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MK484 und Detektor-Empfänger; Basteln mit MK484

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Ernst Erb
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07.Jun.04 21:39

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Für eine Bastelei im Klassenzimmer wurde ich einmal nach einem guten Vorschlag gefragt. Vor mehr als 10 Jahren hatte ich einen Detektor-Empfänger so gebaut, dass man drei verschiedene Arten von Empfänger betreiben konnte: Detektorempfänger, Diodenempfänger und Empfänger mit dem IC (mit drei Anschlüssen) MK484. Dieses weist drei Kondensator-gekoppelte breitbandige HF-Stufen auf plus einen Dioden-Detektor. Schon eine Steckspule bringt Empfang, weshalb man diese kapseln und mit Sekundärschaltung arbeiten lassen sollte. Der MK484 verlangt nur eine 1,5-Volt-Zelle (eigentlich 1,2 bis 1,8 Volt).

Kürzlich erhielt ich eine Antwort eines Praktikers, der schöne Brettaufbauten vorgeschlagen hat. Diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Vieleicht ergibt dieser Thread eine angeregte Diskussion (weil auf diesem öffentlichen Board alle antworten können). Die Antwort hier kommentarlos:

Lieber Herr Erb,

für das Projekt ihres Schülers kommt sicherlich nur ein Diodenempfänger für MW mit einem sehr einfachen zweistufigen Transistorverstärker in Frage. Ich habe in der Vergangenheit mit meinen Schülern auch mit solchen Schaltungen experimentiert, bin aber aus mehreren Gründen davon abgekommen.

1. Man benötigt eine gute Antenne und Erde, um auch tagsüber einen brauchbaren Empfang zu bekommen. Da ich eine Zeitlang fast neben den Sendemasten eines MW-Senders in Hamburg tätig war, stellte dies kein Problem dar. Weiter entfernt am Stadtrand und inmitten dichter Bebauung waren die Ergebnisse meist eher entmutigend. 2. Schüler dieser Altersstufe haben meist erhebliche Probleme, die Arbeitspunkte der Transistorstufen einzustellen. Sie sind dann enttäuscht, wenn es zu Verzerrungen und Übersteuerungen kommt, oder die Schaltung anfangs still bleibt. Von den einfachen Schaltungen kann man aber natürlich keine Wunder erwarten.

 

 

3. Wenn die Schaltungen auf Leiterplatten oder Lochstreifenplatinen aufgebaut werden, scheitern viele Schaltungen schon an einem schlampigen Aufbau (Lötstellen, unerwünschte Kapazitäten und Übergangswiderstände, schlecht gewickelte Spulen).

Die genannten Gründe haben mich dazu gebracht, nur noch die auf meiner Internetseite vorgestellte Schaltung zu benutzen. Sie ist absolut nachbausicher. Der MK484 ist dann weitgehend eine "black box". Soll das Radio auch Lautsprecherempfang ermöglichen, verwende ich als Nf-Verstärker ebenfalls ein IC, das möglichst einfach zu beschalten und preiswert ist. Mit einem TDA 7052 hat man z.B. einen 1W-Verstärker, der mit einem Widerstand und einem Kondensator als äußerer Beschaltung auskommt. Bei einer Batteriespannung von 4,5 - 9V kann man einen kleinen 8Ohm Lautsprecher anschließen.Die Lautstärke und Klangqualität ist überzeugend und die Eingangsempfindlichkeit ist so gut, dass man praktisch den MW-Schwingkreis direkt an den Eingang anschließen kann.

Wenn ihr Schüler sich doch an einer Transistorschaltung versuchen will, sollte er die Schaltung im Anhang probieren. Sie ist für Lautsprecherempfang ausgelegt, aber als Stromquelle sollten möglichst 9V (2 4,5V Flachbatterien) verwendet werden. Ohne gute Antenne und Erde und einen starken Sender in der Nähe tut sich aber wenig. Als Ohrhörerersatz kommt alternativ übrigens auch ein Fernhörer (200Ohm) aus einem Telefon in Frage. Er benötigt weniger Verstärkerleistung. Als Transistor verwende ich meist den npn Typ 2N2222 (Metallgehäuse), er ist robust und als Verstärker und Schalter universell einsetzbar. Er kann in der Schaltung den veralteten Typ BCY 58 ersetzen.

