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philips: B6D41A; Saturn 641 Stereo

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André Kleeberg
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18.Oct.12 01:00

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Hallo liebe Radiofreunde,

auch ich bin stolzer Besitzer eines Saturn 641, bei dem ich bereits einige Unzulänglichkeiten, welche auf die berühmt-breüchtigten Widerstände (R8 im UKW-Tuner und R30 an der Abstimmanzeige) zurückzuführen waren, beseitigen konnte.

Nun habe ich ein eigenartiges Phänomen zu verzeichnen: der UKW-Bereich liegt nicht dort, wo er liegen soll. Normalerweise sollten 87,5 - 104 MHz abgedeckt werden. Dies bekomme ich vom Abgleich her schon gar nicht hin. Abgesehen davon, dass der Abgleichplan sehr rudimentär ausgefallen ist, steige ich auch nicht ganz in die doch recht eigenwillige Schaltung des UKW-Eingangsteils ein, so dass es mir an dieser Stelle auch nicht möglich ist das im Folgenden beschriebene Problem einzugerenzen.

Normalerweise sollte man mit S6 und C13 den Oszillator auf die Frequenzeckpunkte (wie bei jedem anderen Radio) abgleichen. Das schaffe ich schon gar nicht, d.h. wenn ich den C13 in Richtung der hohen Frequenzen einstelle, verschiebt sich im unteren Bereich alles so stark, dass ich den Bereich selbst bei mehrmaligem wechselseitigen Abgelich bei Weitem nicht so stauchen kann, dass auch alles zwischen 87,5 und 104 MHz empfangbar ist. Und nun noch das für mich völlig Unerklärliche: der Vorkreistrimmer C23 im Anodenkreis, welcher normalerweise auf 96 MHz einzustellen wäre, beeinflusst den Oszillator in dem Maß, wie es auch C13 tut.

Bei dieser Tunerschaltung habe ich fachlich gesehen echte Defizite: beispielsweise offenbart es sich mir nicht, was es mit der Kondensator-Kaskade (so nenne ich dies hier einmal), die aus C17 - C20 besteht, auf sich hat. Diese habe ich hier besonders im Verdacht. Jedoch möchte ich an dieser Stelle Klarheit, weil der Austausch dieser Teile einiges an Aufwand mit sich bringt.

Möglicherweise existieren hier bei routinierten Philips-"Jüngern" bereits einige Erfahrungswerte. Aber auch die Funktionsweise dieses UKW-Eingangsteils würde mich brennend interessieren.

Über eine Unterstützung wäre ich sehr erfreut.

Freundliche Grüße an das Forum

A. Kleeberg

This article was edited 22.Oct.12 20:27 by André Kleeberg .

Dieser Frage-Post (oder -Thread) wurde wegen Nichtbeantwortung automatisch verschoben, weil im "Talk" die Chance auf eine Antwort wesentlich höher ist als im ursprünglichen Board.
verschoben von Board »RADIOS IM RADIO-MUSEUM« am 24.Oct.12 01:00 von automatically 
Hans M. Knoll
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Hallo Herr Kleeberg.

Sie meinen die Schaltung in der UKW- Box gäbe Ihnen  Raetsel auf !

Hier im Museum gibt es dazu Texte von mir und Anderen. "additive Mischstufen" , Brueckenschaltungen,den GRUNDIG 5040W-3D in 5 Folgen usw.

Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass Ihr Modell vielleicht einen Induktive Abstimmumg hat, die eine voellig andere Art des Abgleiches braucht als das was Sie probieren ?

Wie ich das sehe, haben die Bilder hier eine L- Abstimmung der Abgleichplan aber einen Drehko.

Das aus meiner Sicht.

knoll

EDIT:

Wolfgang Bauer hat mir gezeigt, dass L6 eine Zusatzspule zum Variometer ist.

Der Abgleich also doch,  mit L bei tiefen und C bei hohen Frequenzen, erfolgt.

Das war mir leider entgangen, vorallem weil es ja nicht geht.  

