radiomuseum.org

 
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.

mende: 205GW; Chassis-Unteransicht

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Mark Hippenstiel Bernhard Nagel Otmar Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » mende: 205GW; Chassis-Unteransicht
           
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Editor
D  Articles: 583
Schem.: 158
Pict.: 451
19.Jan.05 17:10

Count of Thanks: 8
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Liebe Sammlergemeinde,

auf einem Trödelmarkt fand ich vor einiger Zeit einen Mende 205GW. Weil mir aus diesem Zeitraum noch ein Allstromgerät fehlte und es von außen recht passabel aussah, nahm ich es für 22,- € mit.
Eine erste Untersuchung zeigte eine moderne PVC-Netzzuleitung ohne Stecker und mit Aufklebern versehene Röhren, die den Emissionszustand angaben. Die Abgleichpunkte des Spulensatzes waren mit Frequenzangaben per Filzstift versehen. Der jahrzehnte alte Dreck im Gerät war noch vorhanden.

Erst ein Blick unter das Chassis zeigte die wahre Katastrophe. Alle Blöcke waren gegen moderne Raster-C's ausgewechselt worden. Netzsieb-C und Netzantennen-C fehlten. Hier war also ein Fachmann am Werk, der nur die Funktion im Blick hatte, denn nur dafür wird bezahlt und nicht für's Saubermachen.

siehe Bild Chassis vorher



Jetzt stellt sich die Frage: soll man es so lassen oder soll man in ein solches Allerweltsgerät mehr Arbeit hineinstecken? Mir sind auch alle Argumente bekannt: von so lassen bis hin zu einseitig abhängen und neuen daneben löten, was hier natürlich nicht möglich war und auch nicht meine Philosophie ist. Fachgerechte Reparaturen während der Lebensdauer des Gerätes mit in dieser Zeit gängigen Bauelementen sind meiner Meinung nach zuzulassen, aber keine mit Bauelementen, die mindestens 50 Jahre jünger sind.

Also suchte ich aus der Schrottkiste einen Kondensator als Vorbild, der sich relativ einfach nachmachen lies  (NSF-Logo) und der in die 30'er Jahre passte. Ob Mende 1938 Kondensatoren von NSF in dieser Bauform verwendet hat weis ich natürlich nicht. Mit diesem Vorbild baute ich 13 neue "alte" Kondensatoren und zwei neue "alte" Elkos im damaligen Siemens-Look.

Das Ergebnis siehe Bild Chassis nachher.



Um Detais besser erkennen zu können, zeige ich jeweils nur einen Ausschnitt.

Es waren natürlich noch weitere Arbeiten erforderlich wie Skalenhintergrund neu spritzen, zerrissene Abschirmfolie im Gehäusebpoden ersetzen, vermurkste Skalenseilreparatur korrigieren, Reinigungsarbeiten, Mende-Logo und Zierstrich am Gehäuse ausbessern usw. und natürlich neuer Abgleich. Auch hier zeigte sich, dass vermutlich vorher ein Fachmann am Werk war, da der Abgleich ziemlich korrekt war.

Und jetzt kommt mein eigentliches Anliegen:
Wir sollten wann immer möglich auch originale Innenansichten in das RM einstellen. Das hilft bei der Restauration. Ich habe das bis jetzt auch nicht konsequent gemacht aber seit diesem Gerät habe ich mir vorgenommen, auch immer das Chassis von unten zu fotografieren.

Gruß Hans-Dieter Haase

Mario Tieke
Mario Tieke
Editor
D  Articles: 185
Schem.: 45
Pict.: 58
19.Jan.05 18:35

Count of Thanks: 8
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Hallo
Als Bild 3 Kondensatoren, die Mende 1939/40 im Mende 240W verwendet hat. Der mittelste Kondensator ist von NSF mit umgebördelte Pappe ohne Vergußmasse. Der von Mende ist in einer Keramikhülse und eine Art Hartwachs vergossen. Große Abweichung von 1938/39 dürfte es nicht geben. Der unterste in dieser Bauform ist mir schon im Siemens 25WLK (1933/34) begegnet.     


 

Gruß Mario
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Editor
D  Articles: 583
Schem.: 158
Pict.: 451
20.Jan.05 10:56

Count of Thanks: 8
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Tieke,

Danke für die Antwort. Diese Bauformen kenne ich natürlich auch. Die schwarze NSF-Bauform, die ich gewählt habe, ließ sich eben besser nachbauen. Mir ging es nur um eine zeitgemäße Optik. Eine absolute Gewissheit, was Mende in diesem Gerät verbaut hat, kann es nicht geben, da je nach Verfügbarkeit auch unterschiedliche Typen zum Einsatz kamen.

Gruß Hans-Dieter Haase
Marc Goeritz
Marc Goeritz
Editor
D  Articles: 192
Schem.: 20
Pict.: 74
21.Jan.05 12:28

Count of Thanks: 3
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo Herr Hase
Ich habe eine Frage zu ihren "selbsgemachten" Kondensatoren. In Becherelkos moderne Elkos zu implantieren ist kein Problem. Aber der Versuch Papierkondensatoren nachzubauen ist bisher daran gescheitert, daß ich nur eckige Kondensatoren im Rastermas bekomme. Deshalb wollte ich fragen, woher Sie Kondensatoren in zylindrischer Bauform bekommen.
Grüße
Marc Goeritz
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Editor
D  Articles: 583
Schem.: 158
Pict.: 451
21.Jan.05 15:54

Count of Thanks: 6
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo Herr Goeritz,

manchmal passen auch die Raster-C's wenn sie klein genug sind in die ausgeschmolzenen Röhrchen. Die ganz modernen sind ja recht klein. Falls keine Röhrchen vorhanden oder beim Ausschmelzen kaputt gegangen, kann man aus PVC-Rohren zur Kabelverlegung entsprechend lange Stücke schneiden. Diese Rohre gibt es in verschiedenen Durchmessern. Die graue Farbe schadet nicht, weil man sie ohnehin mit der Beschriftungsfolie umklebt.
Axiale Kondensatoren werden manchmal bei der Firma Pollin als Restposten angeboten. Es sind aber immer nur wenige Werte dabei und auch sehr schnell vergriffen.

Gruß Hans-Dieter Haase

PS: Pollin ist unter www.pollin.de zu erreichen. Weiteres zu diesem Thema unter http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=23650

This article was edited 25.Jan.05 08:41 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

  
rmXorg