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Magisches Auge ohne Anzeigeänderung

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Eilert Menke
 
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15.May.03 22:01

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Hier ein kleines Rätsel an Alle: Während meiner jungen Reparaturpraxis von etwa 70 Geräten sind mir bereits sechs Rundfunkempfänger unangenehm aufgefallen, deren Magische Augen (vorzugsweise EM4, EM11, UM11) zwar leuchteten, aber nicht reagierten. Ich habe die gesamte Regelspannungserzeugung u.s.w. untersucht, die verantwortlichen Röhren verdächtigt, sowie eine Unmenge Bauelemente in diesem Bereich überprüft - ein Erfolg wollte sich einfach nicht einstellen. Irgendwann sind mir dann die zwei hochohmigen Widerstände an der Fassung der Anzeigeröhre ins Auge gefallen: Kein bestimmungsgemäßer Wert, kein Durchgang, nichts! Nach Austausch derselbigen funktionierten die Anzeigen jeweils tadellos! Wie eingangs erwähnt hatte ich bislang bei sechs Geräten - unabhängig voneinander - das gleiche Problem! Andere bauart- und wertegleiche Widerstände in diesen Geräten gaben nie Anlaß zu Beanstandungen. Es waren immer nur die R's an den Magischen Augen, die zu Isolatoren wurden. Wer hat dafür eine Erklärung? Liegt es vielleicht an der geringen Strombelastung dieser Widerstände?

This article was edited 15.May.03 22:05 by Eilert Menke .

Stefan Löbrich
 
 
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16.May.03 15:04

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Zitat: Abhilfe:Röhre Regenerieren und etwas stärkeren Wiederstand verwenden!

Wie kann man ein magisches Auge regenerieren?
Oder waren Röhren zur Regelspannungserzeugung gemeint?
Sorry, wegen der Frage, aber ich bin Neuling...

Gruß Stefan

This article was edited 16.May.03 15:05 by Stefan Löbrich .

Gerald Gauert
 
 
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16.May.03 20:30

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Hallo Stefan,

eigentlich kann man fast jede Röhre regenerieren, indem die Emissionsfähigkeit der Kathode erhöht wird, so auch magische Augen. Die Regenerierungsmethoden für unterschiedliche Röhren sind sehr gut im Buch "Radios von Gestern" von Ernst Erb beschrieben und ich hatte damit auch gute Erfolge. Bei magischen Augen kommt allerdings noch die Ermüdung der Leuchtschicht hinzu, ist diese schon sehr weit fortgeschritten, hilft nur noch eine Erhöhung der Anodenspannung durch eine Spannungsverdoppler-Schaltung.

Gruß Gerald

Olaf Toenne
 
 
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17.May.03 00:33

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Hallo,

ich kann das Problem von Herrn Menke nur bestätigen...bei manchen Empfängern (vorzugsweise mit EM4 bestückt)...habe ich mir in der Beschaltung rund um die Ansteuerung den wortwörtlichen "Wolf" gesucht, und bin doch als Fehlerursache auf die genannten meist 1Megaohm grossen Widerstände an der Fassung montiert, geraten.

Warum sie hochohmig werden kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen, doch fiel mir auf, das häufig an dieser Stelle sog. Kohleschichtwiderstände verwendet wurden, die sehr oft eine frühzeitige Tendenz zur Werteveränderung zeigen (Temperatur).

Und zum Thema des Regenerierens von Magischen Augen kann ich auf die Seite "http://www.jogis-roehrenbude.de/" verweisen.

Unter dem Suchbegriff "Magische Augen" wird dort eine sehr einfach zu bauende, nur aus 2 Dioden und 2 Kondensatoren bestehende Spannungsverdopplerschaltung gezeigt, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe!

Gruß Olaf

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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17.May.03 12:21

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"Liegt es vielleicht an der geringen Strombelastung dieser Widerstände?"

---> zum Glück nicht, denn dann wären mit der Zeit zumindest alle Gitterableitwiderstände unbrauchbar geworden, noch schlimmer : bei den meist jahrzehntelang stillgelegten Geräten müsste man dann alle Widerstände erneuern - und bei neuen Widerständen müsste man ein Haltbarkeitsdatum angeben, wie lange sie ohne Strom gelagert werden dürfen.

Ein gehäufter Ausfall gerade der Magische Augen- Arbeitswiderstände habe ich bisher nicht erlebt, das muss dann eher ein seltener Zufall sein, wie 6 Richtige im Lotto, nur negativ. War es vielleicht eine bestimmte Bauart / Fabrikat ?

An Überlastung kann es auch nicht liegen, selbst wenn diese 1 MegOhm Widerstände voll an 300 V liegen würden, wäre nach P = U² / R die Leistung gerade mal 0,09 W.

Da bei "erblindeten" Magischen Augen mit Regenerieren wenig zu machen ist, kann man aus diesen nur noch etwas herauskitzeln, wenn man deren Leuchtschirm an höhere Spannung legt. Dabei muss man sich darüber im Klaren sein, dass mit höherer Spannung der Verschleiß noch beschleunigt wird.

