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Radiosammler: Forum für Radiosammler; Forum der Radiosammler

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Ernst Erb
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06.Jan.04 23:15

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Radiosammler bilden hier eine grosse internationale Gemeinde. Radiosammler tauschen im Forum Informationen aus. Mehr als 200 haben durch das Hochladen von Bildern ihre eigene "Homepage bei www.radiomuseum.org" gebaut. Auch können die Radiosammler mehr als 17'000 Radioschemas ansehen und ausdrucken. Thema Radiosammler: Es gibt alleine in Deutschland tausende von Radiosammlern. Die Motivation der Radiosammler ist ganz unterschiedlich. Radiosammler können jung oder alt sein. Es gibt bei uns auch Radiosammlerinnen.

Das Forum für Radiosammler ist erst Mitte 2003 entstanden. Das Forum der Radiosammler ist noch ergänzt durch das Forum Texte. Siehe Reiter "Texte". Da finden Radiosammler vor allem Fachartikel. Das kann so wie untenstehend - für Radiosammler geschrieben - aussehen. Man kann sich nämlich fragen, was Radiosammler zum Radiosammeln bringt. Etwa Mitte der 80er Jahre habe ich mich das gefragt und für Radiosammler notiert. Daraus entstand ein Buch. Ich veröffentliche hier einen Textteil, den ich währen vieler Jahre nicht mehr gelesen habe  - und ohne, dass ich ihn auf den heutigen Wert für Radiosammler oder Radiosammlerinnen bzw. Frauen von Radiosammlern überprüft habe. Ich habe lediglich den Begriff Radiosammler eingestreut, wie auch hier oft verwendet, damit dieser Artikel gute Plätze bei Suchmaschinen erreichen soll.  

Beispiel eines Textes für Radiosammler  aus dem Buch "Radios von gestern":
Der Sammeltrieb ist im Menschen tief verwurzelt; er sammelt zum Teil die unglaublichsten Dinge. Ein Hobby wie das Sammeln kann einem Menschen den Horizont erweitern, interessante Kontakte bieten und sogar Freundschaften stiften; im negativen Sinne kann es auch zerstörerisch wirken. Dieses Kapitel befasst sich mit Sammelmotiven und -richtungen, Möglichkeiten des Erwerbs von Stücken, den etwaigen Einfluss unserer Sammlertätigkeit auf andere Menschen und mit der möglichst ansprechenden Präsentation der Kollektion.

Eines ist klar: Es liegt an der Sammlerperson, am Radiosammler, ob das Hobby sie selbst und ihre Umgebung bereichert oder vergiftet. Leider gibt es wohl keine Statistik, die aussagt, wie viele RAdiosammler aus ihren Sammlungen ihre Götzen gemacht haben. Oft hat es der Radiosammler in der Hand, ob sich seine Mitmenschen für die Hintergründe und das Umfeld des Radiosammelns bzw. der gesammelten Stücke interessieren oder nicht. Sicher ist, dass das Sammeln von Radios eigentlich für den Radiosammler und seine Umgebung einen Sinn geben sollte. Erfragen wir einmal die möglichen Hintergründe unseres Tuns:

Motive des Sammelns
Jede unserer Handlungen hat Ursache, Sinn und Wirkung. Wenn wir uns dies in unser Bewusstsein rufen, können wir uns und andere besser verstehen. Auch wenn dies nicht auf den ersten Blick klar hervorsticht, Grundmotive zum Radiosammeln gibt es nur wenige. Meist kommt beim Radiosammler nicht ein Grundmotiv alleine vor, sondern es sind Motivationen in unterschiedlicher Stärke vorhanden; bei extremen Fällen kann man allerdings bereits auf Grund der Sammlung und der Einstellung zum Thema auf die Dominante kommen. Es sind dies natürlicher oder übersteigerter Sammeltrieb, Suche nach eigener Identität (übersteigert als Geltungsbedürfnis), Anhäufen von Gut (übersteigert als Besitzgier), Bewahren, Freude an schönen Dingen, Interesse an der Sache - z.B. an der Technik, der Geschichte etc.

