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Netztransformator- Ersatz

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Jacob Roschy
Jacob Roschy
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29.May.03 11:58

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Zum Glück kommt es nicht sehr oft vor, aber ab und zu stellt sich beim Restaurieren eines Gerätes heraus, dass der Netztransformator defekt ist.

Angenommen, es handelt sich um ein einen Trafo für Zweiweggleichrichtung mit Gleichrichterröhre [Bild 1] und es stellt sich heraus, dass kein geeigneter Ersatz vorhanden ist, weder im eigenen Vorratslager, noch bei befreundeten Sammlern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür findet sich auf einem Schrottchassis der späteren 1950er oder -60er Jahre ein Trafo, der von der Größe her durchaus geeignet wäre, - sein einziger Nachteil ist jedoch, dass er nur eine einphasige Anodenwicklung halt, gedacht für einen Selen- Brückengleichrichter.

Was tun ? Den Trafo samt Selengleichrichter übernehmen ? Das wäre natürlich ein grober Stilbruch bei einem Gerät, das original eine Gleichrichterröhre hatte, - eher könnte man es umgekehrt machen ! Oder die Gleichrichterröhre nur in Einweg betreiben ? Davon ist aus technischen Gründen abzuraten : mehr Brumm und aufmagnetisierung des Transformators !

Die Lösung des Problems zeigt [Bild 2] : Eine Zweiweggleichrichterröhre ist mit ihren zwei Dioden ja bereits ein halber Brückengleichrichter, die man nur mit zwei weiteren Dioden zur vollen Brücke zu ergänzen braucht. Hierzu sind zwei Stück 1N4007 bestens geeignet. Diese kann man bequem auf den Lötfahnen der Röhrenfassung unterbringen und sind somit auch gut versteckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da die Anordnung Si- Dioden + Gleichrichterröhre weniger Spannungsverlust hat als ein Selengleichrichter, ist damit zu rechnen, dass nun die Anodenspannung zu hoch wird. Mit dem zwischen Masse und Dioden-Minus liegenden Widerstand R1 lässt sich die Anodenspannung anpassen.

Hierzu schaltet man anstelle von R1 ein dickes Drahtpoti von 1...5 kOhm, mit dem man die gewünschte Anodenspannung einstellt. Diese ist am sichersten zu messen zwischen Schirmgitter und Katode der Endröhre und ist meistens 250 V. Der Poti- Einstellwert wird gemessen und durch einen Festwiderstand ersetzt.

Eine weitere wertvolle Funktion von R1 ist, dass er den Kondensator- Ladestrom begrenzt, sehr zum Wohle der Gleichrichterröhre. Daher sollte er auch nur an dieser Stelle sitzen.

Hat der Trafo nur eine einzige Heizwicklung (von 6,3 V), wie hier gezeigt, muss man mit dieser auch die Gleichrichterröhre mitheizen. Man kann also nur indirekt geheizte Röhren verwenden, die eine entsprechend hohe Faden- Katodenspannung aushalten, was unter U-fk im Datenbuch zu entnehmen ist. Geeignete Typen sind : EZ2 -3 -11 -12 -35 -40 -41 -80 -81 -90, 6X4, 6X5, 6AW5, 6AX5, 6BX4 und 84/6Z4. Dabei sind natürlich auch die Leistungsdaten dieser Röhren zu beachten.

Haben die übrigen Röhren nur 4 Vf, so muss für diese eine Anzapfung an der Heizwicklung S2 angebracht werden. Die Heizwicklung muss natürlich der Strombelastung standhalten.

Günstiger ist es natürlich, wenn der Trafo eine zweite Heizwicklung hat [Bild 3], wobei dann auch direkt geheizte Gleichrichterröhren der Typenreihe AZ.. und RGN.... verwendbar sind. Diese haben aber oft einen so hohen Innenwiderstand, dass für R1 nur noch ein geringer Wert erforderlich ist oder ganz entfallen kann.

Diese Heizwicklung kann man ggf. auch nachträglich selbst aufbringen, da es ja nur wenige Windungen sind. Wichtig ist dabei die gute Isolation zu anderen Wicklungen und zum Kern, da hier die volle Anodenspannung ansteht. Der Querschnitt ist nach 3 A/mm² auszulegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da die heutige Netzspannung mit 230 V höher ist als früher, sollte dies hinsichtlich der Röhrenlebensdauer berücksichtigt werden. Die äußersten Toleranzgrenzen für die Heizspannung sind +/- 5%, es sollte möglichst 0 % Abweichung erreicht werden.

Möglichkeiten zur Anpassung sind z. B. das Umklemmen auf 240 V. Dann sollte die Heizspannung -3% nicht unterschreiten. Weitere Möglichkeiten wären Abwickeln der Heizwicklungen oder ein gemeinsamer Vorwiderstand auf der Trafo- Primärseite. Hier könnte zur Ermittlung wider ein Drahtpoti sehr nützlich sein, diesmal im Wert von 200...1000 Ohm.

This article was edited 29.May.03 19:05 by Jacob Roschy .

  
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