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Rundfunk in Ungarn Sender Nyiregyháza

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Wolfgang Lill
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30.Jun.18 11:19

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Am Anfang des Beitrages dieses schöne Foto von Herrn Mihály Zentai. Er betreut den Sender und das dazugehörige Museum auf dem Gelände, aber dazu später.

Bereits im Jahre 1931 begannen die Planungen für einen Mittelwellensender für den Ort und die Region. Der Standort ist ein anderer, als der des jetzigen Senders. Er liegt am großen Soldatenfriedhof für Opfer des 1. Weltkrieges

Der Sender hatte ursprünglich diese Bauart:

Am 18.Juni 1933 war es dann soweit. Der 6,5 KW- Sender wurde in Betrieb genommen und damit hatte die Stadt und die umliegenden Orte endlich Radio.

Hier ein Blick über den Soldatenfriedhof vom 1. Weltkrieg, wo Soldaten aller kriegführenden Nationen beerdigt sind. Er existiert auch heute noch.

Auch im 2. Weltkrieg gab es sehr harte Kämpfe in der Region. Der Sender selbst wurde von der Wehrmacht liquidiert im Oktober 1944. Vermutlich wurde der Sender schnell noch  abgebaut und wegtransportiert und die Masten gesprengt.

Im Jahre 1948 startete man den Neuaufbau einer Sendeanlage wieder auf diesem Standort.

Im Gegensatz zu 1933 wurde nur ein Sendemast errichtet,

Auch das teilzerstörte Gebäude wurde wieder instand gesetzt.

Der Standort selbst wurde jedoch in den 50iger Jahren aufgegeben. Das 1948 reparierte Gebäude ist noch vorhanden und dort befindet sich eine Zahnarztpraxis.

und eine Gedenktafel, die an diese Anlage erinnert.

Ein neuer Standort für einen Mittelwellensender am Ortsrand wurde geplant                                             Er befindet sich in 4405 Nyiregyháza Lászlócsere dülö 1-5.  ( Ortsbezeichnung Stand 2018 ).

Die Bauarbeiten für den Mittelwellensender erfolgten unter strenger Geheimhaltung. ...denn inzwischen gab es den "Kalten Krieg" und es wurde über "Radio Freies EUROPA" ab dem 6.Oktober 1951 11,00 Uhr sogar ganztägig ungarisch gesprochen... sozusagen die ideologische Luftbrücke hergestellt.

Die Bevölkerung wurde über das sogenannte drahtgebundene System  mit dem ungarischen Rundfunk versorgt. Man konnte über Kabel 2 Programme und später dann noch ein drittes Regionalprogramm empfangen. Die Einspeisung der Signale erfolgte von der Rundfunkstation aus.

Nun musste man mit den für die Mittelwelle konzipierten Sendemast eine Störlösung für Radio Freies Europa schaffen. Es wurde die Möglichkeit genutzt;  Strahlung von Harmonischen des Trägers.

Die RFE- Sender auf Kurzwelle änderten regelmäßig Ihre Sendefrequenzen um die Störsender auszuschalten.

Der erste Sender, der dafür genutzt wurde, ist von der Firma Standard Budapest.

Die Frequenzen wurden geändert und man hatte sogar Markierungen angebracht um möglichst schnell immer wiederkehrende Frequenzänderungen am Störsender zu korrigieren.

Es gab einen Abhörraum in Nyíregyháza, im Büro von der ehemaligen MSZMP (Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei). Die Genossen in der Radiostation bekamen die Informationen über die Frequenzen aus diesem Büro. (die Qualität der Störung wurde auch kontrolliert .) Diese Nutzung soll bis etwa 1964 gedauert haben. Eine Teilnutzung soll damals bereits erfolgt sein.

Der 115 m hohe Mast war im Jahre 1962 unter Sender Nyíregyháza Petöfi Radio mit Frequenz 1340 KHz offiziell angegeben !

Quelle: Internationales Handbuch für Rundfunk und Fernsehen 1963, herausgegeben vom Hans-Bredow-Insititut der Universität Hamburg Die blau geschriebenen Stationen sind in Übereinstimmung mit dem "Kopenhagener Wellenplan" von 1950 ​

1340  KHz 224 m  Nyiregyháza Ungarn Leistung: 25 KW Petöfi Radio. 

Dann wurde der Sender endlich vollständig auf Mittelwelle eingesetzt. Da die Endröhren dieses Senders störanfällig waren,  bauten die Kollegen sowjetische ein ( Typ 3 L20 T  siehe Foto).

Aber schaun wir nochmal einige Komponenten dieses Senders an: hier ist die UE300/15/40 drin

Diese Sender kann man im Museum von Herr Zentai original besichtigen und  er erklärt auch gerne (in ungarisch) diese Technik.

1970 ging er ausser Betrieb und wurde ersetzt durch einen 5 KW- Sender der Firma EMV Budapest.

Darüber hinaus befinden sich in den Räumen viele Sammlungsstücke , die ein Stück Radiogeschichte Ungarns sind, sowohl eigener Herstellung als auch Importgeräte.

Foto: Herr Zentai

Das dürfte sicher fast einmalig auf dieser Welt sein, das ein Radiomuseum sich in einem Betriebsgebäude eines arbeitenden Rundfunksenders befindet !

Herr Zentai vor seinem Museum

Nochmal aktuell zum jetzigen Sender zurück: Es ist ein TRAM25 , Leistung 25 KW. Er überträgt das Programm von DANKO - Radio seit 21.Mai 2005  auf Mittelwelle 1251 KHz und arbeitet zuverlässig. 

 

Inzwischen ist die Speiseleitung auch Museumsstück. Diese wurde durch ein Erdkabel ersetzt.

Aber irgendwo ist ja schließlich auch hier Schluß für die Besucher.

Hier wachte früher ständig ein Posten über die Sicherheit.

Noch ein Blick auf den Antennenfuß und die Abspannung ( 3 seitig , 6 Seile) .

Ich verabschiede mich aus dem Rádió TV múzeum und wünsche Zentai Mihály weiterhin viel Erfolg und bedanke mich ganz herzlich bei Antenna Hungaria, insbesondere für die hervorragende Unterstützung von Frau Èva Balla

 

 

Hier noch die Adresse des Museums: Rádió Tv- múzeum

Antenna Hungaria Zrt. 4405 Nyiregyháza (Borbánya) Lászlócsere dülö 15 Tel: 0036302394899

EMail :zentaimisi.radio[A*T]gmail.com

Öffnungszeiten; individuell  

Herr Zentai spricht ungarisch. Bei Telefonaten empfiehlt es sich, dies in Ungarisch zu organisieren oder schicken Sie eine Mail in Englisch oder Deutsch.

 

 

This article was edited 30.Jun.18 16:25 by Wolfgang Lill .

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03.Jul.18 19:58

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Zwei Luftbildaufnahmen erhielt ich heute noch von der Anlage:

Dafür ein herzliches Dankeschön an László János 
Civertan Grafikai Stúdió 
1064 Budapest, Izabella u. 69. fsz. 2. ​ Diese Fa. hat schon über 500000 Luftbildaufnahmen über Ungarn angefertigt.

This article was edited 06.Jul.18 11:34 by Wolfgang Lill .

  
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