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Nordmende UKW - Vorsatzgerät UKW-V5

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Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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29.Dec.04 09:24

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Schaltungsbeschreibung des bei der Einführung von UKW in Europa 1949/50  fortschrittlichsten  
UKW - Supers. 


     Nordmende UKW-Vorsatzgerät

Type: UKW-V5

Hersteller:        Nordmende  G.m.b.H. in Bremen -Hemelingen

Geräteart:      UKW-Vorsatzgerät (zum Anschluss an die TA-Buchse)
            mit eigenem Lautstärkeregler von vorne.

Röhrenbestückung:      4x EF 42, EB 41

Empfangsprinzip:         Superhet mit HF-Vorstufe, Pentodenbegrenzer und Ratiodetektor

Kreise:        9,        3 variabel, (kapazitive Abstimmung)     6 fest.(auf 10,7 MHz abgestimmt)

Stromversorgung:        110-240 Volt Wechselstrom  aus dem Leitungsnetz.

Trennung vom Netz durch Transformator.

Eigener Netzschalter.

Gehäuse:        Holz        furniert.

Baujahr: 1950/51

Markteinführung: Juli 1950[1]

Damaliger

Verkaufspreis: 225.00 DM

Aufbau:

 

Das UKW Gerät ist in ein kleines Edelholzgehäuse passend zu den Nordmendegeräten eingebaut.

Die Vorderfront zeigt eine beleuchtete, in MHz geeichte Skala und zwei Drehknöpfe. Einen Lautstärkeregler mit Netzschalter und einen Abstimmknopf. An der Rückseite befinden sich ein Buchsenpaar zum Anschluss eines Tonabnehmers. Mit einem ebenfalls vorhandenen Schalter, kann das UKW-Teil oder der Tonabnehmer auf die Leitung und damit auf den Eingang des nachgeschalteten Rundfunkempfängers geschaltet werden. Das funktioniert aber nur bei den damals üblichen hochpegeligen Magnetsystemen.

1.1.1     Schaltungsbeschreibung:

Das Gerät von Nordmende weißt fast alle Merkmale moderner FM-Schaltungstechnik auf, die bis zum "Aus"
der Röhre im Radio galten. In wie weit dabei auch amerikanische Einflüsse vorlagen, kann nicht beurteilt werden.
Sicher ist nur eines, ein Supergerät mit 10 mVolt Empfindlichkeit. Und das schon 1950!

Der Hersteller warb damals: "das leistungsfähigste UKW-Vorsatzgerät mit allen Vorzügen der Frequenzmodulation" und "einwandfreien UKW-Empfang in mehr als 150 km Entfernung"

Der Antenneeingang ist für 300 Ohm und für 70 Ohm! (nach heutiger Ansicht sind das 75 Ohm) ausgelegt.

Die drei HF-Kreise werden mit einem 3fach -Drehko abgestimmt. Der Abstimmkondensator ist eine spezielle Ausführung für hohe Frequenzen. Er hat keine mechanischen Stromabnehmer. Um das zu erreichen, besteht er eigentlich aus zwei Kondensator -Paketen die hintereinander geschaltet sind. Die beiden miteinander verbundenen Rotoren haben keinerlei Anschluss. Nur die beiden Statoren sind beschaltet.
Es sind deshalb abweichend von den vorherigen Geräten alle Kreise symmetrisch aufgebaut. Das heißt der neutrale Punkt liegt immer in der Spulenmitte. Solche Schaltungen lassen sich sonst nur mit Variometern aufbauen.

Der Einsatz einer Röhre vor der Mischstufe bringt viele Vorteile mit sich.
Es wird damit der Einfluss Mischstufe auf das Gesamtrauschen des Empfängers reduziert. Zum Rauschen trägt
wie schon einmal erwähnt, immer die erste Stufe den größten Teil bei.
Mancher wird fragen, es ist doch auch eine EF 42?
Das stimmt, aber eine Verstärkerstufe rauscht ca.5 mal weniger als eine additive Mischstufe.

Da bei diesem Gerät drei Hf-Kreise vorhanden sind und auch abgestimmt werden, wird die Trennschärfe gegen
Nachbar- und ungewollte Sender stark verbessert. Es werden z.B. Sender des Flugfunks die sonst ins UKW-Programm spucken unterdrückt.

Auch das äusserst schädliche Auskoppeln der Oszillatorspannung in die Antenne wird stark verringert.
Die geringe Kapazität zwischen Anode und G1 ist dafür verantwortlich. (Schirmgitterröhre!)

Die Mischstufe arbeitet wie beim Metz UKS beschrieben.

Auch die erste ZF-Stufe arbeitet wie schon bei allen Geräten beschrieben
Fortschritte gibt es aber in der zweiten ZF-Stufe
Durch den Verstärkungsgewinn der Vorstufe hat man Reserven geschaffen und kann die zweite Stufe als Begrenzerstufe schalten. Eine begrenzende Stufe verstärkt weniger. Denn durch die kleine Schirmgitterspannung ist die Steilheit der Röhre geringer, die Steilheit bestimmt aber die Verstärkung.
Eine Stufe dieser Art unterstützt die Störunterdrückung des Ratiodetektors wirksam dort, wo der Ratio am Ende seines optimalen Arbeitsbereiches angekommen ist. Das ist bei HF-Spannungen von ³ 2 Volt am G 1 der zweiten ZF-Stufe der Fall.

Eine begrenzende Stufe erkennt man daran, das im Stromkreis zwischen G 1 und Katode wie beim Audion ein R/C-Glied vorgesehen ist. Ein weiteres Merkmal das aber nicht bei jeder Schaltung auftaucht, ist die niedrige Schirmgitterspannung. Spannungen von 20 -50 Volt sind die Regel. Im Falle des Mende= 50 Volt.
Aus dem Schaltbild ist zu ersehen dass der Vorwiderstand zum Schirmgitter 200 Kohm beträgt. In der ersten Stufe aber 1 Kohm. Die EF 42 arbeitet normalerweise mit 250 Volt am G 2.

Eine so dimensionierte Stufe, kann am G 1 und an der Anode übersteuert werden. Der Andenstrom wird durch den Audion -Effekt und die kleine Schirmgitterspannung begrenzt.
Damit wird AM Modulation unterdrückt und Rausch- und Störspitzen die eine bestimmte Größe des Nutzsignals  überschreiten abgeschnitten. Laut Herstellerangaben ist das beim UKW-V 5 ab 50 mVolt an der Antenne der Fall.

 

Der Ratio-Detektor ist auch auf der Gleichstromseite symmetrisch zum Massepunkt, das Chassis, aufgebaut.
Es wird damit eine gute Übereinstimmung zwischen der ZF-Mittenfrequenz und dem DC-Nulldurchgang erzielt. Das ist wiederum wichtig für eine gute Störunterdrückung.

 

Hans M. Knoll

Nachtrag: in der letzten Zeit konnte ich das Vorbild dieses Tuners aus USA beschaffen, ein Kollege aus USA hat ebenfalls eine Type hier eingestellt. Bei dieser 1. Version wird ein unsym. Ratio benutzt.
Herr Grunert hat dazu sehr ausfuehrliche Unterlagen eingestellt.
Bei meinem Muster , der A- Ausfuehrung, wird ein symetrischer Ratio-Detektor benutzt. Die Schaltung wird gesucht. #
H.M. Knoll  12.2005


[1]Funktechnik 1950 H.13 S.388

This article was edited 09.Dec.05 20:53 by Hans M. Knoll .

  
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