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philips: Philips Röhrenkoffer Annette

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Lutz Jänicke
Lutz Jänicke
 
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04.Jul.04 20:11

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Hallo,

kann mir jemand einen Tip geben: im "Annette" gibt es für die Beheizung der Röhren einen Nickel-Cadmium Akku (3,5 Ah, Entladespannung im Mittel 1,22 V). In meinem Gerät ist es  noch der originale, also ca. 45 Jahre alt.

Im Netzbetrieb dauert es ca. 5 min, bis das Gerät empfängt. Dann nochmals ca. 5 min, bis es volle Leistung hat.

Empfiehlt es sich, den Akku über die eingebaute Ladefunktion aufzuladen und wenn ja, wie lange? Oder sollte man den Akku besser ersetzen ?

Viele Grüße

Lutz Jänicke

 

Felix Schaffhauser
Felix Schaffhauser
 
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05.Jul.04 17:00

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Hatte auch mal so ein Radiogerät! Nach langer Zeit ist der eingebaute NiCd Akku alles andere als ein Stromspeicher,--eher nur noch ein schlechter Widerstand. Meist ist der Elektrolyt durch das oben angebrachte Ventil verdampft. Zum Betrieb bei Batteriespeisung taugt er also meistens nicht mehr. Eine nicht zu unterschätzende Wirkung kommt ihm aber noch bei der Stabilisierung und Glättung der Heizspannung zu: also keinesfalls herausnehmen und den Radio ohne betreiben!

In Ordnung bringen lässt sich das Gerät nur durch Ersatz des Akkus. Falls ein gleiches Ex. nicht auffindbar ist, kann natürlich eine Monozelle Typ C mit ca. 4 Ah herhalten, die dürfte vom Platz her hineinpassen.
PS Ich bin zum Schluss gekommen, dass dieser Design grundsätzlich nicht gut ist. Der Akku wird im Netzbetrieb gepuffert, was den NcCd Zellen nicht gut tut. Da sie auch nicht richtig entladen und geladen werden zeigt sich bald der Memory Effekt. Abhilfe würde eine BleiGel Batterie schaffen, aber die hat dann zuviel Spannung (2 Volt)!!

Trotzdem viel Erfolg beim Ersatz!
Felix

Peter Remmers
Peter Remmers
 
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07.Jul.04 19:44

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Hallo Herr Jänicke,
meine Anette habe ich nur mit Netzteil in Betrieb,auch ohne Akkus zur Glättung.
Es dauert ca.1 Minute bis der Empfang ausreichend laut ist.Kann es sein,daß die
Endröhre DL 96 emissionsschwach ist?
Mit freundlichen Grüßen!
Peter Remmers
PS.: Die Röhren sind noch zu beschaffen.
Lutz Jänicke
Lutz Jänicke
 
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07.Jul.04 23:47

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Hallo Herr Remmers,

habe inzwischen den Akku durch einen baugleichen (ebenfalls Annette) gewechselt und es funktioniert wieder tadellos - nur 5-6 Sekunden und das Gerät hat deutlichen Empfang (keine Übertreibung, ich war überrascht, wie schnell sich - kalte ! - Röhren aufheizen können). Ohne den Akku tat sich gar nichts. Die DL 96 ist tadellos, habe sie in einem anderen Gerät getestet.

Nur zur Sicherheit: ich meine  n i c h t  die Heizzelle, die man zusätzlich einsetzen kann (siehe Foto) - das ist meines Wissens nur bei Betrieb mit der Anodenbatterie notwendig. Ich habe hier (vor dem Akku-Wechsel) mal eine 1,5 V Monozelle eingesetzt, was keine Auswirkungen hatte.

Der von mir beschriebene Akku sitzt vorn direkt hinter dem LS und ist bei offenem Deckel nicht zu sehen (man muß das Chassis komplett ausbauen).

Trotzdem vielen Dank für die Hinweise.

Bleibt noch die Frage, ob es sinnvoll ist, den Akku hin und wieder (oder einmalig) mit der eingebauten Ladefunktion aufzuladen ? Herrn Schaffhauser habe ich so verstanden, daß man das lieber bleiben läßt - wer hat dazu Erfahrungen? Im Sinne der Originalität würde ich den Akku ungern ersetzen, da er ja auch gut seinen Dienst verrichtet. Spielt der Memory-Effekt überhaupt eine Rolle, wenn das Gerät nur noch im Netzbetrieb genutzt wird ?  Auch für viele andere Röhren-Koffer könnten das wertvolle Tips sein.

Viele Grüße

Lutz Jänicke

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Felix Schaffhauser
Felix Schaffhauser
 
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08.Jul.04 12:30

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Ihr Ergebnis zeigte deutlich, dass erwartungsgemäss (nach so vielen Jahren) der Akku beim Einschalten zuerst eine lange Formierungszeit benötigte und (aber das ist Nebensache beim Netzbetrieb) auch nicht mehr die originale Kapazität erreichte. Während dieser Zeit ist dann die Heizspannung auch nur langsam auf den Nominalwert angestiegen

Die im Gerät eingesetzten Batterie-Röhren sind direkt geheizt und daher ist die Kathode=Heizfaden bei konstanter Heizspannung (entsprechend einem geladenen Akku) auch rasch auf Temperatur.

Das bewusste Laden würde ich bei ab und zu Netzbetrieb bleiben lassen; es bringt wohl nichts. Man müsste den Akku schon mit einem speziellen Ladegerät einem Entlade-/Ladezyklus unterwerfen können. Ich denke, der Ersatzakku wird Ihnen auch so noch lange gute Dienste erweisen.

Mit bestem Gruss

F. Schaffhauser

 

Gerhard Heigl
Gerhard Heigl
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08.Jul.04 15:02

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Ich würde einen nicht funktionierenden Akku in der Annette nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn man das Schaltbild auf http://www.radiomuseum.org/dsp_modell.cfm?model_id=7049 betrachtet, sieht man dass der Akku hauptsächlich eine stabilisierende und siebende Funktion zu erfüllen hat. Dass die Schaltung für die Lebensdauer des Akkus nicht optimal ist, wurde schon erwähnt. Nun gibt es 2 Möglichkeiten eines nicht funktionierenden Akkus: Niederohmiger Schluss der Platten, keine Gefahr für die Röhren, die Heizspannung kann nur zu gering sein - das Radio spielt nicht mehr.

Der Akku wird hochohmig, die Heizspannung steigt unzulässig an, die Heizfäden brennen durch!

Ein Ersatzakku ist aus den oben genannten Gründen nicht ideal (Lebensdauer). Eine relativ einfache Ersatzschaltung bringt Sicherheit für lange Zeit:

Nr.1 ist die Originalschaltung ohne eingefügte Kontakte (Ladetaste, Austaste)

Nr.2 die Ersatzschaltung für den Akku. D1, D2 sind 1A-Dioden 1N4004 o.ä. C1 ein hochkapazitiver Elko, noch besser ein Gold-Cap mit bis zu 0,1 Farad.

Nr.3 Ersatzschaltung für den Akku. C1 Elko mit 4700µF/16V. R1 muss berechnet werden: Differenz Eingangsspannung - Ausgangsspannung (1,5V) durch Gesamtstrom der Röhrenheizungen = Ohm. Durch den Widerstand R1 wird die Siebwirkung erhöht und die Verlustleistung an den Dioden verringert.

Die Pfeile weisen zu den Röhrenheizungen.

Diese Ersatzschaltung habe ich mit Erfolg bei den Radioneportables R20 und R25T eingesetzt.

  
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