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RADIONE oder nicht?

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Bruno Candreia
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09.Oct.19 08:25
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Guten Tag

Ich habe mal wieder einen alten Radioapparat bei mir, vermutlich aus den 1920er-Jahren. Nach meinen bisherigen Recherchen könnte es sich um einen Bausatz der Wiener Fa. RADIONE (RADIO Niklaus Eltz) handeln. Leider ist nirgends ein Typenschild zu finden. Daher auch meine Vermutung, dass es sich "nur" um einen der Bausätze handelt, die damals angeblich von RADIONE angeboten wurden.

Mit den 6 Röhren und dem Aussehen nach könnte es sich wohl um ein Modell der Reihe: SUPERAUTODYNE handeln. Soweit ich die Schaltung bisher analysieren konnte, handelt es sich aber nicht wie hier für diese Modelle angegeben um einen Superhet, sondern eher um ein Geradeausempfänger. Ich kann mich aber auch irren!

Wer kann dazu etwas sagen? Ich hänge dem Post ein paar Bilder an.

Dankbar für jedwelche Tipps grüsst

Bruno Candreia

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Wolfgang Holtmann
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09.Oct.19 10:31
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Guten Morgen Bruno

Ob das ein Superhet ist oder nicht, hängt auch von der 1. Röhre ab.

Was ist das für ein Type? Sollte es sich um eine Doppelgitterröhre handeln, dann ist es ein Superhet.

Aber auch mit einer Triode als Mischer-Oszillator lässt sich ein Superhet bauen....

MfG

This article was edited 09.Oct.19 10:37 by Wolfgang Holtmann .

Bruno Candreia
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09.Oct.19 11:44
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Danke Wolfgang für die schnelle Antwort!

Es ist eine Philips A441. Es ist eine Tetrode, also eine mit Schirmgitter. Also doch Superhet!? Was mich irritiert, eine Superhetschaltung braucht doch einen Doppeldrehkondensator, wobei beide im "Gleichlauf" sein müssen. Allerdings sind schon zwei getrennte Drehkondensatoren vorhanden. Kann es sein, dass man damals den Senderabgleich an 2 Drehkondis machen musste? Ja, ich erinnere mich, sowas mal gehört zu haben(?!?)

Und die fehlende Spule wird noch beim Enkel des ehemaligen Besitzer des Apparats gesucht.

Danke nochmals für deinen Hinweis und beste Grüsse

von Bruno

 

Wolfgang Holtmann
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09.Oct.19 14:10
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Ok Bruno

Also, die A441 ist keine Schirmgittertetrode, sondern eine Röhre mit zwei Steuergitter. Am heizfadenahen Gitter (g1) liegt die Oszillatorspule und das Antennensignal geht an das anodennahe Gitter (g2). 

Manchmal ist die fehlende Eingangsspule nicht erforderlich, dafür wird eine Rahmenantenne verwendet wo der linke Drehko parallel liegt.

Diese Schaltung wurde von DUCRETET in Frankreich erstmals verwendet und heißt "Modulateur Bigrille". Die ZF beträgt so um die 50 kHz.

Richtig, damals mussten zwei Drehkos bediend werden.

MfG

Bruno Candreia
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09.Oct.19 16:10
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Danke Wolfgang!

Man lernt nie aus! Ich habe tatsächlich zu dieser Röhre mal was gesehen, das diesen Namen trägt: "Modulateur Bigrille". Ist glaube ich hier bei der Röhre beschrieben. Konnte aber nichts damit anfangen. Neu ist mir auch, dass es Tetroden mit 2 Steuergittern, statt der normalen Anordnung (g1/g2). Oder stimmt ev. die Angabe bei der Röhre nicht? Ist das gar keine Tetrode?

Uebrigens beim Röhrenbeschrieb ist die Schaltung des "Demodulateur Bigrille Ducetet" aufgezeichnet

Eben, man lernt nie aus!

MfG Bruno

 

Steffen Thies
 
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09.Oct.19 19:09
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Hallo Bruno und Wolfgang,

die Spulenaufnahme und sämtliche Filter sehen genau aus wie in meinem "Radio Mondial". Sie stammen von der französischen Firma Dario. Anscheinend sind diese Sätze bei Kleinfirmen verbaut worden.

Bei mir ist eine Wechselspule "Ondes courtes" vorhanden, die meiner Kenntnis nach einen Bereich oberhalb Mittelwelle, aber unter der heutigen KW abdeckt - nachmessen konnte ich noch nicht, weil das Radio noch nicht restauriert ist. Die Drehkos verlangen sehr viel Arbeit...

Zur Funktion:

In der Tat stimmt ein Drehko mit der Wechselspule den Oszillator ab. Der andere liegt parallel zu den Eingangsbuchsen und erfordert eine passende Rahmenantenne.