 

Vielleicht ist der Fahrstuhl (die Kerne) falsch justiert?

 

Sorry Knoll

 

This article was edited 24.Oct.12 21:04 by Hans M. Knoll .

Hans M. Knoll
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In Post 2 habe ich eine Richtigstellung eingefuegt.

 

knoll

 

 

André Kleeberg
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Als erstes vielen herzlichen Dank für die fachliche Betreuung durch Hr. Bauer und Hr. Knoll!

Es stellte sich heraus, dass der Tuner vom Vorbesitzer soweit verstimmt war, dass ich auf eine Spiegelfrequenz abgeglichen hatte. Damit kamen die Schwingkreise naturgemäß an ihre Grenzen, so dass bei S6 bereits das Maximum erreicht war.

Der Abgleich des UKW-Tuners gestaltete sich nach dem Finden der richtigen Frequenzen wie beschrieben und erwartet.

 

Jedoch tat sich nach dem nochmaligen ZF-Abgleich am Ratiodetektor noch ein Problem auf: Wenn ich mich an die Abgleichanleitung halte, habe ich bei der maximalen Spannung am Ratioelko die größten NF-Verzerrungen verbunden mit starkem Rauschen, egal in welcher Relation ich S44 und S45 zueinander verstelle. Es ergeben sich stets jeweils 2 halbwegs anhörbare Zustände links und rechts von diesem vermeintlichen Maximum - eigentlich genau anders, als es sein sollte. Anzumerken wäre noch, dass eine Wirkung der AFC-Schaltung in Abhängigkeit der Stellung von S45 zu verzeichnen ist.

Daraufhin lötete ich die Demodulator-Platine aus und prüfte passiv alle Bauteile, die ich ohne weitere Auslötarbeiten ausmessen konnte und tauschte präventiv den Ratioelko. Die beiden Dioden hielt ich bei einer Durchlassspannung von ca. 0,35 V für funktionstüchtig. Die Spulen hatten Durchgang (das Verstimmen aller Kreise zeigte beim Abgleichen auch entsprechende Auswirkungen). Nach dem Einlöten der Platine zeigte sich keine Verbesserung.

Nun weicht die Ratiodetektorschaltung auch etwas von der mir bekannten klassischen Form ab, sei es die Parallelschaltung von S44 und S45 oder der massefreie Ratioelko. Hier scheint Philips eigene Wege gegangen zu sein.

Auch irretiert mich hier wieder das im Abgleichplan Geschriebene. Wie will ich S44 auf maximale AM-Unterdrückung abgleichen, wenn ich mit 15kHz Hub frequenzmoduliere? Hier sollte m.E. doch auch amplitudenmoduliert werden.

Gibt es seitens der Experten Tipps, wie hier am sinnvollsten weiter vorzugehen ist? Mit dem wechselseitigen Abstimmen von S43,S44 und S45 komme ich definitiv nicht ans Ziel. Kann man ähnlich wie bei den SABA-Geräten mit 2 Widerständen und einem Nullpunktinstrument besser diagnostizieren? Wenn ja, an welchen Punkten der Schaltung müsste ich die Hilfsschaltung ansetzen?

Oder ist es möglich, dass die EF184 (deren Spannungswerte nach Wechseln von R42 den Angaben in der Schaltung entsprechen) anodenseitig den Primärkreis bedämpft?

Über eine erneute Hilfestellung wäre ich sehr erfreut.

Viele Grüße an das Forum

A. Kleeberg

André Kleeberg
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25.Oct.12 21:48

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Nach einer halben Nacht Theorie in Form diverser Forumbeiträge und Texte (u.a. von Hr. Dietmar Rudolph bzw. Thomas Moppert und Ernst Schlemm) aus dem Radiomuseum fand ich heraus, dass es sich bei dem Ratiodetektor im Philips Saturn 641 um die symmetrische Variante handelt im Gegensatz zu den unsymmetrischen Schaltungen, wie man sie beispielsweise in SABA-Geräten vorfindet.

