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pioneer: Nachlassende Lichtstärke des Displays

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Christfried Weidhas
 
 
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20.Sep.19 22:31

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Hallo,

genau genommen handelt es sich bei mir um ein Kassettendeck PIONEER CT-S640S, bei dem das Display nur noch schwach leuchtet. (Das CT-S550S hat das gleiche Display.) Was ich so höre, ist das bei dieser PIONEER-Modellreihe ein weit verbreitetes Problem.

Bei all diesen weiß / rot leuchtenden Displays handelt es sich prizipiell um eine Floureszenzröhre, die als direkt geheizte Triode ausgeführt ist. Dabei ist das Gitter mit der Anode direkt verbunden und die Anodenspannung liegt immer so um die 25V. Jedes Leuchtsegment ist eine separade Anode + Gitter. Eine direkt geheizte Katode ist für alle Leuchtsegmente gemeinsam zuständig. Diese ist zwischen dem ersten und dem letzten Pin des Display geschaltet.

In meinem konkreten Fall (CT-S 550S bzw. CT-S640S) wird die Kathode direkt von einer separaten Trafowiklung mit 4,3V AC versorgt. Das Gerät läßt sich nicht komplett ausschalten, sondern nur auf "Standby" schalten; d.h. der Trafo ist immer direkt am Netz und die Kathode wird ständig geheizt. Klar, daß nach Jahren die Emission nachläßt und deshalb das Display immer lichtschwächer wird.

Nun habe ich im Internet gelesen, daß man die Katode wieder formieren kann, indem man sie für einige Minuten überheizt, Sie soll nicht nur rot, sondern orange glühen. Tja, soweit die Theorie. Zum einen ist an dem Display nirgendwo - weder von der Seite noch von hinten - irgend etwas von eine glühenden Kathode  zu sehen. Ich kann nur bei 4,3V Versorgungsspannung ca. 140mA messen.

Hat jemand Erfahrung mit dem Regenerieren solcher Displays und kann mir helfen?

Konkret: Wie weit kann ich den Strom erhöhen, um einen Formierungseffekt zu erreichen, ohne daß die Kathode Schaden nimmt? Und wie lange genau soll dieser Vorgang dauern?

"Einige Minuten" ist mir zu unkonkret undch will nicht einfach blind drauf los experimentieren.

Im Voraus schon mal danke.

Christfried Weidhas

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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22.Sep.19 11:43

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Hallo, Herr Weidhas,

in einem anderen Forum habe ich folgendes gefunden, es ging um ein VFD einer Registrierkasse:

Von den letzten 3 Stellen waren alle Segment, mit Ausnahme des Mittelstrichs noch leuchtkräftig.

die davorliefenden Stellen hatten sehr stark nachgelassen.

folgende Methode fürhrte zu einem Erfolg:

das Display wurde zum Anzeigen aller Segmente gebracht (88888888), und in diesem Zustand mehrere Stunden stehengelassen.

dadurch hat sich die Helligkeit wieder deutlich gebessert.

vielleicht hilft das auch in Ihrem Fall.

das Beispiel des benannten Displays zeigt, daß nicht die Kathode, sondern die Leuchtschicht das Problem ist, die sich jedoch offenbar selbst wieder regenerieren kann.

Viel Erfolg,

mit freundlichen Grüßen,

Henning Oelkers

Christfried Weidhas
 
 
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22.Sep.19 19:42

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Hallo Herr Oelkers,

vielen Dank für Ihre umgehende ausführliche Antwort.

Wenn ich die Sache richtig einschätze, handelt es sich bei den Displays, deren Leuchtsegmente enteder weiß oder rot leuchten, nicht um VFD's. VFD's haben grüne Leuchtsegmente.

Es ist in meinem Fall auch schwierig, alle Segmente auf einmal einzuschalten, da siese von einem Mikrocontroller angesteuert werden.

Trotzdem nochmals danke für Ihre Hilfsbereitschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Christfried Weidhas

 

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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23.Sep.19 00:04

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Hallo, Herr Weidhas,

Auch die roten und weißen Anzeigen sind VFD's.

Wikipedia kann dort weitere Auskünfte geben.

ein bedeutender Hersteller ist Futaba. Google hilft weiter.

ob der Versuch, die Segmente mehrere Stunden eingeschaltet zu lassen, Erfolg bringt, muß sich zeigen.

mit freundlichen Grüßen, Henning Oelkers

Christfried Weidhas
 
 
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23.Sep.19 11:59
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Hallo Herr Oelkers,

danke für Ihren Hinweis, Sie haben recht: Das sind alles VFD's. Hab es mir auf Wikipedia mal angeschaut.

Mir hat noch ein anderer Herr direkt per e-Mail geantwortet. Der riet grundsätzlich davon ab. die Kathode regenerieren zu wollen.

Ich stehe zunächst vor der Frage: Ist die schwache Lichtstärke auf nachlassende Emission der Kathode oder auf nachlassende Lichterzeugung der Anoden zurückzuführen? Einiges spricht eher für die erste Vermutung, weil bei diesem Gerät kein richtiger Netzschalter mit mechanischen Kontakten, sondern nur eine Standbytaste vorhanden ist. Und das heißt: Sobald der Netzstecker in der Steckdose steckt, ist der Trafo aktiv und somit auch die Kathode. (aus dem Schaltplan klar ersichtlich)

Bei Ihrer vorgeschlagenen Methode, die auf die Reaktivierung der Leuchtschicht an den Anoden abzielt, muß ich mir erst mal was einfallen lassen, wie ich alle Anoden elektrisch an der eigentlichen Steuerung vorbei zusammenbringe.

Im Zweifelsfall sage ich mir: Lieber ein schwach leuchtendes Display als gar keins.

Nochmals danke für Ihre Unterstützung.

Mt freundlichen Grüßen  Christfried Weidhas

Steffen Thies
 
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24.Sep.19 16:00

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Hallo Herr Oelkers,

erlauben Sie mir eine Korrektur zu Post 2: Den Leuchtstoff kann man nicht auffrischen, wäre ja auch zu schön für unsere magischen Augen! Der beschriebene Effekt wird ebenfalls durch die Kathode verursacht. Wenn diese lang keinen Strom liefern muß, wird sie taub, entweder durch Zwischenschichtbildung oder durch das Abdampfen der aktiven Zentren, die stromlos nicht neu gebildet werden.

Glücklicherweise kann das wie beobachtet durch Belastung regeneriert werden. Auch schön am Triodenteil der ECH 81 zu beobachten, wenn das betreffende Radio nur auf UKW gelaufen ist.

Grüße,

Steffen Thies
 

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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25.Sep.19 18:42
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Herr Ties,

"freihändige" Korrekturen sind meist problematisch, so auch hier.

Das fragliche VFD Display sah so aus.

Den Text zum ganzen Problem können Sie hier nachlesen. Da es sich höchst wahrscheinlich nicht um "Fake News" handelt, ist die Auffrischung wohl gelungen.

Es bestehen ja auch noch einige Unterschiede zwischen der Technik und Physik bei einem Magischen Auge und einem VFD Display. Das VFD Display hat eine "Anodenspannung" von ca. 32V und das "Gitter" (ein durchsichtiges Netz) hat ebenfalls ca. 10V positive Spannung.

Bei derart geringen Spannungen wird - im Unterschied zum Magischen Auge - der Leucht-Phosphor nicht durch die auftreffenden Elektronen beschädigt.

MfG DR

  
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