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Original oder bereits verbastelt?

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Alois Riedl
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10.Nov.06 11:01

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Hallo,

bei meinem Röhrenkofferradio traten bei Netzbetrieb starke Brummgeräusche auf. Ursache die Siebelkos waren defekt. Habe diese dann durch moderne aber nicht baugleiche Typen ersetzt.(siehe Bild). Das Radio spielt jetzt wunderbar ganz ohne störendes Netzbrummen. Jezt meine Frage: Ist das Radio jetzt noch im Originalzustand, ist es bereits verbastelt, wie ist eure Meinung dazu?

Herzliche Grüße

 

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Robert Latzel
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10.Nov.06 21:24

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Hallo,

als 'im Originalzustand' würde ich dieses Gerät nach der Reparatur auf jeden Fall nicht mehr bezeichnen.

Vom optischen her wäre ein Einbau in die Orignalkondensatoren wohl der Idealweg gewesen. Ob man sich diesen Aufwand macht, oder die Originalkondensatoren separat im Gerät aufbewahrt, ist eine Alternative, die diesen Einbauschritt immer noch offen hält.
Wie eventuell auftretende Käufer diese Reparaturmaßnahmen dann aber bewerten, und dann auch noch finanziell honorieren (Zuschläge/Abschläge), steht auf einem ganz anderen Blatt. Es gibt Sammler, die stören sich an solchen Eingriffen,  - es ist ja immerhin nicht mehr orignial, Radiohören könnte ich ja auch mit anderen Geräten - andere Sammler hingegen empfinden ein funktionsfähiges Modell als mindestens ebenso schön. Laien werden sicherlich noch stärker in die reparierte Richtung gehen. 

Als verbastelt aber würde ich Geräte bezeichnen, deren aktueller Schaltungsaufbau von der Originalschaltung (zumindest wesentlich) abweicht, unabhängig davon ob es so funktioniert oder nicht. Die Einstufung ab wann dies konkret zutreffend ist, hängt für mich von Baujahr - soll heißen von konstruktiven Gegebenheiten ab. Wenn z.B. aufgrund von Fehldimensionierungen die Röhren übermäßig belastet werden, und man z.B. durch eine einfache, simple Widerstands - oder Kondensatorenänderung (1-2 Bauteile verändert) dies beheben könnte, o.k.. So etwas erlebt man vor allem in 20-er Jahre Selbstbaugeräten oder in Notradios, dann stellt dies für mich kein direkt verbasteltes, sondern ein modifiziertes / sinngemäß repariertes Gerät dar, weil eine Reparatur nur vorweg genommen wurde. Wenn aber etwa aus einem Superhet ein Geradeausempfänger wird, dann ist die Sache wohl eindeutig, umgekehrt genauso... 
Die schlimmste Bedeutung von 'verbastelt' ist für mich: Es funktioniert nicht, warum auch immer, eine Rekonstruktion ist u. U. aber auch nicht mehr möglich, oder zumindest nicht sinnvoll. Verbrannte oder verfaulte Filter etwa könnten die Ursache für manchen (hilflosen) Bastelversuch gewesen sein, oder einfach der Spieltrieb..., eben alles, was so nett unter 'verbastelt' zu verstehen sein kann. Wie Sammler auf solche Gegebenheiten aber reagieren, ist sehr individuell, ob sich das Interesse verliert, oder der gebotene Preis sich verändert, alles ist offen.

Es gibt aber auch solche Fälle, da werden später vorgenommene (z.B. kriegsbedingte) Umbauten sogar als wertsteigernd, weil ein Teil der Lebensgeschichte des jeweiligen Apparates, bewertet.

MfG
R.Latzel

Franz-Josef Haffner
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10.Nov.06 21:18

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hallo Herr Riedl,

Der Begriff "verbastelt" hat eine große Bandbreite. In erster Linie müssen Sie selbst wissen welche Masstäbe Sie bei sich anlegen. Es ist Ihr Gerät und Sie müssen damit zufrieden sein. Es wird immer Leute geben die das wesentlich enger sehen, aber auch welche die das wesentlich lockerer sehen. Wenn die neuen Elkos in den Werten stimmen und auch mechanisch keine Bedenken sind ist das eine Reparatur die auch ein Fachbetrieb vielleicht nicht anders gemacht hätte. Ich persönlich wäre so erst mal zufrieden, würde aber versuchen irgendwann mal einen optisch ansprechenderen Ersatz zu finden. Wenn genug Platz im Inneren ist um die defekten Originalteile in einem Tütchen aufzubewahren machen Sie weitere Pluspunkte bei den "Kritikern".

Gruß
Franz-Josef

Rüdiger Walz
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10.Nov.06 22:49

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Ich kann mich den Vorschreibern nur sinngemäß anschließen. Solange Ihre Maßnahmen rückgängig gemacht werden können und Sie die Originalteile aufbewahren, ist das Gerät nicht "verbastelt".

