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Oszillatorbaugruppe aus Siemens Meßsender

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Dietmar Rudolph
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24.Sep.09 15:07

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Von dem Meßsender hat sich nur noch die Baugruppe mit den Oszillatoren erhalten. Dem Aussehen nach könnte diese etwa von 1955/56 sein. Der Typ des Meßsenders ist nicht bekannt. Ein Stempel auf der Baugruppe sagt allerdings: "Rel 35 D 285"

Die beiden Abschirmgehäuse sind geöffnet. In geschlossenem Zustand befinden sich die Röhren innerhalb der Gehäuse. Es ist zu vermuten, daß es demzufolge längere Zeit gedauert hat, bis die Frequenz der Oszillatoren "stand".

Beide Oszillatoren sind abstimmbar.
Der Oszillator links kann gewobbelt werden. Die Vorrichtung dazu befindet sich in dem rechteckigen Kasten links. Diese besteht aus einer (länglichen) Spule mit Eisenkern, wie sie auch in Telefonen als Gabelübertrager verwendet wurden. Allerdings ist der Eisenkern am rechten Ende nicht geschlossen, so daß das Magnetfeld auf Ferritperlen einwirken kann, die über die als Spule wirkende Drahtschleife des Oszillators geschoben sind. Damit erfolgt eine Änderung der Induktivität der Drahtschleife, wodurch die Frequenz des linken Oszillators gewobbelt wird.

(Das war immerhin schon eine Methode, die ohne bewegte Teile auskam. Alternativ dazu war auch die Änderung eines Drehkondensators durch einen Motor üblich. Kapazitätsdioden gab es noch nicht.)

Rechts unten ist ein Kästchen angebracht, auf dem 2 Novalfassungen zu sehen sind. Das ist der Mischer, in dem aus den Frequenzen der beiden Oszillatoren die Ausgangsfrequenz des Meßsenders gewonnen wird.

Eine etwas andere Perspektive zeigt, daß beide Oszillatoren als Gegentaktschaltung mit 2 Trioden EC93 augebaut sind.

Rechts aus dem "Wobbelkasten" schauen 2 Messerkontakte heraus. Mit Hilfe der Federvorrichtung läßt sich der  Wobbelkasten nach unten schwenken, so daß die Messerkontakte die Drahtschleife mit den Ferritperlen mit dem Drehkondensator des Oszillators verbinden. Dann wird (mit 50 Hz ?) gewobbelt. Im Bild ist eine zweite Drahtschleife eingeschaltet und damit arbeitet der Oszillator links ungewobbelt. Die Schirmung des Wobbelkastens ist (wahrscheinlich) aus Mu-Metall.

Dieses Bild zeigt Details des rechten Oszillators. Der Drehko hat 2 Pakete. Diese sind mit den Anoden der beiden EC93 verbunden. Die Drahtschleife (als Spule) verbindet die beiden Statorpakete. Der Rotor sitzt isoliert auf einer Keramikachse. Dadurch ergibt sich eine gute Symmetrie.
Die dünne Achse unten trägt in der Mitte ein Rad aus Glas, das zur Hälfte metallisiert ist. Damit konnte eine Feinverstellung der Frequenz gemacht werden. Das Gehäuse des Drehkos besteht aus Alu Druckguß und macht einen sehr stabilen Eindruck.

Bei den Röhren EC93 scheint es sich um frühe Typen zu handeln, deren Kolben höher ist und bei denen kein Getterspiegel erkennbar ist. Allerdings tragen sie auf einem Bügel oberhalb der Anode so etwas wie 2 Getterpillen.

MfG DR

Dietmar Rudolph
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25.Sep.09 16:02

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Heute erreichte mich eine Mail, wonach die Oszillatoren aus einer Siemens Seitenband-Meßeinrichtung Rel 3 D 334d für das Fernsehen Band 1 und 3 stammen.

Die Beschreibung des Gerätes hat einen Vermerk "SH 5448", dürfte somit aus dem Jahr 1954 sein.