Das erste ZF-Filter erlaubt mit dem Quetscher obendrauf (wundern Sie sich nicht über das komische Schraubgefühl) eine Abstimmung dieses Filters von 54...62 kHz. Seine  Bandbreite beträgt 2,2 kHz bei 61,4 kHz.

Die kleinen Filter besitzen keinen Kondensator. Sie sind so gewickelt, daß ihre Eigenresonanz im Arbeitsbereich liegt, möglicherweise so wie das hier beschrieben ist. Sie sind dadurch breitbandig. Bei mir sind davon gleich drei verbaut, wobei zwei 1:1 sind und der dritte etwa 1:1,5. Alle drei sind immer noch erstaunlich genau aufeinander abgestimmt: 60,4 / 61,8 / 62,0 kHz bei einer Bandbreite von 15 kHz.

Bitte die Meßwerte nicht so genau nehmen - ich habe damals noch nicht gewußt, wie man richtig ankoppelt, und ich habe ohne Röhren gemessen. Das interessante grundsätzliche Verhalten wird im Betrieb jedoch sehr ähnlich sein.

Grüße,

Steffen Thies
 

Wolfgang Holtmann
Wolfgang Holtmann
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09.Oct.19 18:45
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"Neu ist mir auch, dass es Tetroden mit 2 Steuergittern, statt der normalen Anordnung (g1/g2). Oder stimmt ev. die Angabe bei der Röhre nicht? Ist das gar keine Tetrode?"

Die Bezeichnung "Tetrode" besagt nur, dass 4 Elektroden eingebaut sind, wie bei der A441. Hat wenig mit der Funktion zu tun.

Ich gebe zu, es hört sich ungewohnt an, wenn das Antennensignal auf Gitter 2 zu liegen kommt. Jeder denkt dann an das Schirmgitter....

Diese Röhre hat einen größeren Sockel und ist abweichend gegenüber dem 5-pol Europasockel beschaltet.

MfG

 

Bruno Candreia
Bruno Candreia
 
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09.Oct.19 19:37
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Danke Steffen Thies und Wolfgang Holtmann!

Hochspannend! Ich werde mich mit dieser mir bisher unbekannten Schaltungstechnik mal näher beschäftigen, wie mit den mir bisher unbekannten Röhrentypen.

Tetroden waren für mich bisher die allg. bekannten Sende-Powertetroden und die NF-Beampower-Tetroden anstelle der Power-Pentoden EL84 und EL34, die meist in Uebersee aus Patentgründen entsprechend produziert und eingesetzt wurden (zB. 6L6 anstelle EL34 usw).

Dem Hinweis auf die Herkunft der Spulen aus Frankreich werde ich weiter nachgehen.

Danke Beiden nochmals und grüsse bestens

Bruno Candreia

Manfred Rathgeb
 
 
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11.Oct.19 22:44

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Hallo, liebe Sammlerkollegen,

viel kann ich nicht beitragen, aber etwas zur Aufklärung. Der Begriff  Modulateur Bigrille wurde nicht nur von Ducretet verwendet, sondern war in Frankreich Allgemeingut.  In die Anlage habe ich zwei Schemas aus einem Katalog von ca. 1926/27 eingegeben, man möge es mir bitte nachsehen. Zu den Schaltplänen gibt es jedoch keine Nomenklatur. Dario (Stand 1927) war m.W. in Frankreich kein Hersteller sondern nach meinen Unterlagen die Societe des marques et brevets, d.h.  beim Produkt wurden die Marken- und Patentrechte beachtet (und bezahlt). Diese Gesellschaft wiederum gehörte zum grossen Verbund der La Radiotechnique. 

Der vermeintliche Radione scheint mir ein frz. Bausatz zu sein, die Musterung der Ebonite-Platte, die Knöpfe und einige Bauteile innen ( v.a. die HF-Transformatoren)   scheinen von unseren Nachbarn im Westen zu kommen, die ein überreiches und leider unübersichtliches Angebot an Batteriegeräten und besonders bei diesbezüglichen Bausätzen hatten. Es gab aber auch bauteilemässig Beziehungen zwischen Frankreich und Österreich.

Zu eventuellen Recherchen  bei den Bauteilen möchte ich noch anmerken, dass so mancher frz. Hersteller von pieces detachees im Radiomuseum noch nicht erfasst ist.

Weiterhin viel Spass bei den Recherchen!

Manfred Rathgeb

Ergänzung vom 12.10.2019:

Unter Homebrew_4-tube Receiver before 1930 sind im Prinzip gleiche Geräte angelegt, nämlich mit einer langgestreckten Bauform mit der Anordnung der Röhren nebeneinander, entsprechend dem Schema und wohl auch der Stufen. Mein dort abgebildetes Gerät stammt - wie auch weitere ähnliche, die ich aber nicht abgebildet habe - definitif von einem Sammler aus der französisch srechenden Schweiz.

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This article was edited 12.Oct.19 11:46 by Manfred Rathgeb .

  
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