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philips: Philips D7010 FM-Demodulator

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Ottmar Lauth
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23.Oct.17 11:16

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Bei dem Schaltbild ist Folgendes erstaunlich:

Der UKW - Demodulator besteht zwar aus einer in der Mitte angezapften Spule, 2 Kondensatoren à 10 p, 2 Widerständen à 22 Kiloohm, aber ein Ratio - Elko ist nicht zu finden.

Also: Gibt es UKW - Demodulatoren ohne Ratio - Elkos oder hat dieser Schaltplan einen Fehler ?

Edit: Titel um Suchwort FM-Demodulator ergänzt.

This article was edited 24.Oct.17 14:07 by Bernhard Nagel .

Dietmar Rudolph † 6.1.22
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23.Oct.17 11:55

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Zur Demodulation von FM gibt es eine "bunte Palette" von Demodulations-Prinzipien. Und nur der "Ratio-Detektor" benötigt einen Elko, mit dessen Hilfe eine Amplitudenbegrenzung des FM-Signals erreicht wird.

FM-Demodulatoren 1, FM-Demodulatoren 2, FM-Demodulatoren 3,

Aber die Suche im RM.org liefert noch einige weitere Ergebnisse - aber man muß halt mal suchen!

MfG DR

This article was edited 23.Oct.17 11:57 by Dietmar Rudolph † 6.1.22 .

Bernhard Nagel
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23.Oct.17 20:11

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Eine durchaus berechtigte und interessante Frage! Zunächst ein Ausschnitt der Schaltung des D7010 (der D7012 mit FM/MW/LW und der D7414 wenden das gleiche Prinzip für die FM-Demodulation an):

FM-Demodulator (oben) und AM-Demodulator des Philips D7010

Die beiden Dioden OA90G haben in der Tat die Polung entsprechend eines Ratio-Detektors. Ungewöhnlich ist die direkte Masseverbindung der Anode von D203 und Kathode D204. Die Schaltung ist symmetrisch, die demodulierte NF wird an der Reihenschaltung von R211 und R212 abgenommen.

Da eine Begrenzerwirkung im Demodulator nicht erkennbar ist muss sie im 3-stufigen ZF-Verstärker vorgenommen werden. Hierzu sind den Primärkreisen von S201 (nicht gezeigt), S205 und S207 Si-Dioden 1N4148 parallel geschaltet.

2. und 3. ZF-Stufe des Philips D7010 mit Begrenzerdioden

Der Demodulator erhält also ab einer gewissen Antennenspannung eine etwa konstante ZF-Amplitude die von AM-Resten und Störimpulsen befreit ist.

Einen Fehler enthält das Schema dennoch, der Collectorwiderstand von TS203 muss richtig 220Ω betragen. Mit 220kΩ dürfte die Schaltung nicht funktionieren. Die Korrektur ist im oberen Auszug rot eingetragen.

Ottmar Lauth
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24.Oct.17 18:51

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Hallo,

vielen Dank für die ausführlichen Infos. Da kann man noch einiges studieren.

Freundliche Grüße.

Ottmar Lauth

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24.Oct.17 19:03

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Hallo,

vielen Dank für die interessanten Infos.

Meine Forumsfrage hatte damit zu tun, dass der UKW - Empfang meines Geräte ziemlich schecht ist und ich zuerst vermutete, dass ein Ratio - Elko defekt ist. Der Klang ist immer dann am schlechtesten, wenn ein Sender  am genauesten eingestellt ist. Links und rechts davon ist der Klang sogar lauter und besser. So etwas habe ich auch schon oft erlebt, wenn bei einem Gerät der Ratio - Elko defekt war.Könnte aber hier der Fehler daran liegen, dass eine der Dioden defekt ist ?

Freundliche Grüße.

Ottmar Lauth

Bernhard Nagel
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24.Oct.17 20:01

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Ja, eine defekte Diode im Demodulator kommt durchaus vor. Dann kann der beschriebene Effekt auftreten das bei Sendermitte-Abstimmung die Wiedergabe leise/verzerrt ist. Das Verhalten entspricht dann dem eines Flankengleichrichters.

Die Germanium-Dioden D203, D204 können einzeln schnell in der Schaltung geprüft werden, ein Vielfach-Meßgerät mit Halbleiter-Test (Dioden-Test) sollte in Durchlass-Richtung je nach Meßstrom 0,15...0,3V Spannungsabfall zeigen. Die Sperrrichtung (Meßspitzen umpolen) sollte ebenso geprüft werden. Die Werte sollen bei beiden Dioden etwa identisch sein.

Auszug gedruckte Schaltung (PCB) des Philips D7010, Leiterbahn-Seite

Bei Unterbruch einer Diode mit demselben Typ ersetzen, vorzugsweise sollte das Paar ausgetauscht werden. Falls keine OA90(G) vorhanden ist, kann ein anderer niederohmiger Ge-Diodentyp verwendet werden.

Für den Fall das beide Dioden intakt sind muß der Abgleich der ZF gemäss Service-Anleitung geprüft werden. Probeweise kann S210 (Sekundärkreis des "Ratio"-Filters) nach Gehör bei Sendermitte auf unverzerrte Wiedergabe bei grösster Lautstärke getrimmt werden.

This article was edited 24.Oct.17 20:06 by Bernhard Nagel .

  
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