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RES164 (RES 164) mit Spitze

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Bernhard Nagel
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23.Jul.07 18:21

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In meiner Sammlung befindet sich diese Röhre RES164 mit obenliegender Pumpspitze.


Es handelt sich offensichtlich um eine professionell vorgenommene Röhren-Reparatur der damaligen Fernseh-GmbH, Taufkirchen/Vils. Zeitlich m.E. wohl zwischen 1945 und 1948 einzuordnen.

Die Röhre zeigt einen deutlich verkürzten Kolben, der Anodenkasten berührt fast schon die Glaskuppel. Zur Reparatur wurde der Röhrenkolben knapp oberhalb des Sockels aufgeschnitten. Der Heizfaden wurde wohl ersetzt, denn die Röhre trägt einen Hinweis auf den nun neuen Heizstrom von 0,3A, für Serienheizung nicht geeignet. Nach dem Aufschmelzen der (verkürzten) Kolbenhaube musste die Röhre evakuiert werden. Da der originale Pumpstutzen dafür nicht mehr verwendbar war, wurde ein neuer Stutzen mit glasbläserischer Kunstfertigkeit auf der Röhrenoberseite mitten ins Telefunken-Logo gesetzt, oder besser gesagt durch Unterdruck ausgestülpt.

Erstaunlich, was für ein Aufwand betrieben wurde um verbrauchte Röhren wieder einer Verwendung zuzuführen. Die damals herrschende Knappheit an Röhren machte diese Art von Reparaturen erforderlich.
Sind ähnliche Arbeiten bekannt, gibt es weitere Hintergründe zum Röhren-Reparaturbetrieb der Fernseh-GmbH? Andere Firmen, die sich mit dieser Thematik befasst haben?

Das hier gezeigte Exemplar ist übrigens noch funktionsfähig, die Emission beträgt aber nur noch wenige mA.

In der Anlage finden sich weitere Ansichten dieser ungewöhnlichen Röhre.

Viele Grüße,
Bernhard Nagel

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This article was edited 23.Jul.07 21:21 by Bernhard Nagel .

Wolfram Zylka
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23.Jul.07 21:37

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Herr Nagel, Ihr Beitrag hat mich erinnert, dass ich auch so ein Exemplar mit Spitze in meinem T 121 habe.

Hier die Banderole. Hier wurde augenscheinlich ein vorgefertigter Aufkleber überschrieben.

Interessant ist das Datum. Könnte die 60 noch für 1960 stehen?

Gruß

Wolfram Zylka

 

Ps. Meine Röhre hat noch 30 von 50 mA

   

Bernhard Nagel
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23.Jul.07 22:13

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Hallo Herr Zylka,

schön, dass sich gleich eine zweite solcherart reparierte Röhre einfindet (RE134?). Wobei ich aus verschiedenen Gründen nicht annehme, dass die Fernseh-GmbH noch 1960 so etwas gemacht hat.
Der Firmensitz lag nur zwischen 1945 und 1949 in Taufkirchen, danach war Darmstadt das neue und entgültige Domizil.

Die Taufkirchener Zeit galt nicht der Fernseh-Technik da durch alliierte Kontrollratsbeschlüsse untersagt, es wurden eher Meßgeräte für das Reparaturwesen entwickelt und gefertigt (z.B. Farvimeter). Anscheinend hatte aber auch die Röhrenreparatur zu dieser Zeit ihre Blüte, mit Glas konnte man bei der Fese ja schon früher umgehen.

Haben Sie diese reparierte Röhre mal auf die entsprechende Seite geladen? Eine komplette Ansicht würde mich interessieren.

Viele Grüße,
Bernhard Nagel

This article was edited 24.Jul.07 00:33 by Bernhard Nagel .

Hans M. Knoll
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23.Jul.07 22:07

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Hallo Herr Zylka,

 

1960 ist sehr unwahrscheinlich, vorsichtig formuliert.

Siehe hier:    hersteller

 

Gruss Knoll

 

Hallo Herr Nagel, Sie waren zwar schneller, haben aber mehr Text geschrieben als ich, daher eine Dublette.

Gruss knoll

This article was edited 23.Jul.07 22:17 by Hans M. Knoll .

Wolfram Zylka
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23.Jul.07 23:06

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Danke Herr Nagel und Herr Knoll.

 

Meine Röhre trägt kein Firmenzeichen mehr. Es ist eine RE 134  Hier ein Anblick der gesamten Röhre Ihre Antworten sind schlüssig. Vielleicht ist das scheinbare Datum  22/5.  60 ja auch ein Code  Gruß

Wolfram Zylka

Ps. Die Größe ist mit 72 mm Kolbenhöhe eher im normalen Bereich

This article was edited 24.Jul.07 10:36 by Wolfram Zylka .

Thomas Lebeth
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14.Aug.07 17:28

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Hallo die Herren,

ich hatte das Glück, heute an eine reparierte RES 164 zu gelangen. Wie bei den anderen Röhren auch, wurde der Glaskolben offenbar aufgeschnitten (rotes Dreieck unten) und nach der Reparatur mittels Pumpstutzen in der Mitte des TFK-Logos wiederum evakuiert (rotes Dreieck oben).

Eher unüblich ist die mit silberner Farbe am Quetschfuß angebrachte Nummer 360, die kopfsteht. Üblicherweise ist der Quetschfuss mit der weißen Masse bestrichen, die langsame Sekundärelektronen ableiten soll, so daß bei Fabriksröhren meist keine Beschriftung am Quetschfuß vorhanden ist. Im Falle wo eine solche existiert, ist dies meist mit schwarzer Farbe (Tusche?) und aufrecht bei Telefunkenröhren angebracht.

Weiters konnte mich bei meiner Röhre entdecken, welche Reparatur durchgeführt wurde:

Zwischen der Verspiegelung ist an der Anodenoberseite das aufgeschnittene Täschchen für das Material zur Beschichtung des Heizfadens zu sehen. Auf diesem Weg ist wahrscheinlich bei abgenommenem Kolben eine neue Bariumpille eingelegt worden. Ich vermute daher, dass dieses Unternehmen bei dieser Röhre offenbar den Heizfaden belassen hat, da sich auch kein Hinweis auf einen abweichenden Heizstrom findet. Es wäre interessant, ob lediglich Röhren mit Destillationskatode auftauchen die auf diese Art repariert wurden - was ich als Arbeitshypothese nun einmal annehme.

 

Alle anderen Merkmale wurden bereits beschrieben, und sind bei meinem Exemplar identisch. Reparaturdatum 2.7.1946, was Sinn macht. Eine solche Reparatur kann meiner Ansicht nach nur dann ein Geschäft sein, wenn es keine neuen Röhren gibt, was zu diesem Zeitpunkt ja der Fall war.

Herzliche Sammlergrüße

Thomas Lebeth

 

This article was edited 14.Aug.07 17:36 by Thomas Lebeth .

  
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