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Plattenspieler Abtastsysteme DDR ab 1959

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Wolfgang Eckardt
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28.Apr.09 21:52

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Für alle Sammler und Betreiber alter Schallplattenspieler aus den DDR-Betrieben möchte ich hier einen interessanten Artikel aus den RFT-Mitteilungen 1964 zur Kenntnis geben.
Außer einer tabellarischen Übersicht der verwendeten Systeme geht es um detaillierte Informationen.

Eine erste Übersichtstabelle der ab 1959 verwendeten einheitlichen Abtast-Systeme aller DDR-Firmen hier:

Die Buchstaben in der ersten Spalte bedeuten im Einzelnen:
System 3:  Magnetisch, Umschaltbar (Normal-, Mikrorillen) 
System 4:  Magnetisch (Mono)
System 5:  Magnetisch, Stereo, Diamantnadel
System 6:  Kristall, Stereo 
System 7:  Kristall,  Stereo  (Nur für Export, von Elac bezogen)
System 8:  Kristall  (Mono, Mikrorille)
System 9:  Kristall, Umschaltbar Normal-, Mikrorillen, (Mono)

Für die weit verbreiteten Plattenspieler vom Funkwerk Zittau der Modellreihen Ziphona P10-  bis P20-  steht eine dieser System-Ziffern als letzte Ziffer der Modellbezeichnung und gibt damit an, welches Abtastsystem eingebaut ist.
Ab 1967 auch System 15 = MS15SD: Magnet. System, Stereo, Diamantnadel.

Die Ziffer davor, also die vorletzte Ziffer, gibt den Typ des Tonarmes an:
3 = TA3: abgerundete Grundform
6 = TA6: eckige (kantige) Grundform
7 = TA7: ähnlich TA6, kantig
8 = TA8: Metall-Rohr-Tonarm (erst bei P16)

Zusätzlich angehängte Buchstaben geben noch Auskunft über die Bauform:
    K=Koffer, Z=Zarge, T=Tisch, W=Wiedergabeteil. 

Beispiele (siehe auch gelistete Modelle):

Pxx-36T:  3= Tonarm TA3 (gerundet); 6= Kristallabtaster Stereo, T= Tisch (Schrank)
Pxx-63KW: 6= Tonarm TA6 (kantig);  3= magnet. Abtaster umschaltbar, Mono; KW= Koffer mit Verstärker + Lautsprecher (Wiedergabeteil).
Pxx- 65K:  6= Tonarm TA6; 5= magnet. Abtaster stereo, Diamant; K= Koffer. 
Pxx- 69Z:   6= Tonarm TA6; 9= Kristallabtaster mono, umschaltbar; Z= Zarge mit Abdeckhaube. 

Da die Leipziger Firma, die ausschließlich die Kristall-Systeme baute, eine andere Kennzeichnung verwendete, ergeben sich für die eingesetzten Abtaster aus Spalte 2 folgende Bedeutungen:
KSS xxxx:    Kristall-System Stereo ... (System 6)
KSM xxxx :   Kristall-System Mikrorillen Mono  (System 8)
KSMU xxxx:  Kristall-System Mono Umschaltbar Normal-/ Mikrorillen (System 9)

Der vollständige Artikel als OCR-Scan in der Anlage.

Wolfgang Eckardt

Edit: Schreibfehler korrigiert.

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This article was edited 14.Aug.09 14:34 by Wolfgang Eckardt .

Wolfgang Eckardt
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03.Jan.11 16:34

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In der Zeitschrift "radio fernsehen elektronik" Heft 8/1980 fand ich einen Beitrag darüber, welche Abtastsysteme in den Plattenspielern der DDR verwendet wurden, wie diese eventuell ersetzt werden können und was bei einem Ersatz zu beachten ist. (Modellstand 1980)
In der Anlage ist der bearbeitete Scan zu finden.

Einen weiteren Beitrag "Auf der Suche nach Ersatz" fand ich in "Elektronisches Jahrbuch 1989".
Auszugsweise gebe ich hier einige relevante Passagen wieder.


Auf der Suche nach Ersatz

Abtastnadeln sehen oft besser aus, als sie in Wirklichkeit sind. Beim Erreichen der Grenznutzungsdauer der Abtastnadel steht die Frage: nur Nadelwechsel oder Austausch des gesamten Systems? Bei piezoelektrischen Systemen ist das Auswechseln der Nadelträgereinheit recht problemlos. Ersatznadelträger sind (-waren- W.E.) handelsüblich. Das Bild zeigt an Hand eines Kristallsystems KS 23 SD das Vorgehen beim Nadelwechsel. 

