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lorenz: Modell 37; Lorenz-Fernseh-Heimempfänger

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Dietmar Rudolph
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16.Jan.11 12:31

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KURZNACHRICHTEN (Lorenz-Berichte 9/1937 Nr. 3, S. 116 – 117; 120 – 121)

 

LORENZ-Fernsehempfänger 1937.


Die C. Lorenz Aktiengesellschaft hat ihr Entwicklungsprogramm auf dem Fernsehgebiet im Jahre 1937 in enger Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost dem letzten Stand der Fernsehtechnik angepaßt. Sämtliche Lorenz-Fernseh-Empfangsgeräte sind für den Empfang von Bildern mit der neuen, stark erhöhten Zeilenzahl und dem Zeilensprungverfahren eingerichtet, entsprechend den Normen, die die Deutsche Reichspost demnächst auch für die regelmäßigen Fernseh-Progrommsendungen einzuführen gedenkt.

 

Lorenz-Fernseh-Heimempfänger.



Der neue Lorenz-Fernseh-Heimempfänger des Baujahres 1937 liefert Fernsehbilder von 18,5x22 cm Größe. Seine äußeren Abmessungen halten sich, wie bei dem bewährten Modell des Vorjahres, ungefähr in den Maßen eines Rundfunkempfängers. Unter Beibehaltung der praktischen Bauweise des Vorjahres in einem einheitlichen Chassis wurde dieser erprobte Apparat jetzt für den Empfang von Bildern höherer Zeilenzahl nach dem Zeilensprungverfahren weiter entwickelt. Außerdem ist dieser Heimempfänger Modell 37, mit einer neuen, im Laboratorium der C. Lorenz Aktiengesellschaft entwickelten Kathodenstrahlröhre ausgerüstet, die die Güte feingerasterter Fernsehbilder voll zur Geltung bringt und die durch Flimmerfreiheit der Zeilensprungabtastung zugelassene hohe Bildhelligkeit weitgehend auszunutzen gestattet.


 



 

Lorenz-KathodenstrahI-Fernsehröhren.


Bei sämtlichen Lorenz-Fernsehempfängern finden im Verstärkerteil und Ablenkgerät nur normale Rundfunkröhren Verwendung. Jedoch wurde für jede der drei Fernsehempfänger Typen eine dem speziellen Verwendungszweck bestens angepaßte Lorenz-Kathodenstrahl-Fernsehröhre entwickelt. Diese Röhren sind alle aus Hartglas hergestellt. Dadurch wird nicht nur die Implosionsgefahr praktisch völlig ausgeschlossen, sondern auch eine besonders zweckmäßige Formgebung der Röhrenkolben ermöglicht. Die Röhre für den Heimempfängers die einen Kolbendurchmesser von 30 cm hat, erhielt einen nur ganz schwach gewölbten Kolbenboden, so daß das Bild bis in die Ecken auf einer fast ebenen Fläche erscheint. Die Leuchtschirme der beiden für Fernseh-Projektion benutzten Röhren sind sogar auf einem völlig planen Glasboden aufgebracht. Für den Bau der elektronenoptischen Systeme wurde zur Erhaltung des genauen Abstandes der einzelnen Teile weitgehend von genau bearbeiteten Keramik-Paßstücken Gebrauch gemacht und auf diese Weise bei einfacher Montage hohe Genauigkeit gewährleistet. Um den Röhren eine recht kurze Baulänge, die wiederum der Verkleinerung der Empfänger zugute kommt, zu geben, wird am Sockelende zur Durchführung der Zuleitungen kein Quetschfuß benutzt, sondern eine für Kathodenstrahlröhren neuartige Ringeinschmelzung verwendet.


 
Mein Dank gilt Herrn Eckhard Kull für die Bereitstellung der Kopie des Lorenz-Berichtes.
 
MfG DR

This article was edited 16.Jan.11 12:48 by Dietmar Rudolph .

Dietmar Rudolph
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Ausschnitt aus: „Möller, R.; Schubert, G.: 10 Jahre Fernsehtechnik, Hausmitteilungen der Fernseh A.G. 1939, Bd.1, H.4, S. 117“
 
Das Jahr 1937 bringt hinsichtlich der neu festzulegenden Fernsehübertragungsnorm die endgültige Klärung. Der Herr Reichspostminister verkündet wenige Wochen vor der Funkausstellung des Jahres 1937, am 15. Juni, die Einführung des 441 Zeilenbildes nach dem Zeilensprungverfahren. Die Bildauflösung beträgt etwa 230000 Bildpunkte, das zur Übertragung erforderliche Frequenzband mindestens 2 MHz. Damit hat der Kampf um die bessere Bildauflösung und das flimmerfreie Bild vorläufig seinen Abschluß gefunden. Die Hauptschwierigkeiten, die einer weiteren Verfeinerung der Bilder entgegenstehen, liegen heute beim Sender und beim Kabel.
Trotzdem kann man sagen, daß die Verbesserungsmöglichkeiten innerhalb der heute gegebenen Norm in jeder Hinsicht noch so groß sind, daß dieselbe für lange Jahre vollständig ausreichend sein dürfte. Entspricht doch eine Bildauflösung in 230000 Bildpunkten bereits bei sonst fehlerfreier Übertragung der Qualität einer Heimkinoprojektion.
Die Funkausstellung 1937 steht bereits ganz im Zeichen der neuen Norm.

MfG DR

  
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