Hierzu wählt man zunächst solche erhöhten Spannungen, die im Gerät schon vorhanden sind. Diese sind vor der Siebkette an der Katode der Gleichrichterröhre oder am + Pol des Gleichrichters zu finden. Bei Siebdrosseln oder -Widerständen sind es bis 40 V, wird zur Siebung die Feldspule des Lautsprechers verwendet, sind es sogar 60 ... 100 V mehr als die normale Anodenspannung !

Nur wenn dies nicht möglich ist, kann man die Verdopplerschaltung nach: "http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Mag_Augen/Regener/Regener.htm" anwenden, obwohl auch dort nichts regeneriert wird, im Gegenteil.

Die Schaltung lässt sich verbessern, indem man Kondensator C2 auf 2 ... 10 µF erhöht. Die Siebung wird dadurch besser, wodurch unscharfe oder flimmernde Leuchtkanten vermieden werden. Es kann ein Elko verwendet werden, auf die Spannung ist stets zu achten, z. B. 450V- Typ wählen.

Durch Auswahl des Wertes von C1 (soll kein Elko sein, Mindestspannung 630 V, besser 1kV ! ) kann man die Höhe der Ausgangsspannung verändern und somit die Helligkeit. Diese sollte so gering wie möglich gewählt werden. Man kann mit kleineren Werten beginnen und verschiedene Kondensatoren beliebig parallel schalten, z. B. 0,15 + 0,1 µF.

This article was edited 22.May.03 08:45 by Jacob Roschy .

Thomas Butterstein
 
 
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19.May.03 08:39

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Hallo,

auch ich hatte das Problem schon mal. Bei meinem Radio war jedoch nicht der Gittervorwiderstand defekt (1MOhm) sondern der Anodenwiderstand des Triodensystems (100kOhm). Die Bauform des Widerstands (kein Schichtwiderstand sondern ein Massewiderstand) scheint wohl etwas anfällig darauf zu sein, mit der Zeit stark zu altern. Das Gerät war längere Zeit nicht in Betrieb. Massewiderstände bestehen aus einer verpressten Widerstandsmasse, die in Harz vergossen ist und über Druck mit den Anschlussdrähten kontaktiert ist. Im Audiobereich sagt man ihnen hohes Rauschen und Gleichrichteffekte nach, die daher rühren, dass die einzelnen Partikel der Widerstandsmasse spannungsabhängig einen besseren oder schlechteren Kontakt zueinander haben. Auch die Anschlussdrähte sind ein Problem. Sie werden von der Harzmasse an die Widerstandsmasse gedrückt. Zum einen werden sie während des Einlötens thermisch belastet (manchmal auch während des Betriebs am Röhrensockel) und das bedingt, dass sie sich durch thermische Ausdehnung im "Gehäuse" ein klein wenig hin und her bewegen. Das kann dazu führen, dass der Draht irgendwannkeinen Kontakt mehr zum Widerstandskörper hat. Der Widerstand ist dann hochohmig, ohne dass man ihm äußerlich etwas ansehen würde. Oder aber es kommt durch Haarrisse im Gehäuse dazu, dass die Kontaktfläche des Anschlussdrahtes oxidiert, was ebenfalls den Totalausfall des Widerstands bewirkt. Daher tausche ich solche Widerstände immer gleich aus, wenn ich sie sehe. Nachdem ich den Widerstand ersetzt hatte funktionierte das Auge wieder tadellos.

Regenerieren ist sicher eine gute Möglichkeit, um alte Röhren wieder zum Leben zu erwecken. Bei Magischen Augen ist jedoch meistens noch der Leuchtschirm das Problem, der sich nicht regenerieren lässt. Methoden wie die Erhöhung der Anodenspannung helfen zwar, sind aber doch eher eine kurzfristige Hilfe, denn damit beschleunigtt man auch gleichzeitig den Verschleiss. Besser also die Röhre durch eine bessere ersetzen.

Viele Grüsse Thomas

Stefan Löbrich
 
 
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19.May.03 08:15

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7 ... für die vielen Tipps und Kniffe!
Ich stehe nämlich gerade vor dem Problem, dass ich zwei Geräte habe, bei denen die Anzeigen sehr schwach sind.
Sicherlich wäre ein Austausch der Röhren das Beste, aber bei den Preisen, da muss man schon nach Alternativen Ausschau halten.
Also nochmals Vielen Dank!

This article was edited 19.May.03 08:16 by Stefan Löbrich .

Bernd Längerich
 
 
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28.May.03 03:04

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 ich habe festgestellt, daß schwache magische Augen/Bänder/Fächer sich durch öftere Benutzung teilweise selbst regenerieren. So ist mir mehrfach aufgefallen, daß Geräte, die ich nach der Instandsetzung öfter in Betrieb habe nach einiger Zeit wieder ablesbar sind, während die Augen bei der Überprüfung selbst fast tot waren.