Zu ihren Versuchen mit galvanischen Zellen fiel mir ein, dass Alu oft Probleme bereitet, weil es sich schnell mit einer mikroskopischen Oxidschicht überzieht. Bei mehreren Zellen in Reihe ergibt sich oft ein hoher Innenwiderstand und somit geringe Leistungsfähigkeit der Batterie. Ich habe einmal Filz zwischen die Platten(Kupfer und Zink) gelegt, der mit verdünnter Schwefelsäure getränkt war. Es war dann wichtig, dass die Platten seitlich gut über die Filzplatten hinausragten und keine Kriechströme über den Elektrolyten auftreten können. Auf jeden Fall ist es einfacher, wenn man einzelne galvanische Elemente in Bechergläsern aufbaut und sie dann in Reihe schaltet. Ich hoffe, Ihnen einige Hilfe gegeben zu haben. Ihre Page habe ich schon besucht. Sie ist sehr gut gelungen und informativ.

herzliche Grüße

Reinhard Brandt

This article was edited 07.Jun.04 21:54 by Ernst Erb .

Ernst Erb
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Berthold Bosch hat unter "Texte" einen Artikel über ein Spitzengerät der Art "Detektor-Fernempfänger" geschrieben. Da nicht alle Leser auch an "Texte" gewöhnt sind, verweise ich auf diese ausserordentlich interessante Arbeit, die vorher auch in der Funkgeschichte veröffentlicht war:
http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=31988

Wenn man bedenkt, dass man mit diesem Apparat innerhalb von 10 Tagen mehr als 190 verschiedene Mittelwellenstationen empfangen hat, dann kann man ermessen wie gross die Unterschiede zu einem "gewöhnlichen" Detektor-Empfänger sein müssen. Eines hat dieser Detektor-Fernempfänger mit normalen Detektor-Empfängern gemeinsam: Er arbeitet ebenfalls ohne Spannungsquelle bzw. mit der direkten Leistung der Antenne.
Lutz Höll
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Ich habe mir auch ein kleines Radio mit dem AM-IC MK484 gebaut - funktioniert verblüffend gut bezüglich Trennschärfe und Empfindlichkeit (vergleichbar einem Superhetempfänger).
Die komplette Beschreibung dieser Bastelei ist unter


www.mydarc.de/dk3wi/html/mw-radio_mit_mk484.html

zu finden. Dort auch Links zu den Datenblättern und praktischen Schaltungen, die im Internet zu finden sind (Stand von Dezember 2006).

Lutz, DK3WI

This article was edited 11.Jan.07 10:29 by Lutz Höll .

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Unser Mitglied Lutz Höll hat auf seiner HP einen Beitrag zum MW/UKW Radio-Bausatz von "Lidl" geschrieben und dabei auf zwei PDF's bei uns hingewiesen, die er selbst erstellt hat. Leider scheinen die beiden Dokumente bei uns nicht verlinkt zu sein. Jedenfalls habe ich die Links nicht gefunden und verlinke sie nun hier nochmals.

Text 1 zeigt auf dem Niveau für Physikstudenten sehr wichtige Hinweise, bei denen auch Laien sehr viel lernen können - von den Bauteilen bis zur Erklärung der Schaltung inkl. der Superhetschaltung des Bausteins TA2003. Der zweite Teil geht auf die Demodulation ein und gibt dann Hinweise zur Konstruktion in der Praxis.

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Bei geeigneter Wahl von L und C kann mit dieser Schaltung von LW über MW bis ins 49 m Band empfangen werden. Durch den Regler kann ein Rückkopplungseffekt zur Empfindlichkeitssteigerung erreicht werden. Keine Angst, der IC wird nicht beschädigt, obwohl nur bis 1,5V spezifiziert.

