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RE154 (RE154) Heizdaten ?

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Konrad Birkner † 12.08.2014
Konrad Birkner † 12.08.2014
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25.Jan.09 15:24

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Die RE154 gibt es mit dem Aufdruck 3,5 V und mit 4 V. Letztere sehen etwas "moderner" aus.
Es wurden nun 5 Exemplare verglichen: 3 x mit 3,5 V und 2 x mit 4 V Aufschrift.
Alle von Telefunken, ohne Spitze, Sockelstifte geschlitzt.

Ergebnisse:
- alle 3,5 V-Typen zeigten übereinstimmend einen Heizstrom von
225 mA bei 4 V,
210 mA bei 3,5 V,
200 mA bei 3,2 V.
- ebenso übereinstimmend die beiden 4 V-Typen
210 mA bei 4 V,
195 mA bei 3,5 V
184 mA bei 3,2 V

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als sei der "Sollstrom" bei 210 mA zu suchen anstatt der überall beschriebenen 170 mA.
Nun sind 5 Stück kein statistisches Panel, aber die Übereinstimmung macht doch nachdenklich.

Messgenauigkeit:
- regelbare Stromversorgung, Welligkeit der Ausgangsspannung bei 4 V / 210 mA <1 mVss;
- Strommessung mit Elavi HO, Bereich 600 mA;
- Spannungsmessung (spannungsrichtig) mit DVM HC6010, Bereich 20 V, Ri ca 9 MOhm;
- Kontrollmessung: Drahtwiderstand 21,8 Ohm (gemessen mit Brücke Wayne-Kerr B500)
im Messaufbau bei 4V: 182 mA (theor. Soll 183,4 mA).
Diese Unterschiede liegen im Bereich der Mess- und Ablesegenauigkeit.

Sicherheitshalber wurde das Elavi verglichen mit einem Multavi II und das DVM mit einem URI, um einen eventuellen Defekt auszuschließen. 

Wer kann seine eigenen Exemplare der RE154 nachmessen?

Gruß,
KOBi

This article was edited 25.Jan.09 15:35 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

Bernhard Nagel
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26.Jan.09 13:58

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Hier die Messung meiner einzigen RE154, die dafür aus einem Gerät entnommen wurde. Kleine Bauform ohne Spitze, seitliche Beschriftung 3,5 V, Telefunken. Geschlitzte Stifte. Sockel unten mit 046 codiert = April 1926 hergestellt.

Ergebnis:

  • 223 mA bei 4,0 Volt
  • 208 mA bei 3,5 Volt
  • 198 mA bei 3,2 Volt

Das Ergebnis deckt sich also gut mit KoBis 3,5 Volt Ausführungen.

Verwendete Meßgeräte: Fluke 8060A True RMS Multimeter und Fluke 189 True RMS Multimeter (beide 4 1/2 stellig und 0,05% Grundgenauigkeit. Spannungsrichtige Messung. Gleichspannungs-Regelnetzgerät.

Bernhard Nagel

Ernst Erb
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01.Feb.09 15:37

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Bitte Varianten anlegen
Wir haben die schöne Möglichkeit, so unterschiedliche Röhren der gleichen Bezeichnung - bei klar unterschiedlichen Werten oder Bauformen - als Variante anlegen zu können. Besonders Ausführungen mit Spitzli, Metallsockel etc. würden klare Unterschiede zeigen, die man so geschichtlich festhalten könnte - und das direkt für alle Varianten sichtbar (oben gibt es nur EIN Bild).

Bitte benutzt das doch - mit Verstand und Sachverstand.
Allerdings stellen sich hier zwei Fragen:

1
Welche Form zeigen wir oben auf dem Hauptteil? Die erste Form oder die letzte?
Da Benutzer vor allem die letzte Form gewohnt sind, bringe ich hier die Regel - die letzte Form.
Wir sollten hier eine "moderne RE154" auswählen.

