Trödler für DM 19.- weggeschleppten Grundig 4010 stolz mit einem aus dem Fenster baumelnden Drahtende Hunderte von Sendern herausfischen und mit Stecknadel auf einer Weltkarte markieren konnte, sind wohl unwiederbringlich vorbei. Traurig, aber es ist so.

Trotzige Umwege, also über Pattenspielereingang irgendwas einspeisen, dass irgendwie doch noch vernünftige Töne aus demLautsprecher kommen, können doch keine befriedigende Lösung sein?

Womit mir fast der Spass an der Sache vergeht, denn wenn wozu macht man sich die Mühe mit so einem Gerät, wenn es hinterher nichts weiter ist als ein klobiger Holzkasten, der nutzlos herumsteht und einstaubt? Wäre interessant, mal über so ein Thema eine Diskussion zu eröffnen. Wofür repariert und sammelt man Radios, wenn hinterher nichts damit anzufangen ist und sie mangels empfangbarer Sender stumm sind und bleiben???

Mit weiteren Empfangsexperimenten mit dem honoris werde ich wohl warten müssen, bis ich den ganz oben erwähnten ebenfalls radioaktiven Jugendfreund in Oberfranken besuchen kann, in seinem Fachwerkhaus-Altbau wird sich herausstellen, was der Körting kann. Die original werksversiegelten Bandfilter werde ich aber vorerst lieber nicht anrühren. Danke für Ihren wertvollen diesbezüglichen Hinweis!

Viele Güsse

Stefan Hammermayer

 

This article was edited 18.Jan.15 08:58 by Stefan Hammermayer .

Andreas Peukert
Andreas Peukert
Editor
D  Articles: 309
Schem.: 1
Pict.: 73
18.Jan.15 13:18

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4

Hallo Herr Hammermayer,

vielen Dank für die ausführlichen Schilderungen. Ja, das Thema mit der unterschiedlich beleuchteten Skala kann man wohl vergessen. Es gab in dieser Zeit 1938 von dieser Ausführung noch ein hochwertigeres Gerät, den Bandselektor. Dort war diese von uns diskutierte Umschaltung vorhanden. Ich hatte das Gerät damals. Leider wollte es seinerzeit unbedingt ein Bekannter und ich hatte seinem Wunsch nachgegeben. Als ich dann dieses Gerät sah, dachte ich ebenfalls an die besagten Luxusdetails. Mir kommt das so vor, als ob unser Körtin Honoris so eine abgespeckte Version war.

Falls Ihr Gerät wirklich diese Störungen über die Antenne aufnimmt, können Sie sich ja etwas freuen. Es ist ja dann Empfang vorhanden. Bleibt halt bloß noch die Frage offen, ob das Gerät richtig abstimmt, oder ob die Störungen breitbandig empfangen werden. Also evtl. der Oszillator ausgefallen ist. Aber das Ausprobieren des Gerätes bei einem Bekannten finde ich schon richtig. Dann werden Sie ja sehen.

Im Übrigen noch zu Ihrer Frage nach dem Sinn des Sammelns. Ich habe mir diese Frage auch oft gestellt. Ich habe durchaus sehr teure Großsuper von Körting, SABA, Nora usw. Viele dieser Geräte wurden gereinigt und stehen so, wie sie jetzt sind im Regal. Das sind - finde ich - Sammlerobjekte. Jeder von uns weiß ja, wie solch ein Radio spielt. Es können durchaus auch Geräte in einer Sammlung stehen, die nicht spielbereit sind.

 Dann gibt es Geräte, von denen mußte ich die Gehäuse restaurieren. Meistens sind die Chassis rostig. Hier lege ich dann Hand an. Ein Sammlerkollege aus einem Nachbarforum hat mir 2 Rostchassis mit Glasperlen gesandstrahlt. Die Chassis sind hervorragend geworden. Ich versiegele die Chassis mit Leinöl. Hier wird in dem Zuge auch die Technik wieder spielklar gestellt. Meine Devise hierzu ist: Sammeln auf alle Fälle, auch wenn die Geräte nicht mehr so "befeuert" werden wie früher. Interessant ist halt, dass auf den frei gewordenen Frequenzen ein Fernempfang möglich wird. Klar, die Störer müssen natürlich ermittelt und für die Zeit des Hörens abgeschaltet werden. Lasse Sie sich durch die Skalenbeleuchtung bitte nicht die Freude an dem Gerät verderben. Und wenn Sie doch im HF-Teil angekommen sind, stellen Sie ruhig Ihre Frage. Ich bin sicher, wir können Ihne da weiter helfen. Und - wie gesagt - wenn Sie Ersatzteile für das Gerät benötigen, der Ersatzteilträger steht bereit. Außerdem kann ich Sie noch auf unser Thema Heimsenderlein verweisen. Diese Geräte besitzen viele heute in Sammlerkreisen. Also, das Thema Radiosammeln wird uns weiterhin begleiten.