Beschreibung Rel3D334d (PDF)

MfG DR

Hans M. Knoll
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25.Sep.09 17:10

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Hallo Herr Rudolph.

 

Diese Auskunft die man Ihnen gab, kann aber nicht wahr sein.

Dezimeter_Technik ( Drahtbuegel als Spule) und 47Mhz oder 230 Mhz  Wie geht das zusammen?

 

Ich dachte das Geraet arbeitet oberhalb von 500 Mhz. Dann wozu 2 Drehkos mit nur einer Skala an der Front. Alles etwas raetselhaft. Ich denke, das ist ein Wobbler mit Markengeber, deshalb die Feinsvertimmung mit extra Achse. Das Bild aus der Drucksache, zeigt einen mechanischen Grob-Feintrieb.

Gruss Knoll

This article was edited 25.Sep.09 17:30 by Hans M. Knoll .

Dietmar Rudolph
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28.Sep.09 16:22

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Bevor ich die Information zu der Seitenband-Meßeinrichtung erhielt, schätzte ich den Frequenzbereich ebenfalls auf > 500MHz ein.

Die Messung der Frequenzen der Oszillatoren ergab einen Bereich von ca. 167 MHz bis 230 MHz, abhängig von der Stellung des/der Drehkos. Gemessen wurde mit einem Hameg Frequenzzähler (bis 1 GHz) und einer (1:1) Tastspitze, die in die Nähe gehalten wurde.

Die Oszillatoren sind demzufolge sehr niederohmig dimensioniert (kleines L/C-Verhältnis), was der Stabilität der Frequenz zugute kommt. Dies war auch nötig, da die ZF 100 KHz betrug.

Ungewöhnlich sind auch die gemessenen Arbeitspunkte:

  • Für den Oszillator mit der Feinverstimmung: 60V / ca. 50mA
  • Für den wobbelbaren Oszillator: 80V / ca. 25mA

Da die EC93 nominell 16mA Anodenstrom hat, wurde die Anodenspannung nicht höher als angegeben eingestellt.

Über die mechanische Verbindung der Achsen der Kondensatoren mit Knöpfen bzw. der Skala konnte bislang nichts in Erfahrung gebracht werden, da das Gerät, aus dem die Oszillatoren stammen, bereits vor ca. 40 Jahren zerlegt wurde.

Aufgrund des in der Beschreibung gegebenen Blockschaltbildes ist es jedoch denkbar, daß tatsächlich nur der Oszillator mit der Feinabstimmung über eine Skala verfügte, während der wobbelbare Oszillator "freihändig" so lange verstellt wurde, bis der Kontrolloszillograph das gewünschte Bild zeigte.

MfG DR

Dietmar Rudolph
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29.Sep.09 11:37

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Nach der Beschreibung der Seitenband-Meßeinrichtung durch die "Beschreibungs-Gruppe" in Post 2, aus der man "nicht so richtig schlau" wird, ist nun noch die Beschreibung aufgetaucht, die von der "Entwickler-Gruppe" des Meßgerätes stammt.

Damit wird einiges klarer. Insbesondere die Bedienung der beiden Drehkondensatoren kann nun rekonstruiert werden.
Demnach gehört die Rundskala mit dem mechanischen Grob-Fein-Trieb zu dem wobbelbaren Oszillator, während für den nicht wobbelbaren Oszillator (mit zusätzlicher Feineinstellung) ein Rastknopf links neben der Rundskala vorgesehen ist. Damit konnte der Drehko definiert auf vorgegebene Werte eingestellt werden. Die dabei unvermeidlichen Frequenztoleranzen  ließen sich durch die Feineinstellung ausgleichen ("auf Schwebungslücke ... einstellen").

Es verhält sich somit genau anders herum als es in Post 5 vermutet wurde.

Beschreibung der Entwickler-Gruppe (pdf 862kB)

MfG DR

Hans M. Knoll
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29.Sep.09 12:03

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Hallo Herr Rudolph.

 

Danke fuer die Aufklaerung.  Es ist ja nur gut, wenn die Entwickler gewusst haben was sie machen.

Gruss Hans M. Knoll

  
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