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rohde: SMPC; Signal Generator, Speicherakku & Lüfter defekt

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Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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24.Jan.11 16:05

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Eine nützliche Eigenschaft beim Rohde & Schwarz SMPC Meßsender ist die Speicherung der letzten Frontplatten-Einstellung sowie von fertigen Setups z.B. für die Wobbelfunktionen. Hierzu ist auf der CPU-Platte Y1 ab Werk ein 2-zelliger NiCd (DEAC) Akku vorhanden, der bei eingeschaltetem Gerät geladen wird und nach Abschaltung den Speicherinhalt des RAM erhält. Nach über 25 Jahren ab Herstellung dieses Modells sind die Akkus in aller Regel defekt. Vom Netz getrennt, "vergisst" das RAM die letzten Daten... Hier wird dessen Ersatz durch eine Lithium-Batterie beschrieben.

Beim vorliegenden Gerät waren diese NiCd-Knopfzellen (20 mA/h Kapazität) ausserdem ausgelaufen, die Kalilauge hatte sich in der Umgebung der Befestigung ausgebreitet und auch den grünen Schutzlack der Platine unterwandert:

Der Akku befindet sich auf der CPU-Platte, von der Gerätefront gesehen die Platine links aussen, es ist die einzige Baugruppe ohne abschirmendes Gehäuse. Beim Ausbau auf die Bus-Flachbandleitung zur Frontplatte achten! Sie verklemmt sich leicht beim Herausziehen der Platine.

Nach Entfernen der Zellen nebst Kontaktplatte wird zunächst die Umgebung mit destilliertem Wasser und einer Zahnbürste gut gereinigt, der von Leiterbahnen abgelöste Lack entfernt. Mit Warmluft wird getrocknet, anschliessend können die blanken Kupferbahnen mit etwas Lötlack oder auch nur etwas Kontaktfett geschützt werden.

Da die Stromaufnahme für den Datenerhalt des CMOS Rams der Einstellungen mit einigen µA äusserst gering ist, wurde statt der beiden NiCd-Zellen vorteilhaft eine Lithium-Batterie der Grösse CR1/3 mit Lötfahnen eingesetzt. Sie muß möglichst nahe der Platine angelötet werden, damit die Baugruppe beim Einbau nicht klemmt. In Reihe mit der Li-Batterie muß eine Schottky-Diode geschaltet sein, so dass kein Strom in die Batterie fliesst. Alternativ könnte die Ladeschaltung ausser Betrieb gesetzt werden, mir liegt aber leider kein Schaltplan vor. Die Kapazität der Li-Zelle von typisch 160 mAh sollte überschlägig für wenigstens 5 Jahre ausreichend sein. Die leicht höhere Speichererhalt-Spannung (ca. 3 V nach der Schottky-Diode) ist für das RAM unschädlich, da es bis 5 V spezifiziert ist.

Wenn der Messsender schon einmal geöffnet ist, sollte unbedingt das Netzteil geprüft werden, insbesonders ob der Lüfter noch einwandfrei und schnell genug dreht. Ansonsten überhitzt sich das Innere des SMPC bei Dauerbetrieb und weitere Schäden können folgen.

Die Lüfterspannung wird im Schaltnetzteil (das im Käfig, hier geöffnet gezeigt) gewonnen, zwei parallel geschaltete 47µF/40V Elkos (rote Roederstein) sieben die ungeregelte gleichgerichtete Spannung aus dem getakteten Netzteil. Wenn diese keine Kapazität bzw. einen zu hohen ESR haben, ist die Spannung zum Anlauf zu gering.

Hierzu wird am besten die gesamte rückseitige Baugruppe (trägt das getaktete und das längsgeregelte Netzteil sowie den 10 MHz-Referenzoszillator) ausgebaut. Alle Verbindungen zum Hauptgerät sind gesteckt bzw. geschraubt.

Die im Bild gezeigte Elkoplatte befindet sich auf der Unterseite des Schaltnetzteils und ist ebenfalls gesteckt. Beim Ausbau sind 3 Einzelsteckverbinder in der Nähe der grossen Gleichrichterbrücke zu lösen! Der Lüfter sollte nach Reinigung und Ersatz der Elkos (siehe rote Pfeile) wieder gut Kühlluft fördern, die Funktion dieses äusserst vielseitigen und präzisen Messenders ist für viele Jahre wieder gegeben.

Bernhard Nagel

  
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