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nora: Picco: Wima-"Bonbons" ersetzt

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Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
Editor
D  Articles: 2026
Schem.: 759
Pict.: 438
24.Jun.08 19:33

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Der Nora "Picco" ist ein nettes kleines Röhrenradio. Ein Bekannter hatte es während seiner Studienzeit mit Hilfe einer Schaltuhr als Radiowecker benutzt. Seither war es nicht mehr in Betrieb. Das war sicher gut so, denn wie ein Blick in das Innere zeigt, sind (typisch für die damalige Zeit) Wima-"Bonbons" als Kondensatoren darin verbaut. Und diese sind heute rissig und daher eher mehr oder weniger niederohmige Widerstände als noch Kondensatoren. Da wegen der Kleinheit des Gerätes nur ein Heiztrafo eingebaut ist, hat das Gerät keine Netztrennung, denn die Anodenspannung wird direkt aus dem Netz (220V) gewonnen. Daher die Warnung auf dem Lautsprecher-Magneten: Achtung Chassis führt Spannung!
Bei unvorsichtigem Betrieb mit diesen alten Kondensatoren kann es somit nicht nur zu Überlastung (mindestens) der Endröhre kommen, sondern man setzt sich der Gefahr aus, einen elektrischen Schlag zu bekommen.
Das Gerät war also noch ziemlich im Originalzustand, wie ein Blick in das Innere zeigt.

Man sieht, daß das Chssis hochkant eingebaut ist und die Röhren (links unten: ECL80, rechts oben: EBF89; links oberhalb des Drehkos, verdeckt unter dem Eingangskreis: ECH81) liegend eingebaut sind. Markiert sind 3 WIMA Kondensatoren, die man direkt sieht und die demzufolge auch einfach zu ersetzen sind. Weitere davon liegen versteckt unter den Röhren. Insbesondere die beiden 0,1µF unter der EBF89 sind sehr schwer zugänglich.

Eine weitere Besonderheit ist das 1. ZF-Filter  zwischen ECH81 und EBF89. Bei diesem Klein-Radio ist es mechanisch besonders einfach ausgeführt, siehe die Markierung durch die Ellipse. Hier sind "nur" zwei Schwingkreise in einiger Entfernung auf einen Pertinax-Streifen aufgesetzt. So primitiv dies ist, so anschaulich ist andererseits die Funktionsweise: Primärkreis und Sekundärkreis dürfen bei einem Bandfilter nur sehr schwach gekoppelt sein, damit sich die gewünschte  Form der Durchlaßkurve ergibt.

Das 2. ZF-Filter ist ein Einzelkreis (rechts oben unter der EBF89), so daß das Gerät insgesamt 5 Kreise hat, wobei die Selektivität i.w. durch das 1. ZF-Filter bestimmt wird.

Nachdem alle Wima-Kondensatoren ersetzt sind, hier noch einen weiteren Blick auf das Chassis.

Aufgrund des gedrängten Aufbaus muß man schon sehr genau hinschauen, um die "neuen" Kondensatoren zu erkennen.
Der Ersatz der Kondensatoren hat sich gelohnt, denn jetzt spielt das Gerät wieder. Ein Neuabgleich wurde nicht vorgenommen, da die ZF-Kerne (wie zu der Zeit auch bei Siemens üblich) nicht geschraubt sind, sondern verklebt (durch Erwärmen eines Plastik-Halms mit dem Lötkolben), wie man auf diesem Bild erkennen kann.

MfG DR
  
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