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Reparatur von Sprung in Plexiglas (Haube eines Instruments)

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Kurt Schmid
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31.Aug.11 21:55

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konnte kürzlich über ebay Großbritannien ein Röhrenprüfgerät (AVO VCM 163) kaufen. Leider weist die Kunststoffabdeckung des linken Anzeigeinstruments mehrere Sprünge auf.

Front AVO VCM 163: Instrument auf der linken Seite hat mehrere Sprünge

Da weder eine Ersatzhaube noch ein komplettes Instrument erhältlich ist, muß ich wohl oder übel an eine Reparatur denken. Ich habe mir von einer Firma Acrifix 192 Plexiglaskleber senden lassen. Das Verfüllen der Risse und das anschließende Schleifen und polieren ist wohl keine einfache Angelegenheit.

Hat jemand im Forum Erfahrung mit sowas und würde diese bitte hier mitteilen.

Danke.

Gruß K. Schmid

 

This article was edited 31.Aug.11 22:07 by Kurt Schmid .

Henning Oelkers
Henning Oelkers
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31.Aug.11 22:38

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Hallo, Herr Schmid,

gemacht habe ich so etwas noch nicht, aber trotzdem einige Ideen:

Das Kleben eines in 2 Teile zerbrochenen Teiles ist einfacher, da die Teile passgenau zusammengefügt werden können. Hier ist das nicht der Fall. Da der Schaden ja durch Druck von Außen entstanden ist, müsste zum Verfüllen der Risse das Teil etwas vorgespannt werden, und der Klebstoff von der Innenseite aufgebracht werden. Dann sollte der Klebstoff so gut es geht in die klaffenden ( durch die Vorspannung ) Risse eingearbeitet werden ( ggf mitels Stecknadel o.ä. ) und dann die Vorspannung langsam nachgelassen werden, bevor der Klebstoff aushärtet. Im Idealfall sind die Risse dann gut verfüllt, es ist nichts nach außen gedrungen. Sobald der Kleber fest geworden ist kann der überschüssige Rest innen abgetragen und die Innenseite dann poliert werden.

Ich würde allerdings meinen, dass man das später immer noch sehen wird...

Vielleicht helfen diese Überlegungen ja schon etwas weiter. Viel Erfolg wünscht

Henning Oelkers

Martin Renz
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01.Sep.11 08:40

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Sind sie sicher, dass das Plexiplas ist? Ich würde eher Polystyrol vermuten. Während sich Plexiglas tatsächlich gut polieren lässt, ist das bei Polystyrol kaum möglich. Dieses reagiert auf Kleber auch sofort mit einem milchig werden des Kunststoffes, das bekommen sie nicht mehr weg! Ein winziger Tropfen am Rande bringt sofort Klarheit. Plexiglas-Kleber wäre in diesem Fall ohnehin zu agressiv. Da reichen schon die Dämpfe zum Eintrüben des Materiales.

Sollte es sich wieder Erwarten doch um Plexiglas handeln, können sie es mit einem sehr dünnflüssigen Kleber versuchen. Er schlüpft sofort in die Ritzen und trübt das Glas nicht ein. Sichtbar werden die Risse aber bleiben, da wird auch alles polieren nicht helfen.

Kurt Schmid
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02.Sep.11 09:05

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vielen Dank an Herrn Oelkers und Herrn Renz für die Infos und Vorschläge. Das Material scheint tatsächlich, wie Herr Renz vermutet, Polystyrol zu sein. Es ist im Vergleich zu Plexiglas deutlich weicher und leichter einritzbar.

Die Reparatur von Polystyrol scheint noch schwieriger zu sein, als die von Plexiglas. Ich habe zunächst die Unterseite der Haube dick mit Klebeband vorläufig stabilisiert. Danach habe ich unter Zuhilfenahme eines Stereomikroskops (Wild, M8) mit einem feinen Skalpell entlang der Sprünge eine schmale keilförmige Nut mit einer Tiefe von ca. 2/3 der Dicke des Materials geschnitten. Zuerst mal von der Außen-(Ober-) Seite und zwar nur dort, wo sich die Sprünge in diese Richtung nach außen geöffnet haben. Die keilförmigen Vertiefungen wurden dann mit relativ niedrigviskosen Epoxydharz verfüllt. Derzeit lasse ich das Epoxyd aushärten.

Danach werde ich die gleiche Prozedur auf der Rückseite der Haube ausführen und dann verschleifen und versuchen zu polieren. Über den Erfolg bzw. Miserfolg werde ich in einigen Tagen hier berichten.

Falls die Reparatur so nicht klappt, werde ich die ziemlich gleichlautenden Reparaturvorschläge, die ich dankenswerterweise von Herrn Grolms und Herrn Lammers per eMail erhielt, aufgreifen. Beide schlagen vor, den planen (defekten) Teil der Haube sorgfältig herauszutrennen und diesen passgenau durch eine neue Glas- oder Plexiglasscheibe zu ersetzen. 

  
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