2
Zeigen wir dann nur möglichst alle anderen Formen als Varianten oder legen wir bei komplizierter Entwicklung alle auch als Variante an?
Wir zeigen nur die Varianten vor der letzten Form/Ausführung.
Das bedeutet hier alle unterschiedlichen RE154 können Platz als Varianten haben, möglichst angefangen bei der Erstausführung (die wir momentan im Bild zeigen) - ausser der letzten Form/Ausführung, also 4 Volt-Type neueren Datums. Die 3,5-Volt-Ausführung war vor der Standardisierung - interessant wäre zu erklären, wann und wie die kam.

Kontrolle von Erstjahren
Wir haben bei jeder Röhre die Anazhl Modelle pro Jahr aufgeführt. Das hatte ich eingeführt, um damit eine völlig einzigartige Kontrollmöglichkeit zu haben, die uns erlaubt, Modelle und Röhren wenigstens nicht zu früh einzuschätzen. Da ich mal einen grossen Aufwand mit dem Sammeln von Röhrenverkaufslisten und -Prospekten etc. getrieben hatte, habe ich Veränderungen bei den Röhren nur durch mich zugelassen, wohl wissend, dass meine Sammlung von Verkaufsunterlagen nicht vollständig sein kann. Überall, wo Beweise für etwas vorliegen, sollten wir die nennen und entsprechend handeln.

Für die RE154 war ich wohl ziemlich komplet, also wird wohl 1926 stimmen (?).
Darum habe ich ein Modell Orthoflex, für 1924 genannt, von RE154 auf Triode geändert. Diese "Röhre" hatte ich im Juni 2003 angelegt, um solche Fälle richtigstellen zu können. Da habe ich zwei Bitten:
Benutzen Sie diese dort, wo nötig und: Wer kann bitte ein paar frühe Röhren in EINEM Bild zeigen und das dort hochladen? Möglichst auch eine Wolfram-Röhre mit Spitzli darauf - und andere inkl. USA.

Für 1925 war K3 von Stassfurter auf 1925-27 gesetzt (mit der RE154), obwohl wir nur einen Beweis für 1927/28 haben. Darauf habe ich da geändert - und begründet. Hat jemand besseres, kann er/sie jederzeit ändern ;-)

Das Modell B21 von Aeriola von 1925/26 wurde von den sehr fehlerhaften "Funkschau-Bestückungstabellen" her angelegt, die zudem spätere Ersatzröhren aufführten, statt der Originalbestückung, denn nur die konnte man ja dann noch "normalerweise" beschaffen. Da ist natürlich auch ein erklärender Hinweis auf dem Modell nötig und "Triode" als Röhre. Ähnliches gilt für Europa 4040 von Radio-Amato (erste Ausführungen), was ich ebenfalls geändert habe. Hier haben wir nur 1926/27 belegt, Röhre bleibt also, Datum wechselt (ausser jemand hat Beweise für früher).

Dieses Vorgehen ist heikel und sollten wir nur da anwenden, wo wir bezüglich Röhren-Erstdatum sicher sind.

Wolfram Zylka
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07.Feb.09 16:13

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Röhre mit Solldaten
 
Habe eine jungfräuliche OVP Telefunken Röhre RE 154 geöffnet um auch einen Beitrag zu leisten
 
Meine Messwerte sind folgende:
 
U = 4 Volt     DC    I = 187 mA
U = 3,5 Volt  DC    I = 170,7 mA
 
Der Karton ist beschriftet: RE 154
Vf   3,5 Volt
If     0,17 A
Va 70 – 120 mA
 
Die Röhre ist golden beschriftet, hat geschlitzte Stifte und ist am Sockel mit der Nr. 106 beschriftet.
 
Also gab es doch auch „ passende" Exemplare.
 
Gruß
Wolfram Zylka
Ernst Erb
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15.Feb.09 11:44

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Ich halte das als Frage aufrecht ...
Bitte erst antworten, wenn Varianten angelegt sind. Danke.

Wolfgang Scharschmidt
Wolfgang Scharschmidt
 
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18.Feb.09 01:23

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Ich habe die Diskussion über die Heizstromabweichungen verfolgt und möchte dazu etwas Wissen beisteuern.
 
