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minerva: Reparaturbericht 386U

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Uwe Müller
Uwe Müller
 
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31.Jan.09 19:30

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Minerva 386U –Reparaturbericht-

Dem Beitrag vorangestellt sei ein ganz herzlicher Dank an Herrn Dieter Groetzer, seine netten und fachkompetenten Hinweise unterstützten die Wiederherstellung wesentlich!

Hier einige sachdienliche Hinweise zur Reparatur des Siebenkreis-Supers Minerva 386U:

Das Gerät ist recht aufwendig gebaut und weist eine Besonderheit im Heizkreis auf, das sogenannte Verzögerungsrelais. Aufgabe dieses Relais ist, die Skalenlämpchen erst dann zuzuschalten, wenn die Endröhre geheizt ist und Strom zieht um die Lämpchen zu schonen.
Aus diesem Grund liegt die Arbeitsspule des Relais in der Kathodenleitung der CL 4. Sie ersetzt damit den Kathodenwiderstand und ist für die Erzeugung der negativen Gittervorspannung notwendig. Sollte ein Ersatz nötig werden, ist es deshalb wichtig, auf folgende Daten der Relaisspule zu achten: 6V=/ca. 170 Ohm Spulenwiderstand.
Damit stellt sich dann im Betrieb eine neg. Gittervorspannung von –8,5V und ein Katodenstrom von ca. 38mA an der CL 4 ein.
Die Relaisspulen sind recht empfindlich und mit sehr dünnem Draht bewickelt. Wird das Gerät nach langer Standzeit von unkundiger Hand eingeschaltet und der 100MF Kathoden-Elko ist noch dazu defekt, hat man hundertprozentig oben genannte Reparatur-Arbeit vor sich.

Wenn dabei auch noch die Anodendrossel mit ins Unglück gerissen wird, kann sie durch einen Widerstand 500Ohm/5W ersetzt werden. Dann sollten auch die Werte von Sieb-und Ladeelko von 32 MF auf 50 (47) MF erhöht werden. Überhaupt ist in Zeiten von schlecht entstörten asiatischen Netzteilen und Dimmern der Entbrummung mehr Aufmerksamkeit zu widmen und die Entstör-Kondensatoren Netz/Geräte-Masse und Anode/Kathode CY 1 besser durch hochwertige Typen zu ersetzen als wegzulassen!
Die übrigen Arbeiten erstrecken sich auf das sorgfältige Ersetzen der üblichen Kondensatoren, ausnahmslos Rollblocks bis auf einen Trocken-Elko am Ende der + Speiseleitung.

Gegenüber dem Schaltbild habe ich einige Unterschiede zum Original-Gerät festgestellt:
-Elko im Gegenkopplungskreis (Sekundärkreis Ausgangstrafo) 4MF statt wie angegeben 1,5MF,
-Kopplungswiderstand 20KOhm am G1 der CL 4 fehlte (besser Nachrüsten zur Vermeidung von
Schwingungen)
-Koppelkondensator auf G1 der EBC 3 8nF statt wie angegeben 10nF (höhere Werte übertragen
tiefere Töne besser, Klangfarbe kann aber u. U. zu `dunkel ` wirken)

Hat man alle vorangestellten Arbeiten soweit erledigt, kann man sich auf den Moment des Einschaltens freuen: nach ca. 30 Sekunden schaltet das Relais die Skalenbeleuchtung zu (der Empfang setzt eher ein). Man sollte sich nicht wundern: für jeden Bereich außer KW gibt es eine empfindlichere `Fern` -Stellung (Skalenlampe leuchtet hell) und eine etwas unempfindlichere `Local`-Stellung (Skalenlampe leuchtet etwas dunkler, da über 30Ohm Vorwiderstand) sowie eine hochwirksame Bandbreitenschaltung, die auch noch je zwei Spulen zusätzlich in den ZF-Filtern schaltet.

Zum Ersatz des schwer beschaffbaren Eisenwasserstoff-Widerstandes C12 eignet sich am ehesten der Eisenurdox EU IX, hier sei noch mal auf den ausführlichen Beitrag von Herrn Andreas Steinmetz zum Thema Heizkreisregelröhren verwiesen.

Ansonsten erfreut das Gerät mit sehr gutem Klang, guter Trennschärfe sowie hohem Bedienkomfort. –Der verdiente Lohn einer sorgfältigen Reparatur!-

Anbei die Daten des Ersatz-Relais sowie Anmerkungen zum Schaltbild.

Freundliche Sammlergrüsse und viel Freude beim Reparieren!
wünscht Uwe Müller

PS.: Übrigens ließ sich mein Gerät ganz üblich nach `Hinten`demontieren... ohne die Bakelitmaske zu entfernen.

 

 

 


 

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