Sammeltrieb
Ein gesunder Sammeltrieb führt zum Aufbau einer Sammlung, die je nach finanziellen Möglichkeiten eine bestimmte Linie von Geräten umfasst. In jedem Fall sucht der Radiosammler Vollständigkeit auf einem beschränkten Gebiet zu erreichen, sammelt spezifisch und beschränkt bewusst seinen Radius, sucht aber dennoch beharrlich nach Stücken, die in der Sammlung fehlen. Oft ist er hinter Stücken her, die keinen grossen Wert aufweisen, aber zur Radiosammlung gehören. Der gute Radiosammler informiert sich über die Geschichte der Sammelstücke.

Bei übersteigertem oder sogar krankhaftem Sammeltrieb beginnt das Raffen. Besonders bei älteren Menschen geht das soweit, dass sie alles aufheben. Meist gibt es weder Zusammenhang noch Ordnung; das Sammeln ist ein Muss. Ich kenne "Radiosammler", die haufenweise Ersatzteile wie Röhren, Bedienungsknöpfe etc. horten, aber kein Stück davon abgeben, wenn einem Radiosammler konkret etwas fehlt - oder dann zu einem extremen Preis. Sie wissen meistens nicht, wo sie was haben. Derartige Personen schaden dem Sammlerwesen - dies allerdings nur vorübergehend!

Radiosammler möchten eine eigene Identität suchen
Gerade bei unserer Massen-Konsumgesellschaft, die auf Verbrauch statt Gebrauch getrimmt ist, suchen sich die verbleibenden "Individuen" auch äusserlich von der Masse abzuheben. Sie möchten etwas besitzen, was andere nicht einfach kaufen können - etwas, das nicht mehr im normalen Angebot steht. Es spielt oft keine Rolle, wenn diese Person das Sammelobjekt durch mühevolle Arbeit wieder instandzusetzen hat. Je nachdem, wie weit andere Komponenten wirken, begnügt sie sich mit einem oder wenigen, möglichst exklusiven Stücken, die zum Schmücken oder Personalisieren der eigenen Umgebung dienen.

Wenn es technische Geräte sind, möchte dieser Radiosammler wohl etwas über das Innenleben wissen, sofern er technisch interessiert ist und den Zugang hat. Es spielt keine Rolle, ob eine Gerätelinie vollständig oder ob das Stück teuer oder billig ist. Die Optik spielt eine Rolle. Die Sammlung bleibt klein, aber gediegen. Die begonnene Sammlung kann den geschilderten Sammeltrieb wecken, das Interesse steigt, die Radiosammlung vervollständigt sich.

Ein Mensch mit übersteigertem Geltungstrieb - gemäss Dr. F. Künkel "Ichhaftigkeit" statt "Wirhaftigkeit" genannt - möchte sich mit der Radiosammlung "ein Denkmal" schaffen. Er will im Extremfall ein eigenes Museum erbauen, obwohl dies wegen Mangel an Massenpublikum wirtschaftlich nicht haltbar und die Radiosammlung meist alles andere als repräsentativ ist. Sind diese Gedanken vorhanden, sollte man zuerst in den Museen und bei den "grossen" Radiosammlern Umschau halten, bevor man sich ein eigenes Podest erstellen will.

Das eben erwähnte gilt nicht für Radiosammler, die über Jahrzehnte eine seltene, weil ziemlich vollständige Radiosammlung aufgebaut haben. Viele Museen sind durch private Radiosammler entstanden und man hat diesen Menschen dankbar zu sein. Beispielsweise gibt es private Radiomuseen, in denen einige Radiosammler zusammenwirken, die sogar Jugendliche ohne Kosten oder mit einem bescheidenen Kostenanteil weiterbilden.

Radiosammeln als Kapitalanlage
Irgendwie gilt es immer, sich seine Radiosammlung möglichst günstig aufzubauen. Ein gewisser Mehrwert soll anfallen, falls ein Verkauf notwendig ist. Fast jede Radiosammlung stellt einen gewissen Anlagewert dar. Dominiert dieser Gedanke, sammelt man wohl nur exquisite Stücke; beschränkt sich also auch. Wenige Radiosammler dieser Kategorie legen selbst Hand an bei der Restaurierung. Radios sind für das Ausleben dieses Motives nicht gut geeignet, so dass dieser Sammlertyp eher Kunst sucht.

