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Röhre A von Huth ?

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Gerd Junginger
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09.Jun.18 16:56

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Eine Frage an die Spezialisten,

wurde die Telefunken A von von Huth mit eigenem Stempel verkauft ? Hat das Huth auch mit anderen Röhren gemacht ?

Dazu folgendes Bild. Linke Röhre die Telefunken A, rechte Röhre mit zusätzlichen Stempel "Huth".

Grüße

Gerd Junginger

 

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Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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28.Jul.18 12:27
 
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Zu Ihrer Ftage konkret, ob HUTH auch andere Röhren mit dem Firmenstempel versehen verkauft hat, kann ich nicht anworten. Da aber sonst niemand Informationen hat, möchte ich mein Wissen hier beisteuern.

Allgemein haben schon in der Anfangszeit die Röhrenfirmen Röhren untereinander ausgetauscht und entsprechend stempeln lassen. Die war bis zum Schluß der Röhrenfabrikation üblich, daher kann man keinem Stempel trauen.

Telefunken hat in den 20er Jahren keine Röhren mehr hergestellt, sondern über OSRAM bezogen. Die A-Röhre hat aber auffällige Merkmale der Philips-Produktion. Sie entspricht im Aussehen und Quetschfuß auffällig Philips-Röhren.

Bekannt ist, dass aufgrund der Patentsituation es Philips gelang neben den Kontingenten von Valvo (die auch zu Philips gehörten) weitere Röhrenkontingente im hoch regulierten Markt Deutschland zu bekommen. Allerdings forderte Telefunken, dass diese nicht unter dem Philips Markennamen verkauft werden dürften. Daher sieht die Telefunken "A" auffällig der Philips "D II" (siehe dort) ähnlich. (Luxbacher, Massenproduktion im globalen Kartell, GNT Verlag 2003)

Nun zu HUTH. HUTH hat offensichtlich selbst Röhren gebaut. Es gibt die berühmten kugeligen Röhren von HUTH und etliche Varianten des "Plation", sowie einen "Huth-Sockel". Siehe hier. Huth hat sogar für Blaupunkt die blauen Ampladyn und Heliodyn Röhrne gebaut. Auf dem Quetschfuß ist das HUTH Emblem eingeprägt, auf dem Kolben ist das "Blaupunkt" Abziehbild. Die Heliodyn 2V hier im RM.org zeigt diese Technik.

Zudem ist der Durchbruch des Pumpstengel bei diesen spitzenlosen Röhren nicht wie üblich seitlich aus dem Quetschfuß ausgeblasen, sondern längs durchgebohrt. Dies hat man beim Quetschen durch einen beweglichen Dorn erreicht. Ich habe selbst diese Methode bei Röhrennachbauten angewendet. Den seitlich ausgeblasenen Pumpstengel hat man in der Glühlampenherstellung verwendet und das Patent stand offensichtlich nur dem Lampenkartell zur Verfügung, zu dem Telefunken und Philips gehörten, HUTH aber nicht.

Telefunken zwang Mitte der 20er Jahre einige kleinere Röhrenfabriken aufgrund seiner Patentmacht die Produktion einzustellen. Darunter auch HUTH. HUTH hat wohl dann noch Röhren von Telefunken bezogen, darunter, wie auf Ihrem Foto auch Kontingente, die ursprünglich von Philips kamen.

Die blauen Blaupunktröhren wurden übrigens dann bei OSRAM hergestellt. Es gibt ein Dokument von OSRAM, dass die Röhrendimensionen listet und man erkennt es am Quetschfuß der Röhren, die einen seitlich ausgeblasenenen Pumpstengel haben und den etwas bauchigeren Kolben.

 

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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10.Nov.19 13:52

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Inzwischen ist noch eine RE 11 von Telefunken/ AEG auggetaucht, auf der die HUTH Bezeichnung gestempelt war und die auch mit einem HUTH Sockel versehen wurde.

Herr Junginger, damit ist Ihre Frage beantwortet: Ja, HUTH hat das offensichtlich mit mehreren Röhrentypen gemacht.

Grüße

Rüdiger Walz

  
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