Original ist es aber auch nicht, obwohl die Änderung natürlich nur gering ist. Leider wird der Begriff "Originalzustand" bei manchen Beschreibungen sehr weit gedehnt.

Wichtig an Ihrer Maßnahme ist, daß sie reversibel ist und Sie ein lebendiges Gerät haben, an dem Sie Ihre Freude haben. Damit können Sie den Wert und die Funktion eines historischen Gegenstandes erhalten.

Rüdiger Walz

Alois Riedl
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11.Nov.06 16:13

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Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

Dann werde ich mal versuchen neue Elkos in die Originalelkos zu packen. Das wäre dann perfekt. Allerdings der Elko 32µF 350V+1200µF 35V bereitet mir Kopfzerbrechen. Gibt es so kleine 350V Elkos? Er muß noch gemeinsam mit einem 1200µF Elko im Gehäuse Platz finden.

herzliche Grüße

Alois

 

 

 

Georg Beckmann
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47 µF, 16 x 25 mm, RM 7,5

     11 D 5090  –,70

Das ist von Bürklin die Type mit 350V. 32uF gibts leider nicht. Wie groß ist den das Gehäuse ?

1000 µF, 13 x 25 mm, RM 5,0  (35V)  1200uF gibts nicht. Das ist aber egal, Elkos haben ja immer sehr große Toleranzen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Georg Beckmann

This article was edited 11.Nov.06 18:20 by Georg Beckmann .

Alois Riedl
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11.Nov.06 20:40

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Sehr geehrter Herr Beckmann,

vielen Dank für die Antwort.

Der Originalelko (32µF/350V+1200µF/15V) hat die Abmessung: Dm30x40. Ist auch schon sehr klein, hier noch 2 Elkos hineinzwängen .....schwierig.

herzliche Grüße

Alois Riedl

 

Gerhard Heigl
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Guten Tag Herr Riedl,

es handelt sich um ein Röhrenkofferradio, das Fabrikat ist mir nicht bekannt. Kofferradios werden selten mit Spannungen über 100V betrieben. Daher glaube ich, dass Elkos mit 100V  oder 150V (falls es solche noch gibt) auch genügen müssten. Das Radio funktioniert, folglich könnten Sie die  Spannung am Elko messen. 47µF/100V-Elkos sind wesentlich kleiner als jene mit 350V Betriebsspannung.

Alois Riedl
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Hallo Herr Heigl,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie haben mich jetzt auf eine Idee gebracht. Natürlich muß es kein 350V Elko sein. Die Spannung am Kondensator habe ich gemessen, sie beträgt ca. 90V. Ich nehme 2 Elkos 100µF 63 Volt (Abmessung DM10,5x12,5). Diese schalte ich in Serie das entspricht dann 50µF/126V. Die haben dann zusammen mit einem 1200µF/35V Kondensator in dem Gehäuse locker Platz.

herzliche Grüße

Alois Riedl

 

 

 

Konrad Birkner † 12.08.2014
Konrad Birkner † 12.08.2014
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Vorsicht bei der Serienschaltung von Kondensatoren!

Die Spannung verteilt sich (gleicher Verlustwinkel und gleiches Verhältnis zwischen Leckstrom und Kapazität vorausgesetzt) umgekehrt proportional zu den Kapazitäten.

Grundsätzlich funktioniert es schon, aber wenn einer der beiden sich ändert, kann er den anderen überlasten. Ist z.B. das Kapazitätsverhältnis 2:1, dann wird am kleineren C-Wert zwei Drittel der Spannung liegen.

Übrigens: 47µF/100V gibt es mit Ø 10mm/ H=16mm (z.B. Conrad 446206).

mfG,
KoBi

 

Nachtrag:

Unser Mitglied Klaus Neumann schickte mir folgendes zur Veröffentlichung (was mir das selber schreiben erspart):

Guten Morgen Herr Birkner,
Sie haben grundsätzlich Recht mit Ihrer Warnung betreffs Reihenschaltung von Kondensatoren! Ungleiche  C - Werte würde ich nie in Reihe schalten. Bei "gleichen" Größen kann man sich aber damit absichern, daß man jedem Kondensator einen (bei 300 V 1 M-Ohm) Widerstand parallel schaltet. Durch diesen ohmschen Spannungsteiler ist eine ganz gute Einhaltung von U 1/2 gesichert, obwohl beim "Hochfahren" eindeutig die Ladestöme entscheidend sind! Dabei stets darauf achten, daß U max nicht erreicht, oder überschritten wird.
Ich habe mir vor einigen Jahren ein einstellbares, geregeltes Hochspannungsnetzteil (50 bis 350 Volt - 80 mA) gebaut. Da der Netztrafo am Ladekondensator ohne Last bei Netzsollspannung schon 570 Volt erbrachte, habe ich je 2 x 250 uF 350/385 Volt (Lade und Glättungs- C, dazwischen Drossel) in Reihe geschaltet. Bis heute läuft das Gerät zur vollen Zufriedenheit.
Klaus Neumann

This article was edited 20.Dec.06 08:05 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

  
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