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siemens: Restaurationsbericht Siemens FT205

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Axel Paap
 
 
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01.Jan.20 19:22
 
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Ein Freund brachte mir dieses Gerät, welches sich im Optisch sehr guten Zustand befindet,

zur Restauration so dass es wieder Alltagstauglich ist.

(Schaltbild findet man unter Modell FS205 hier im RM)

Los ging es mit der Prüfung Bildröhre und Zeilen Trafo…  OK

Nach der Reinigung mit Staubsauger und Pinsel fielen mir die Sicherungshalter auf

die stark Korrodiert sind.

Sicherungen raus, Kontakte gereinigt  und neue Sicherungen rein.

Nun Standartprozedur: alle Podis und Tuner Kontakte reinigen.

Einen Einschalttest mache ich erst gar nicht, man macht nur mehr kaputt als nötig!

Dann alle Folien Kondensatoren erneuert (Wima und Konsorten)

Auch die bei einer Früheren Reparatur eingebauten vermeintlich guten „Durolit“ kommen in die Jahre, werden undicht und unbrauchbar.

 

Als nächstes wurden die Sieb Elkos 24h mit 350V Formatiert

Anschließend überprüft und als OK befunden.

Jetzt der erste Start, mit Regel Trafo langsam hochgedreht…

Gerät läuft an, Hochspannung kommt, auf dem Bildschirm schwacher Horizontaler Strich 

(Vertikal Ablenkung ausgefallen)

Nach ein paar Messungen, Kathoden Widerstand PCL82,( R25 750Ohm) Unterbrechung.

 

Jetzt funktioniert Vertikal Ablenkung auch aber Bild bleibt dunkel

Videosignal an der Bildröhre vorhanden, an G1 die Helligkeits Regelung  funktioniert nicht.

C7 (4,7nF) macht Schluss, erneuert und endlich Bild   

Diese Styroflex gehen eigentlich  nie kaputt (manchmal halt doch)

 

Nach ein paar einstellarbeiten der Geometrie fiel mir der schlechte Fokus auf,

Fokusreger zeigt keine Reaktion…

R4 (1,5MOhm) Unterbrechung, erneuert und OK

 

Jetzt die Betriebsspannung am Selengleichrichter gemessen.

Soll 255VDC an 220VAC Netzspannung, gemessen 210VDC

Immer das gleiche, diese alten Selengleichrichter sind alle „Schrott“

(werden mit dem alter Hochohmiger)

Ersetzt durch Diode BY255 mit 22Ohm 20W Serien Widerstand

Jetzt Passt die Spannung nach der Gleichrichtung mit 250VDC

Wichtige Anmerkung!

Diese alten Geräte sind für eine nominale Netzspannung von 220V +/-10% ausgelegt (maximal 242V)

Die heutige nominale  Netzspannung beträgt 230V +/-10% (max. 253V)

Deshalb sollte man einen 10-20Ohm 20W Widerstand (je nach aktueller Netzspannung)

in die Netzzufuhr einbauen

Da sonst eventuell der Zeilen Trafo Schaden nehmen könnte!

Bei Radios ist das vernachlässigbar

 

Jetzt sind wir „eigentlich“ fertig

Aber….

 

Beim finalen Test fällt auf das man mit der Tuner Feinabstimmung

Entweder gutes Bild oder Ton hat aber nicht beides zusammen.

Wenn man das Magische Band (Abstimmanzeige) auf Maximum stellt ist Bild und Ton schlecht.

Das sieht nach ZF aus….

 

Wobbler angeschlossen und Oh Weh

So soll das nicht aussehen…

 

 

Ok ZF neu agleichen…

Bei den ersten einstellversuchen musste ich feststellen das einige Kerne fest sitzen

(nicht mit Gewalt versuchen gängig zu machen!!!)

Nach genaueren hinschauen musste ich feststellen das mehrere Kerne gebrochen sind

im Filter L1 bis L4

(da hat sich irgendein „Spezialist“ in Vergangenheit mal ausgetobt)

Filter ausgebaut und zerlegt

Die oberen zwei Kerne konnte ich aus den Gewinden rausbekommen

Dar untere Spulenkörper war aufgerissen und unbrauchbar…

Das Ende vom Lied, Spulenkörper ausbauen und erneuern

 

Ersatz zu finden war nicht leicht…

in einem Älteren Siemens Schlachtchassis fand ich einen annähernd passenden Spulenkörper

 

Mechanisch bearbeitet das er passt (ist 1cm kürzer)

Neue Spulen mit der Hand aufgewickelt

(vergessen Bild zu machen)

In den Filter wieder eingebaut, verklebt und angeschlossen.

 

Nun den Filter wieder in Gerät eingebaut, alles abgeglichen

 

und

Perfekt

Nun stimmt auch die Abstimmung und Anzeige  Perfekt.

Nun ist das Gerät wieder Alltagstauglich ;-)

 

Nun noch ein kleiner Tipp zum Reinigen der Schutzscheibe

Diese kann einzeln ohne Ausbau der Bildröhre entnommen werden

Indem man das Gerät mit den Füßen an die Tischkante zieht

und unten Rechts und Links eine Schraube ca. 1,5cm rausdreht

(aufpassen das einem die Scheibe nicht auf den Kopf fällt)

Zur Reinigung Seifen (Spüli) Wasser verwenden

da die Kunststoffe sehr unterschiedlich

auf Chemie reagieren.

 

 

 

 

 

 

  
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