So war meine Frage nach der Anschaltung des Nullpunktinstruments schon einmal beantwortet.

Jedoch verbleibe ich bei meiner Meinung, dass die Abgleichanleitung "schwammig" ist.

Wie bin ich nun vorgegangen?

Das unmodulierte ZF-Signal koppelte ich über einen Kondensator (4,7nF) unmittelbar an den ZF-Ausgang des Tuners. Dort ist das abgeschirmte ZF-Kabel zur Hauptplatine angelötet, welches hervorragend erreichbar ist.

 
In diesem Zustand sollte der ZF-Kreis im UKW-Tuner (S10) sowie auch S27 beim Abgleichen außen vor bleiben! Mehr dazu weiter unten.

Im folgenden Bild sieht man die von mir korrigierte Darstellung, nach der ich den Ratiodetektor abgeglichen habe:

 

Zum Messen von Nullspannung sowie auch der Spannung über R48 kamen 2 Digitalmultimeter zum Einsatz, die ich nach dem Schema oben anschloss. S45 wurde verstimmt. Den HF-Generator stellte ich so ein, dass sich 2,5V Richtspannung am Voltmeter ergaben. Danach stimmte ich die ZF-Kreise in der Reihenfolge S43, S39, S40, S35, S36 auf Maximum Voltmeter. Bei starker Verstimmung muss man den Pegel des HF-Generators zurücknehmen, so dass die 2,5V Richtspannung eingehalten werden.

Danach wurde S44 auf Nullpunkt abgeglichen. Mit Amplitudenmodulation auf dem ZF-Signal stellte ich mit S45 nach Gehör auf das geringste NF-Signal (max. AM-Unterdrückung). Wechselweise korrigierte ich Nulldurchgang mit S45 und AM-Unterdrückung mit S44, bis ein Optimum erreicht war. Damit war der Ratiodetektor-Abgleich abgeschlossen.

Mit 102 MHz am Antenneneingang (unmoduliert) stimmte ich noch die Kreise S10 und S27 auf Maximum am Voltmeter. Zur Probe, ob auch die AFC ordnungsgemäß funktioniert, schaltete ich die Automatik (welche beim Abgleichen deaktiviert sein muss!) zu und korrigierte mit S44 die minimale Abweichung vom Maximum. Beim Verstimmen des Senders nach oben und unten konnte ich wie zu erwarten ein Nachziehen der Frequenz beobachten.

Für meine Verhältnisse war die Mission geglückt. Die Sender kommen nun wieder klar und unverzerrt, sowie auch mit EINEM Maximum zu Tage. 

Natürlich kann man mit einem Wobbler sowie einem Oszillofrafen noch das letzte Quäntchen herauskitzeln, aber ob sich dies zum hier vorliegenden Ergebnis um Welten unterscheidet, lasse ich an dieser Stelle einmal offen.

Ich hoffe mit diesem Beitrag ein wenig Klarheit in den nicht immer ganz einfach zu durchdringenden Jungle des Abgleichplans vom Saturn 641 gebracht zu haben. Mit Sicherheit kann man dies hier auch auf andere Philips-Modelle aus dieser Zeit übertragen, die über eine ähnliche Schaltungstechnik verfügen.

Zu überdenken wäre auch, ob dieser Beitrag möglicherweise beim Modell wieder besser aufgehoben wäre, als im Talk.

Freundliche Grüße

André Kleeberg

 

 

verschoben von Board »* TALK, talk, talk - nur für Mitglieder sichtbar« am 25.Oct.12 21:51 von Hans M. Knoll 
Hans M. Knoll
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25.Oct.12 21:57

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Hallo Herr Kleeberg.

 

Jetzt haben Sie es richtig angepackt. Die PHILPS- Anleitung ist dort (Ratio) unbrauchbar!

Ich habe den Vorgang zum Modell zurueckverschoben.

Der Kollege Antpoehler,hat vor langer Zeit auch was geschrieben.

 

Gruss Knoll

 

This article was edited 25.Oct.12 22:05 by Hans M. Knoll .

  
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