This article was edited 21.Feb.13 14:51 by Johann Nussbaum .

Felix Schaffhauser
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Hallo Franz,

Du hast mit Deinem Sender-Finder für Detektorempfänger den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch ich bin begeistert von der Fähigkeit dieses AM Verstärker/demodulator IC's. Weil es ein Geradeausempfänger ist, also weder Oszillatorfrequenz noch Mischprodukte und Spiegelfrequenzen erzeugt werden, kann damit sehr effizient, wie Du selbst sagst, ein bestehendes Detektorgerät (bzw. dessen Schwingkreis)  oder irgend ein anderer Eingangskreis (zB. Rahmenantenne), sowie die Emfangsqualität eines Standortes schnell und sicher geprüft werden. Ausserdem überzeugt das IC durch eine kristallklare Wiedergabe. Aber schaltungsmässig ist es kein Audiongerät, (im eigentlichen SInne) schon gar nicht ein rückgekoppeltes. Die oft angewendete 100k Rückführung ist eine Gegenkopplung und dient der Schwundregelung (AVC). Die Demodulation erfolgt durch die Basis-Emitterstrecke der letzten Transistorstufe, ist also eine Diodendemodulation. Das Ganze lässt sich also als Detektor mit HF-Verstärkung (daher die grosse Empfindlichkeit) verstehen. Die Anwendungen sind naturgemäss viele. Nebst Signaltracing, Ortung,  etc. sind natürlich allerlei Kleinstradioanwendungen interessant. In einigen Artikeln wird sogar von Anwendungen von Kurzwelle bis Langwelle gesprochen. Da die Kopplung der einzelnen Transistorstufen jedoch kapazitiv erfolgt sind nicht beliebig tiefe Frequenzen übertragbar. Das Datenblatt spricht von 300kHz unterer Grenzfrequenz. Also nicht ganz ausreichend für Langwellen, aber immerhin!

Weiterhin viel Vergnügen beim Basteln mit dem ZN414, MK484, oder TA7642.

mfG Felix Schaffhauser

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12.Feb.09 18:53

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Hallo Felix

Danke fürs Kompliment!

In der Tat ist der kleine "Senderfinder" sehr praktisch und sehr effizient. Ich habe übrigens noch immer die erste Knopfzelle drin.

Wegen Audion:

Das bin ich mir bewusst. Ich habe leider einige Fehler in den alten Texten, aber das lässt sich nicht unbedingt wieder korrigieren.

Freundliche Grüsse

Franz

Georg Beckmann
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12.Feb.09 22:11

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Hier das Buch für diese und weitere 'Forschungen'. Es kann kostenlos aus dem Internet heruntergeldan werden.

http://www.radiomuseum.org/forum/interessantes_radiobuch.html

Freundliche Grüße

Georg Beckmann

 

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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13.Feb.09 12:23

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Ich habe mir das Buch heruntergeladen und ein pdf File daraus gemacht. Wer Interesse an dem pdf File hat, möge bitte mailen.

MfG DR

Felix Schaffhauser
Felix Schaffhauser
 
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13.Feb.09 18:03

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Im vorigen Beitrag habe ich noch vergessen ein wichtiges Merkmal des ZN414 (und die Identischen) aufzuführen. Es ist der sehr hohe Eingangswiderstand der mittels eines Emitterfolgers erreicht wird. Damit wird der externe Schhwingkreis kaum bedämpft, hat also eine sehr grosse Güte. Das wiederum bedeutet eine schmalbandige Resonanzkurve. Damit erreicht ein Empfänger mit normalen Schwingkreisbauteilen (zBsp eine Ferritantenne und ein jap. Drehkondensator mit Dielektrikum).eine sehr gute Trennschärfe. Der Detektorradio wird damit fast zum "Super" und kann deshalb auch als Senderfinder und "Frequenzmesser" eingesetzt werden.

Felix Schaffhauser

  
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