Bei übersteigertem Besitztrieb ist man der festen Überzeugung, dass eine Radiosammlung automatisch im Wert steigt und einmal "das grosse Geschäft" bringt. So beginnt das Raffen. Es bleibt einem keine Zeit mehr für die Pflege der Radiosammlung, da ja jede Gelegenheit dazu dient, Geräte zu erhandeln, die man dann irgendwo lagert. Dieser Typus Radiosammler möchte die Geräte möglichst geschenkt bekommen. Stellt sich bezüglich Realisation des Kapitals nicht der erwartete Erfolg ein, entsteht mit dem Alter oft Verbitterung.

Radiosammeln als Einkommen
Der "Händler-Sammler" lebt wenigstens teilweise vom An- und Verkauf geeigneter Sammlerstücke. Es sind meistens nicht nur Radios. In dieser Gruppe herrscht wohl am wenigsten Homogenität. Sie reicht vom Radiosammler, der immer wieder einmal ein Stück verkauft oder mit Kleinteilen, Duplikaten etc. mehr oder weniger regelmässig an Sammlertreffen zu finden ist, zum Radiosammler, der auch an Flohmärkten verkauft, zum Sammler von anderen Gegenständen, der nebenbei Rundfunkgeräte "mitnimmt" und mit ihnen "das Geschäft macht", bis hin zu professionellen Händlern, die lediglich eine "Sammlung" zu Verkaufszwecken besitzen.
Man kann hier weniger negative Übersteigerungen erwähnen, sondern eher darauf hinweisen, dass diese Personen vor allem den momentanen und spekulativen "Wert" der Gegenstände im Auge halten, wenn sie mehr zum Händler als zum Radiosammler neigen. Sie bieten ihre "Ware" am teuersten an und kennen immer die höchsten Preise von Versteigerungen. Radios reparieren sie nur soweit, als die Wertsteigerung Gewinn bringt. Andrerseits sind bei ihnen möglicherweise seltene Stücke noch zu haben.

Bewahren
Das Bewahren alter Gegenstände und Bräuche zur Anschauung für heutige und künftige Generationen ist eigentlich das einzige vernünftige Sammlermotiv für Radiosammler, wenn man die Sache genau betrachtet. Dieses altruistische Motiv findet sich beim privaten Radiosammler kaum in reiner Form. Museen sind dafür die geeignete Institution.

Es ist gut, dass Privatpersonen aus anderen Gründen sammeln - meist zu einer Zeit, in der ein Sammlergebiet noch gar nicht museumsreif erscheint! Je "avantgardistischer" sie sammeln, desto mehr können sie die genannten Triebe einmal ausleben, sofern sie intensiv und klug gesammelt haben. Entwickelt sich das Sammelgebiet zur "Mode", ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Raritäten bereits in festen Händen sind - wie bei den Radios.

Diverse Gründe
Zum Sammeln von Radios führt auch das Interesse an der Technik. Überhaupt hat der Beginn dieses Tuns oft noch andere als die oben geschilderten Gründe. Erst das weitergehende, extreme Sammeln entsteht durch die erwähnten Gründe oder "Leiden-schaften".

Es scheint mir wichtig, dass Sie Ihre eigenen Triebfedern des Radiosammelns kennen. Nur durch Ihre eigene, bewusste Auseinandersetzung mit Ihrem Tun erfahren Sie eine echte Bereicherung. Es ist jedermanns Privatsache - sofern nicht gerade krankhaft übersteigert - aus welchem Antrieb heraus er was erreicht. Nur extreme Charakter führen zu extremen Leistungen - in positiver oder negativer Form. Eine extreme Sammlerhaltung kommt immer jemandem zugute - nur nicht dem Radiosammler selbst! Also etwa den Verkäufern von zu teuren Stücken und den Erben. Aber dieses Hobby soll in erster Linie der eigenen Befriedigung und der Sache selbst dienen.

Am Anfang sollte man vielleicht alles sammeln, was ins Umfeld gehört, um später tauschen zu können. Doch sollten bald erreichbare Ziele eine Rolle spielen. So entsteht endlich eine profilierte Radiosammlung und kein Radio-Sammelsurium. Mit dieser Haltung hält man Tauschstücke frei, gewinnt guten Kontakt zu gleich gesinnten Radiosammlern und erlaubt auch diesen, eine Radiosammlung mit Linie aufzubauen. Die Freude am eigenen Tun sollte mitspielen, darum Restaurieren, liebe Radiosammler!

Ernst Erb
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01.Feb.09 15:49

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Weil mir der Text wichtig erscheint, bringe ich ihn mit dieser Antwort wieder "ins Bewusstsein" ... ;-)
 

  
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