Bernd
Eilert Menke
 
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15.Jun.03 01:58

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9 Diesbezüglich erinnere ich mich an eine Vorlesung zum Thema Bauelemente während meines (lange zurückliegenden) Elektrotechnik-Studiums: Kohlewiderstände (sowohl Masse- als auch Schichtwiderstände) neigen laut Aussage unseres damaligen Dozenten angeblich unter höherem, langeinwirkenden Spannungseinfluß bei gleichzeitig infinitisimal geringem Stromfluß zur Hochohmigkeit (Die wissenschaftliche Erklärung dafür ist er uns leider auch schuldig geblieben; sehr unwissenschaftlich, hi). Somit war meine Anmerkung eingangs bezüglich der geringen Strombelastung durchaus ernst gemeint. Die Frage war nur, wieso dieser Fehler immer nur beim Magischen Auge auftritt. Eine entgültige Antwort darauf läßt sich wohl nicht finden...
Jacob Roschy
Jacob Roschy
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15.Jun.03 10:51

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Die Wertänderungen der berüchtigten Kohlemassewiderstände, auch als (Hunde-) Knochenwiderstände (dog bone resistors) bekannt, sind auch für mich eine unliebsame Erfahrung. Dabei ist die Änderung offensichtlich vom Grundwert abhängig. Ein 1k- Widerstand wurde mit 0,8k gemessen, einer mit 2k hatte 1,77k. Nominell 30k- Widerstände lagen zwischen 33...39 k, Soll- 250k war auf Ist- 305...366k, Soll- 1M war Ist- 1,3...2M.

Rein unwissenschaftlich stelle ich mir vor, dass diese Kohlemassewiderstände aus einen Gemisch aus Kohlenstoff und einem Isolator hergestellt wurden. Je höher der Wert, um so größer ist der Anteil an Isoliermasse. Bei hochohmigen Widerständen werden wohl mit der Zeit immer mehr Kohlenstoffteile durch die Isoliermasse getrennt, - sie scheinen "auszutrocknen" - wodurch sich der Wert erhöht, erstaunlicherweise ist dieser Trend bei niederen Werten umgekehrt.

Eine Abhängigkeit von der früheren Belastung ist nicht zu erkennen. Es betrifft sowohl die 30...40k- Widerstände, die als Schirmgitter- oder Oszillator-Anodenwiderstände schon etwas warm wurden, wie auch die vielen 1M- Werte, die als Gitterableitwiderstände fast nichts oder als Magische Augen- Arbeitswiderstände nur sehr wenig zu tun hatten.

Die Änderung zum Wert Unendlich konnte ich hierbei nie feststellen, während aus 1M schon öfters mal um 2M werden konnten.

Martin Steyer
Martin Steyer
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15.Jun.03 11:16

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Hallo,

in der Tat ist Spannungserhöhung wohl die einzige, aber auch problematische Methode, die Leuchtkraft zu erhöhen. Beim FUNKE W19 (bzw. entsprechende Modelle) kann man die Anoden-und G2-Spannungen durch Umstecken erhöhen und vorab prüfen, welche Wirkung sich ergibt.

Bei einigen Röhren ergibt ein mehrstündiger Testbetrieb mit erhöhten Spannungen durchaus ein helleres Leuchten, auch länger anhaltend.

Beachten sollte man, daß bei Spannungserhöhung sich die Leuchtwinkel ändern und daß die Alterung deutlich schneller zunimmt. Aus diesem Grund sehe ich davon ab, permanent auf höhere Spannung umzustellen.

Gruß,

Martin Steyer

Richard Sauder
 
 
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13.Sep.03 16:07

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Hallo allerseits, obwohl ich seit Jahren nichts mehr mit alten Geräten zu tun hatte, ist mir das Widerstandsproblem noch in Erinnerung. Tatsache ist, dass gerade bei wirklich alten Geräten die Massewiderstände zum Einsatz kamen mit den erwähnten Werteveränderungen. Bei etwas neueren Radios waren Schichtwiderstände eingesetzt, welche über Metallkappen "verdrahtet" waren. Diese Kapepn hatten teilweise Kontaktprobleme, sodass die Widerstände sehr hochohmig wurden. Bei geringem Stromfluss konnte sich der Wert rasch erhöhen, während ein etwas höherer Strom zu einem "verbacken" der Kontaktstelle führte. Waren also die Geräte oft im Betrieb, so trat der Fehler verhältnismässig selten auf. Bei längerem Betriebs-Unterbruch konnte der Fehler leichter auftreten. Auch war dann der Wert so hoch, dass keine Funktion der Schaltung mehr gegeben war und durch den damit resultierenden, geringen Strom das Problem verstärkt wurde. Dies betrifft vornehmlich magische Augen, weil dort relativ hochohmige ARBEITSWIDERSTÄNDE verwendet werden. Sie bestimmen den Arbeitspunkt (unter anderem) der Röhre. Wird ein Gitterableitwiderstand hochohmiger (3 MOhm statt 1 MOhm), läuft die Schaltung praktisch unverändert. Bei neueren Geräten mit Röhren der 80- Serie tritt dieser Fehler nicht auf, obwohl z.B. der Arbeitswidferstand der NF-Röhre (ECL 86 / EABC 80) mit 220 kOhm auch recht hochohmig und somit eigentlich anfällig ist. Aber eben, es waren schon neuere Widerstände, die das Problem nicht mehr zeigten

 

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