 

 
Zwei Nähnadeln werden im 45-Grad-Winkel am Nadelträgerlager angesetzt. Durch gleichmäßigen Druck auf beide wird das Trägerlager herausgehebelt. Der neue Nadelträger wird senkrecht in die Gehäuseaussparung eingedrückt. Dabei darf kein Druck auf das Kopplungsteil ausgeübt werden. Man muss die Nadelstellung nicht nachträglich justieren, das wird bereits beim Hersteller durchgeführt.

Wenn die Erneuerung der Abtastnadel notwendig ist, sollte bei der Wahl der neuen Nadel bedacht werden, welch wichtige Funktion ihr zukommt. Eine Originalersatznadel sichert die ursprüngliche Qualität. Bei Saphirnadeln wäre zu überlegen, ob eine Diamant-Ersatznadel nicht wirtschaftlicher ist. Das dürfte besonders bei häufigem Gebrauch des Plattenspielers zutreffend sein.
Keramische Systeme lösen auf dem Sektor der piezoelektrischen Wandler zu-nehmend die Kristallsysteme ab. Beim Austausch von Kristall- gegen Keramik-Abtastsysteme ist zu beachten, daß die letztgenannten sowohl eine etwas geringere Ausgangsspannung abgeben als auch eine andere Auflagekraft erfordern. Sonst stimmen die Anschlußimpedanzen beider überein.
Eine Nadelträgererneuerung bei magnetischen Systemen ist in «Heimarbeit» kaum möglich. Das sollte Spezialisten überlassen werden.
 

 
Es gibt einige Austauschvarianten für komplette Abtastsysteme, wie die Tabelle in der Anlage aufzeigt. Zumindest muss dabei beachtet werden, ob das ausgewählte System zum eingesetzten Tragarm passt. Beispielsweise kann für das KS 23 SD der Nachfolgetyp KS 231 SD ohne Änderungen am Abspielgerät eingesetzt werden. Aber: Der wie üblich auswechselbare Nadelträger 231 SD läßt sich jedoch nicht gegen den Nadelträger des Vorgängertyps 23 SD austauschen!
Ebenso nicht möglich ist der Austausch der magnetischen Systeme MS 15 SD ... MS 17 SD gegen die HiFi-Spitzensysteme MS 25 SD bzw. MS 27 SD. Dagegen spricht außer konstruktiven Änderungen (½-Zoll-Befestigung) auch die andere erforderliche Eingangsimpedanz der Entzerrervorverstärker. Beim Ersatz des MS 25 SD gegen Importe (UNITRA, Philips, Shure) müssen die spezifischen Anschlussbedingungen genau beachtet werden.
Abschließend noch ein Hinweis. Es ist nicht sinnvoll, bei Stereowiedergabeanlagen mit Kristallabtastsystem ein magnetisches System einzubauen und den erforderlichen Entzerrervorverstärker nachzurüsten. Das ruft eine Qualitätsminderung hervor, weil die Fremdfeldeinstreuungen kaum zu beseitigen sind. Dafür sind Antrieb und Laufwerk meist nicht entsprechend ausgerüstet (Abschirmungen).
 
Wenn Störungen auftreten 

Treten bei der Schallplattenwiedergabe Störungen auf, so muss der Grund dafür nicht immer an der Gesamtanlage zu suchen sein. Es kann an der Schallplatte selbst liegen oder auch am Abtastsystem. Da letztgenannte Baugruppe betrachtet wurde, sollen abschließend Fehlerursachen, die im Zusammenhang mit Abtastsystemen auftreten können, genannt werden. Ein Anspruch auf Vollständigkeit der Tabelle wird nicht erhoben. Bei Fehlern, die sich an Hand der Tabelle nicht beheben lassen, sollte man den Fachmann zu Rate ziehen.
 
 

So geht es auf jeden Fall nicht......
W.E.
 
  

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This article was edited 06.Jan.11 22:03 by Wolfgang Eckardt .

Florian Henkel
 
 
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29.Oct.21 01:13

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Ich möchte einen Beitrag zur Weiterverwendung der kantigen Tonarme (TA6, TA7) liefern.

In einem Plattenspieler war das KST 22 verbaut und die Ersatzsysteme auch alle wegen hygroskopischer Eigenschaften der Seignettesalz systeme unbrauchbar.

In die genannten Tonarme passt der mittels Schraube gehaltene Tonabnehmer aus dem Plattenspieler PE66 sehr gut hinein. Das Gewicht stimmt in etwa mit den KST Systemen überein und neue Nadeln sind vielfach verfügbar. Auf die genaue Positionierung des neuen Schraubenlochs mit Senkung ist genau zu achten. Ob man auch die meistens im Tonarm verklebte Verkabelung tauscht ist Ansichtssache, 2 versetzt angebrachte Lötpunkte der alten Verkabelung an den Stecker des PE-Systems sorgen ebenfalls für gute Ergebnisse.

Leider habe ich für den älteren Arm (Blindschleiche) noch keinen passenden Ersatz gefunden.

Beste Grüße

Florian Henkel

  
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