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Markkleeberger und die Anfänge des Radios

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Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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19.Apr.20 15:10

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In der Leipziger Volkszeitung erschien am 14.02.2020  eine interessante Veröffentlichung zur Rundfunkgeschichte (mit freundlicher Genehmigung der LVZ ).

Am 10. Februar 2020 fand im "Weißen Haus" auf der Raschwitzer Straße 13 in Markkleeberg diese interessante Veranstaltung statt: 

Ing.Wolfgang Höfer, Jahrgang 1954, ( hier ein Foto von Hagen Pfau) Sammler und Radiohistoriker

Leider ist die Kopie des Zeitungsausschnittes in diesem Format nicht besser lesbar. Deshalb hier eine Abschrift des hochinteressanten Artikels von Bernd Mühling mit einigen Fotos ergänzt.

Markleeberg. Am Ende seines Vortrages im Weißen Haus (Foto: Bernd Mühling) über den Beginn des Rundfunks in Deutschland und insbesondere in Leipzig im Jahr 1924 brandete dem Markkleeberger Wolfgang Höfer der Beifall von knapp 50 Hörern entgegen.

Der Ort für die Veranstaltung war klug gewählt, denn der Bauherr der Villa im Agra- Park , Paul Herfurth, war gemeinsam mit seinem Bruder Edgar der erste und einzigste Großaktionär der in jenem Jahr ins Leben gerufenen Mitteldeutschen Rundfunk Aktiengesellschaft (MIRAG).

Foto Christoph Kaufmann: Fotoatelier Hermann Walter. Leipzig 1918–1935

Foto aus dem Jahre 1925

 Meßamt Leipzig, Alte Waage , erstes Studio des MIRAG 

Pauls Enkel Dietrich Herfurth ließ aus der Ferne mitteilen, daß mit dem Thema Rundfunk auch ein Stück regionaler Familiengeschichte beleuchtet werde. Beide Herfuth- Brüder waren seit Ende des 19. Jahrhunderts Eigentümer der "Leipziger Neuesten Nachrichten", aus ihrem Verlag wurde nach und nach ein großer Player im Mitteldeutschen Raum. 1924 stand dann die Geburt eines neuen Mediums auf der Tagesordnung, daß seinen künftigen Nutzern unter der Werbebotschaft "das Wunder aus der Luft"offeriert wurde. Dem wollten sich die Verleger nicht verschließen, sie investierten mit einer Beteiligung in Höhe von 80000 Goldmark nach Kräften in das Projekt.

Im Laufe des anderthalbstündigem Vortages von Sammler Höfer wurde im "Weißen Haus" ein Rundfunk- Sender errichtet, wie er damals ausgesehen haben mag. Die Besucher des Abends erfuhren, daß sich Sendetechnik und Radiogeräte auf Bedienbarkeit und Klang rasant fortentwickelt haben. Auch, daß es im benachbarten Zwenkau eine Firma namens Gustav Arndt gab, die bereits in den 1920ern begann, Detektorgeräte herzustellen.

Aufsteckdetektor von Gustav Arndt, Zwenkau ( Foto Wolfgang Eckardt )

Die erste und zahllose weitere Sendungen aus dem Äther des Rundfunkstudios, das im Haus der Alten Waage am Leipziger Markt eingerichtet war, begann mit der Kennung des Senders Leipzig  der MIRAG ab seinem Start am 2.März 1924; "Hallo , Hallo.... Hier ist Leipzig. Hier ist der Leipziger Meßamtsender, wir senden auf Welle 450 ... Danach folgten Programmansagen, Nachrichten und Musik.

Foto: Hagen Pfau 

Wenn sich in der ersten Zeit die Eigentümer des Leipziger Senders mit zunächst schmalen Einnahmen aus den von der Reichspost erhobenen Empfangsgeühren zufriedenstellen mussten, so entwickelte sich die wirtschaftliche Situation schnell besser, denn es entstand die Rundfunkwerbung.

Foto: Sendeanlage auf dem Gelände der Techn. Messe Leipzig 1926, Fotograf; unbekannt, gemeinfrei

Alles wurde live aus dem beengten Studio vorgetragen und - gespielt. Dieses Fluidum brachten Wolfgang Höfers Nichten und eine Neffe ( siehe Foto im Artkel oben) aus der Markkleeberger Musikerfamilie Dreßler als Trio "Julica " dem Publikum am Ende eines spannenden Abends musikalisch nahe.

Abschließend noch einige Exponate aus der Sammlung von Wolfgang Höfer :

Bild 1-3 Detektoren vermutlich Eigenbau Mitte 20iger Jahre

Aerola Typ E10

die letzten vier Fotos; Wolfgang Höfer - vielen Dank -

 

Wolfgang Höfer ist seit 20.März 2020 auch Mitglied in unserem Radiomuseum. 

This article was edited 19.Apr.20 15:18 by Wolfgang Lill .

  
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