radiomuseum.org
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.
 

philips: Philips Vibrator im Präludio und Rondo 1938

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Bernhard Nagel Otmar Jung Heribert Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » philips: Philips Vibrator im Präludio und Rondo 1938
           
Uwe Ronneberger
Uwe Ronneberger
Editor
D  Articles: 472
Schem.: 75
Pict.: 461
17.Jul.09 13:10

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Quelle : Nr.49 Das Kleine Kino- und Radio-Blatt Seite 17

Neuartige Lösung des Allstromproblems

Der Philips-"Vibrator" macht Wechselstromempfänger auch für Gleichstrom geeignet

Die letzten Jahre haben uns den Allstromempfänger beschert, der bekanntlich die Rolle des Gleichstromempfängers übernommen hat. Ursprünglich mag man wohl der Ansicht gewesen sein, daß mit der Schaffung dieses Universalempfängers auch für das Wechselstromgerät das letzte Stündchen geschlagen hat. Aber dieser Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen. Freilich wäre es sehr schön, mit einer einzigen Empfängertype auskommen zu können, doch leider ist der Allstromempfänger in der Form, wie er uns heute entgegentritt, nicht diese Type.

Aus zwei Gründen, 1. ist die Allstrom- stets teurer als die Wechselstromausführung und 2. ist sie nur dann in ihrer Leistung mit jener vergleichbar, wenn sie an 220 Volt angeschlossen wird. Manche Firmen bauen daher Allstromempfänger überhaupt nicht für 11O Volt, ebenso wie es noch zahlreiche Empfänger gibt, die nur für Wechselstromnetzanschluß hergestellt werden.

Eine wirklich sensationelle Neuheit auf diesem Gebiet verdanken wir nun der Firma "Philips". Sie erzeugt zum erstenmal Wechselstromempfanger ("Präludio", "Rondo"), die durch ein kleines Einbaugerät, den Philips-"V i b r a t o r", auch für den Anschluß an Gleichstrom geeignet werden. Das bedingt zwei bedeutende Vorteile, sowohl für den Hörer als auch für die Erzeugerfirma. Die Empfänger liefern nun auch an Gleichstromnetzen niedriger Spannung die Höchstleistung und Fabrik und Händler müssen nicht mehr zwei Gerätetypen herstellen, beziehungsweise auf Lager halten.
Es gibt also von den Empfängern "Rondo" und "Präludio" nur eine einzige Ausführung, die zunächst nur für Wechselstrom geeignet ist.
Wer Gleichstrom zu Hause hat, muß den "Vibrator" dazukaufen, der mit wenigen Handgriffen im Apparat eingebaut ist.
So einfach ist diese Umänderung auf Gleichstrombetrieb, daß sie von jedem Laien vorgenommen werden kann. Es ist nichts anderes notwendig, als den "Vibrator" an der dafür vorgesehenen Stelle, innerhalb des Empfängers, mit Schrauben zu befestigen und den Vielfachstecker in eine entsprechende Öffnung oberhalb des Spannungswählers einzustöpseln. Jetzt kann der Empfänger an ein Gleichstromnetz beliebiger Spannung angeschaltet werden, da man mit dem Spannungswähler eine der Spannungen von 110 bis 220 Volt einstellen kann.
Noch einfacher als die Erweiterung auf Gleichstrombetrieb ist das Zurückgehen auf Wechselstromanschluß. Man braucht bloß den Vielfachstecker herausziehen, der Vibrator selbst kann montiert bleiben.

Zerhacker-Prinzipschaltung


In Abb. 1 zeigen wir ein vereinfachtes Schaltbild, in Abb. 2 eine Ansicht des kompletten, einbaufähigen   Vibratorblocks. Im wesentlichen handelt es sich dabei um einen sogenannten Wechselrichter oder Zerhacker, wie er vom Autoradio her bekannt ist. Bei Kräftwagenempfängern wird bekanntlich ein Wechselrichter mit schwingenden Kontakten verwendet, um den Gleichstrom der Anlasserbatterie in Wechselstrom umzuwandeln. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit mit dem Vibrator ganz kolossal. An Stelle der Batterie tritt hier das Gleichstromnetz und durch den Zerhacker Z erfolgt die Verwandlung in Wechselstrom.
R ist ein Umschaltrelais, das für den Einschaltvorgang wichtig ist. Der Zerhacker stellt gewissermaßen einen Umschalter dar, der den bei "Netz" eintretenden Gleichstrom abwechselnd über beide Wicklungshälften des Netztransformators schickt. Die beiden Wicklungshälften sind einander entgegengesetzt geschaltet; werden sie abwechselnd von Gleichstromstößcn durchflossen, so entsteht in den Sekundärwicklungen des Transformators ein regelrechter Wechselstrom, der in bekannter Weise zur Heizung der Röhren und Speisung des Anodenstromgleichrichters dient. Das Relais, das hier stark vereinfacht gezeichnet wurde, hat die Aufgabe, zu große Stromstöße beim Einschalten zu verhüten; es ist als ein kombiniertes thermisch-magnetisches Relais gebaut, das erst nach etwa einer halben Minute die richtigen Belastungsverhältnisse herstellt.
Erst nach dieser Zeit arbeitet der Empfänger deshalb mit voller Leistung und völlig brummfrei.
Der eigentliche Wechselrichter, das heißt der Zerhackerschwingkontakt, ist in Schwammgummi gelagert und außerdem in ein doppeltes Metallgehäuse mit Tuchdämpfungen eingebaut, um zu vermeiden, daß das Schwinggeräusch nach außen dringen kann; infolgedessen ist mit dem Gehör überhaupt nicht festzustellen, ob das Gerät an Gleich- oder Wechselstrom betrieben wird. Er ist aber auch elektrisch entstört, so daß die Kontaktfunken selbst bei empfindlichster Einstellung des Empfängers keine Störungen zur Folge haben können.

Geräte dieser Art werden bisher nur von "Philips" gebaut, ihre Vorteile sind aber so bedeutend, daß es sicher nur eine Frage der Zeit ist, bis auch andere Fabriken zu dieser Art von Universalempfängern übergehen.

Philips-Vibrator

This article was edited 17.Jul.09 13:13 by Uwe Ronneberger .

  
rmXorg