Viele Grüße

Andreas Peukert

Andreas Peukert
Andreas Peukert
Editor
D  Articles: 309
Schem.: 1
Pict.: 73
19.Jan.15 04:46

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5

Hallo wertes Forum,

ein aufmerksames Mitglied, Herr Detlef Boeder, hat mich darauf hingewiesen, dass das von mir genannte Körting-Radio Modell nicht stimmend ist. Es handelt sich natürlich nicht um den Bandselektor. Dieses Gerät war ein Hochformat aus dem Jahre 1935. Nein, das uns interessierende Gerät ist der Supra-Selektor 38. Ich bitte diesen Irrtum zu entschuldigen.

Viele Grüße

Andreas Peukert

Stefan Hammermayer
Stefan Hammermayer
 
D  Articles: 184
Schem.: 22
Pict.: 144
01.Feb.15 18:56

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6

Guten Abend, liebe Radiofreunde.

Darf ich bitte schon wieder eine lästige Frage stellen? Der Körting honoris 38 mit Kurzwelle, S 4244WK hat ja, wie mir auch bestätigt wurde, werksseitig weder am Wellenbereichsschalter noch an der Skala irgendwelche Markierungen oder sonstige Hilfen, anhand derer man erkennen könnte, welcher Wellenbereich gerade eingestellt ist.

Dies wird mir nun im Lauf der Reparatur immer mehr zum Hindernis. Noch ist das Gerät überwiegend stumm, aber in die Antennenbuchse ein Prüfsignal einspeisen um damit zu arbeiten ohne zu wissen, welcher Wellenbereich gerade eingestellt ist fast so sinnvoll wie der Gedanke, zufällig im Lotto zu gewinnen.

Der Wellenschalter hat drei Rastpositionen. Ich möchte sie der Einfachheit halber mal 09:00 Uhr, 12:00 Uhr und 15:00 Uhr nennen, als wäre der Drehknopf ein Uhrzeiger auf einem Zifferblatt.

Könnte mir bitte irgendjemand, der dieses Radio auch besitzt, die dazugehörigen Wellenbereiche zuordnen?

Das wäre mir eine grosse Hilfe, um Reparaturerfolge nicht nur zufällig nach ewigem herumprobieren in der wissenstechnischen Finsternis zu haben...

Danke im Voraus

Stefan Hammermayer

Stefan Hammermayer
Stefan Hammermayer
 
D  Articles: 184
Schem.: 22
Pict.: 144
05.Feb.15 22:21

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7

Guten Abend,

nach diversen Messungen und sonstigen Experimenten scheint es so zu sein:

Links (09:00 Uhr-Position): KW

Mitte (12:00 Uhr): LW

Rechts (15:00 Uhr): MW

Leider habe ich im Stahlbetonhaus mit geerdetem Blechdach direkt über mir keinen Senderempfang. Ob meine Messungen und Theorien stimmen werde ich wohl erst wissen, wenn ich das Radio mal zu einem Freund in Thüringen mitnehme, im uralten Fachwerkhaus ist es sicher anders als in dem Stahlbetonbunker, in dem ich wohne.

Kleiner Nebengedanke am frühen Morgen: Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass ich im aktuellen Beitrag den Wohnort des ebenfalls radioaktiven Jugendfreundes (mittlerweile ist er auch schon 54)  mit Fachwerkhaus Thüringen zuordne, in einem Beitrag weiter oben Oberfranken. Wie das? Nun, es stimmt Beides.  Die Gegend südlich von Hildburghausen ist politisch zu Thüringen gehörig. Die Menschen dort aber sprechen Coburger Dialekt und nennen sich Oberfranken. Als vor 27 Jahren nach Oberbayern ausgewanderter Bamberger Oberfranke konnte ich das einwandfrei erkennen.

This article was edited 06.Feb.15 06:47 by Stefan Hammermayer .

  
rmXorg