Bei der Röhrentype RE154 handelt sich um eine frühe Röhrenentwicklung, zu deren Zeit es schwierig war, Wolfram-Heizfäden in gleichbleibend hoher Qualität herzustellen. Wenn man weiß, dass Heizstromabweichungen bzw. daraus resultierende Heizspannung eines Wolframheizfadens hauptsächlich von dessen Kaltwiderstand abhängen und besonders den Warmwiderstandswert (Heizleistung, Wärmeentwicklung) beeinflussen, dann sind dafür Geometrieabweichungen des Fadens, wie Länge und Durchmesser bzw. der spezifische Widerstand verantwortlich.Wobei allerdings das Produkt des spezifischen Widerstandes und des Temperaturkoeffizienten unabhängig vom Verformungsgrad und evtl. Fremdbeimengungen eine Konstante ist und so beide vernachlässigbar sind.
 
So kann man annehmen, dass man aus der Fertigungsstreubreit notgedrungen die ansonsten elektrisch einwandfreien RE154 mit Heizspannungsabweichung 3,5V bzw. 4V durch Kenntlichmachung auf diese Weise dennoch verkaufbar machte. (Ähnlich wie man zu Beginn der Transistortechnik die Transistoren erst durch Vermessungen klassifizierte und anhand dessen die Typenbezeichnung vergab).
 
Um die Problematik Heizstromabweichungen in den Griff zu bekommen, wurden nicht nur große Anstrengungen besonders der Drahtziehunternehmen erforderlich, auch die Röhrenhersteller waren gefordert und entwickelten stetig strengere Qualitätseingangs-kontrollen. -Wer mehr darüber wissen möchte, dem ist die Bücherreihe Röhrenhistorie zu empfehlen.
 
Noch in den sechziger Jahren war die Einhaltung von Heizstromschwankungen ein bleibendes Thema, insbesondere, da immer leistungsfähigere und auch impulsbelastete Röhren gefertigt wurden, bei denen mehr denn je das Wärmegleichgewicht zu beachten war, denn die Wärme des Heizfadens (Leistung) wird durch Strahlung auf die Katode übertragen. Um das thermische Gleichgewicht zu halten, nahm man sogar teilweise von der dunklen Bedeckung der Heizfäden Abstand.
 
Zusammenfassend lässt sich, um eine Einengung von Warmwiderstandsschwankungen zu erreichen, folgendes feststellen:
 
1.  je geringer der Kaltwiderstand eines Heizfadens ist, desto kleiner werden die Warm widerstandsunterschiede auch bei unterschiedlicher Wärmeübertragung sein, d.h.  Draht- und Kerndurchmesser, Anschweißlänge und Steigung sollten möglichst konst.   sein. Die Schwankungen können bis zu ±3% betragen. Andere Bearbeitungsvorgänge  wie zu starkes Beizen, zu hohe Glühtemperatur und CO2 Einfluss beim Umsetzen der  Katode können die Schwankungsbreite zusätzlich mit pos. Prozentwerten vergrößern.      
2. Eine geringe Kaltwiderstandsabweichung ist durch eine gewisse Fertigungstoleranz bei der Drahtherstellung nicht ganz zu vermeiden. Die Rückwirkung wird aber immer kleiner, je steiler die Wärmegleichgewichtskurve ist, also je mehr Wärme durch Strahlung übertragen wird.
3.   Je niedriger die Heizfadentemperatur für eine Röhrenkonstruktion gewählt wird,desto kleiner sind die Streuungen.
4.   Durch konstante Abstrahlung- und Ableitung, z.B. vermeiden geschwärzter Heizfäden, sind Wärmegleichgewichte anzustreben.
 
Wer sich für diese Themen interessiert, der findet in der Röhrenhistorie -Rückblick auf 100 Jahre Röhrentechnik- viele weitere Hinweise.
Ob es zu einer zweiten Auflage der Bücher kommt, weiß ich nicht. Der Interessent sollte daher nicht zu lange mit seiner Kaufentscheidung warten.

This article was edited 18.Feb.09 01:26 by Wolfgang Scharschmidt .

  
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