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Nordmende Rigoletto S15, Extrem kleiner Ausgangstrafo

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Klaus Feth
 
 
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Schem.: 22
Pict.: 314
27.Aug.14 00:31

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Ich habe dieses Modell als Werkstatt-Radio ausgewählt und als solches sollte es mir auch als einfacher Signalverfolger gelegentlich zu Hilfe kommen. Da der eingebaute Lautsprecher nur einen begrenzten Tonumfang zulässt, habe ich hierzu eine kompakte und bewährte Testbox mit hocheffizienten PA-Chassis im Einsatz. Auf Grund des hohen Wirkungsgrads erreicht man mit dieser Box auch mit einer einfachen EL84-Endstufe eines "Allerwelts-Radios" schon erstaunliche Ergebnisse. Nicht jedoch mit diesem Nordmende Rigoletto! Knapp bei Zimmerlautstärke setzten schon unüberhörbare Verzerrungen ein. Dieser enorme Unterschied lässt sich mit der Minderleistung der ECL86 von ca.1,5W im Vergleich zur EL84 nicht erkären. Bei genauerem Hinhören waren es Intermodulationen, ausgelöst durch die tieffrequenten Anteile des Musiksignals. Ein kompletter Check des NF-Teils incl. Überprüfung der ECL86 ergab keine Anhaltspunkte für diesen Effekt. Da fiel mir der winzige Ausgangsübertrager auf der Unterseite des Chassis ins Auge. Kerngröße: EI 42!  Sollte hier die Ursache der frühen Verzerrungen zu finden sein? Das war leicht zu klären. Ein Übertrager aus einem Grundig 2012 (Endröhre: EL 41) hatte gemessen so gut wie identische Übersetzungsverhältnisse, allerdings bei einer Kergrösse von EI 60 und war auch schnell eingebaut. Das Ergebnis war sofort überzeugend: Ohne irgendeine Veränderung an der Schaltung sind die Intermodulationsverzerrungen jetzt komplett verschwunden und eine wirklich ordentliche Lautstärke ist auch mit meiner Testbox realisierbar. Die Bässe haben den winzigen Kern des originalen Übertragers offensichtlich sofort in die Sättigung gebracht!

Etwas unverständlich ist unter diesen Umständen die Kapazität des originalen Kathodenelkos in Höhe von 100uF. In Verbindung mit der Bassanhebung durch die obligatorische Loudness-Korrektur wird der Ausgangsübertrager dadurch nur noch zusätzlich belastet. Im Telefunken Jubilate S (Endröhre EL41) findet man bei etwas größerem Ausgangsübertrager (Kerngröße EI 48) an dieser Stelle nur eine Kapazität von 25 uF mit entsprechend positiver Auswirkung auf das Klangergebnis durch eine sanfte Pegelreduzierung hin zu tiefen bis unhörbaren Frequenzen.

Dieser Bericht soll keine Kritik am Modell darstellen, oder zu ähnlichen Umbauten eines originalen Gerätes anregen. Hätte ich vorher gewusst, wie aufschlussreich dieser spontane Versuch ausgeht, hätte ich die Veränderungen auch mit Vorher/Nachher-Messungen dokumentiert.

This article was edited 27.Aug.14 10:21 by Klaus Feth .

  
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